Jürg Stahl (SVP) wird der nächste Nationalratspräsident «Ich bin kein Scharfmacher»

SVP-Nationalrat Jürg «Tschüge» Stahl beschreibt sich selbst als unspektakulär und Repräsentant der Normalos. Messerscharf ist einzig sein Hobby.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nicolas Voide zum Hauskrach in der CVP Wallis «Darbellay hat die Partei...
2 Grüner von Graffenried wird Berner Stapi Auf Alex folgt Alec
3 Pensionskassen kürzen Renten massiv «Das heisst Rentenalter 70!»

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Diese Woche erhielt Jürg Stahl (48) einen Brief vom Verein Geothermische Kraftwerke Aargau. Adressiert mit «alt Nationalrat». Die Anekdote zeigt: Obwohl der Winterthurer in neun Tagen zum höchsten Schweizer gewählt wird, bleibt er unscheinbar und unbekannt. «Ich bin kein Scharfmacher, sondern unspektakulär und ein Repräsentant der Normalos», sagt der SVP-Mann, der schon seit 17 Jahren in der grossen Kammer sitzt. Früher habe ihn dies manchmal beschäftigt. Jetzt sieht er es als Stärke.

Der Gesundheitspolitiker hat keine Feinde. Seine grösste Gegnerin sei Jaqueline Fehr gewesen. Die heutige Zürcher SP-Regierungsrätin sagt, Stahl sei «ein guter Kollege, ein hartnäckiger Politiker und ein sportlicher Gegner» gewesen. «Seine Nähe zu den Krankenkassen gab uns viel Stoff für leidenschaftliche Debatten.» Lob selbst von der grössten Gegnerin! Kein Wunder, denn Stahl ist ein gmögiger Kumpeltyp. Freunde und Politikerkollegen nennen in «Tschüge». Im Vergleich zu den SVP-Haudegen ist er nicht scharfzüngig.

Der Major sammelt Sackmesser

Messerscharf ist jedoch eines seiner Hobbys: Der Major sammelt Sackmesser. Über 200 Stück hat er. «Viele der Messer haben eine Geschichte, sie erinnern mich an Erlebtes», erzählt er. Eines habe er von einem Berufskollegen geschenkt bekommen. Dieser sei in Kolumbien überfallen worden. Der Räuber habe das Zelt aufgeschlitzt, Wertsachen geklaut – und das Messer liegen gelassen.

Besonders rasant ist seine Sammlung seit 2011 gewachsen. Damals begann er, von seinem ungewöhnlichen Steckenpferd zu erzählen. Absichtlich, weil er nicht mehr Wein geschenkt bekommen wollte. «Ich hatte einen prall gefüllten Weinkeller, aber alles Einzelflaschen. Das ist unpraktisch, wenn man Gäste hat», so der gelernte Drogist.

Er will Chef von Swiss Olympic werden

2017 wird Stahl nicht viel Zeit für Gäste haben. Neben dem Vollzeitjob als Nationalratspräsident will der Vater der einjährigen Valérie Julia nächste Woche zum Präsidenten von Swiss Olympic gewählt werden. Laut Insidern hat er beste Chancen auf das 50-Prozent-Amt zum Jahreslohn von 85'000 Franken. Sein härtester Herausforderer ist BDP-Präsident Martin Landolt. 

Zudem sitzt Stahl in der Geschäftsleitung der Groupe Mutuel. Kritiker monieren, er überlade sich. «Wenn man etwas gerne macht, kann man auch mehr arbeiten als üblich», entgegnet der Hobbyturner, der sich auf seiner Homepage als «weltoffen» charakterisiert.

«Das Positive der Schweiz betonen»

Ein weltoffener SVP-Politiker – der totale Widerspruch! Stahl verneint. Er und seine Partei hätten sich stets für eine wirtschaftliche Öffnung der Schweiz eingesetzt. «Wir sind nicht isolationistisch, hatten aber in den letzten Jahren eine Überdosis an Zuwanderern», meint er. Auch sei er als Sportfunktionär viel gereist – nicht nur in Europa.

Als Nationalratspräsident will er in erster Linie «in der Alltagsarbeit einen guten Job machen», sich «nicht zu wichtig nehmen» und «das Positive der Schweiz betonen». Ganz unspektakulär eben.

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 28.11.2016
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Hans  Ernst aus Langenthal
    19.11.2016
    Typisch, dass man von ihm bisher weniger gehört hat als von den anderen Zürcher SVP-Megaphonen...schön, dass es auch einmal ein zurückhaltenderer Typ nach oben schafft
  • Thomas  Meier 19.11.2016
    Herr Stahl ist auch ein Krankenkassenabzocker. Man sollte das deutlich hervorheben - während viele Bürger kaum die Prämien zahlen können, hockt Stahl auf der anderen Seite des Tisches und sackt unser Geld ein - SVP-Politik. Märssi.
    • Kurt  Stauffer aus George
      19.11.2016
      Ihre Anschuldigungen entbehren jeder Grundlage!Bringen Sie Fakten!!Sind Sie gegen die SVP oder gegen Herr Stahl!!Bin selber kein Fan von politischen Parteien aber Ihre Anschuldigungen sind Realitätsfremd!!
    • Hans  Ernst aus Langenthal
      19.11.2016
      Einfach es bizeli Schlagworte um sich werfen, behaupten, anschwärzen...so wird man amerikanischer Präsident, und ziemlich unglücklich. Fakten bitte.
  • Werner  Klee aus Kindhausen
    19.11.2016
    Ich dachte, Herr Stahl will Präsident von Swiss Olympique werden ...