Jetzt Nein dann Ja zum Atomausstieg Doris Leuthard ist gespalten

Drahtseilakt für die Energieministerin: Heute bekämpft sie den Atomausstieg. In wenigen Wochen kämpft sie dafür.

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Das Volk muss innert kürzester Zeit über zwei Energievorlagen befinden. Beide haben dieselben Ziele: das Verbot von neuen AKW, den Ausstieg aus der Atomkraft sowie die Förderung erneuerbarer Energiequellen und der Energieeffizienz. 

Einziger Unterschied ist die Zeit. Die Volksinitiative der Grünen, die am 27. November zur Abstimmung kommt, fordert eine maximale Laufzeit von 45 Jahren für die fünf AKW Gösgen, Beznau 1 und 2, Mühleberg, und Leibstadt. Letzteres müsste bei einem Ja 2029 vom Netz, die drei Ältesten bereits im nächsten Jahr.

Der Atomausstieg à la Leuthard hingegen beinhaltet keine fixen AKW-Laufzeiten. Diese dürfen so lange betrieben werden, wie sie als sicher gelten – was vom Nuklearsicherheits­inspektorat (Ensi) überwacht wird. Bei einer von Experten als realistisch betrachteten Laufzeit von 55 Jahren müsste beim AKW Leibstadt 2039 der Stecker gezogen werden – 10 Jahre später. Die SVP hat das Referendum gegen diese Energiestrategie 2050 ergriffen, weshalb die Abstimmung wohl im Mai 2017 stattfinden wird.

«Diametraler Unterschied»

Wie soll der CVP-Magistratin der Rollenwechsel innerhalb von weniger als einem halben Jahr gelingen? Es sei wichtig, die Vorlagen gut zu erklären. Denn im Umgang mit bestehenden AKW würden sie sich «diametral» unterscheiden, sagt Leuthard.

Entsprechend betonte die Bundesrätin beim heutigen Startschuss im Kampf gegen die Grünen-Initiative hauptsächlich das zeitliche Problem: Es brauche die «notwendige Zeit», damit die Energiewende gelinge. Dies würden die Initianten ausblenden.

Ein Ja würde zu einem «Mega-Problem» führen, so Leuthard. 1,6 Millionen Haushalte könnten ab 2017 nicht mehr versorgt werden, wenn schlagartig drei AKW abgeschaltet werden müssten. Die Schweiz müsste Energie importieren – «dreckiger Kohlestrom oder Atomstrom».

Deshalb sei ihre Energiestrategie 2050, die sie mehrfach erwähnte, der «gescheite Weg».

Publiziert am 11.10.2016 | Aktualisiert am 28.10.2016
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30 Kommentare
  • Beatrice   Fiechter aus Allschwil
    13.10.2016
    Vor Fukushima hatten wir uns schon entschlossen,nicht nur über Atomausstieg zu diskutieren,sondern aktiv etwas zu tun,als das EBM
    Münchenstein Anbot auf Wasser- oder Solar-Strom umzusteigen.Auch hat das EBM sich weitsichtig schon früh Richtung erneuerbarer Energie entwickelt u. setzt immer wieder neue Anreize für seine Kunden. Man sieht, es geht auch anders!AKWs zu betreiben ist unverantwortlich,da sie abgesehen von vielen Gefahren,kommende Generationen belastet,die keinen Nutzen daraus haben
  • Thomas  Röthlisberger aus Dagmersellen
    12.10.2016
    Im Jahr 2014 produzierten die 5 schweizer KKW 26.4 Mrd. KWh elektrische Energie. Die Energiestrategie des Bundes sieht vor, bis 2035 die Produktion erneuerbarer Energie von heute 2.7 auf 11.4 Mrd. kWh auszubauen. Abhängig von Sonne, Wind und Speicherkap. lässt sich damit weit weniger als die Hälfte der Kernenergie ersetzen. Daher braucht es trotz Energiewende, auch im Jahr 2035 noch Kernenergie. Bei Annahme der Initiative sind jedoch bereits 2029 alle KKW vom Netz. D.h Import von Kohlestrom!
  • Rolf  Hess 12.10.2016
    Der Schnellschuss, ohne das Volk zu befragen, wurde von einer Minderheit im Millionstel Bereich der Bevölkerung in Bern auf den Tisch gelegt, nachdem ein Tsunami in Japan durch unglückliche Umstände einen Gau verursacht hat. Schuld trägt die japanische Regierung, die im Wissen von einer Erdspalte in der Nähe ihres Territoriums dieses Werk am Meer überhaupt bewilligt hat. Japan baut übrigens weiter mehrere Kernkraftwerke und wir wollen wieder die ganze Welt belehren.

  • Cinzia  Toller , via Facebook 11.10.2016
    Es will es einfach niemand schnallen, Die Zeitepoche des 20ten Jahrhunderts ist vorbei. Leider kann der Mensch erst verzichten wenn ihm das Dach auf den Kopf fällt. Ein Quantum Trost: In der Not ist der Mensch enorm erfinderisch.
  • Urs  Hagen 11.10.2016
    Sie sollen doch mal ein AKW abschalten, es abreissen und den plunder einlagern. So hat man eine Grundlage ob überhaupt genug auf die Seite gelegt wurde um die anderen abgerissen werden können. Dann muss man vielleicht noch 20 Jahre Geld vom Gewinn für die Entsorgung abzweigen. Ich finde es eine Zumutung unseren Jungen den Schrott zu vererben, dies will unsere geldgierige Regierung nähmlich.