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Franziska Herren und Walter Kummer beim Unterschriftensammeln für ihre Initiative. (zvg)
Heute reicht das kleine Initiativkomitee das Begehren in Bern ein. «Die Unterschriftensammlung verlief absolut problemlos, wir haben über 15‘000 beglaubigte Unterschriften», sagt Initantin Franziska Herren. Die Leute seien auf sie zugekommen, um unterschreiben zu können. «Wir trugen lustige Hüte, welche zeigten, um was es geht.» Unterstützung erhielten sie von den Sozialdemokraten und später auch von Greenpeace.
«Hauptberufliches» Unterschriftensammeln
Nach der AKW-Havarie in Fukushima habe sie Herzklopfen bekommen, sagt die 44-jährige zu Blick.ch. Als klar wurde, dass das Kernkraftwerk Mühleberg als Folge der Katastrophe in Japan nicht abgeschaltet wird, handelte sie rasch. Zusammen mit Walter Kummer (50), den sie erst seit etwa neun Monaten kennt, lancierte sie am 27. September die Initiative, welche verlangt, dass Mühleberg so rasch wie möglich vom Netz geht. Insgesamt sieben Personen aus dem Umfeld der beiden stehen hinter dem erneuten Kampf gegen die Atomenergie. Für ihre politische Arbeit legten Kummer und Herren ihre Jobs für ein halbes Jahr auf Eis. Nun zeigt sich: Es hat sich gelohnt.
Initiantin: «Es ist ein langer Weg»
Die Initianten sind überzeugt, dass die Mehrheit der Berner Stimmberechtigten nicht an Mühleberg festhalten will. Deshalb fordern sie den Kanton Bern auf, sich aktiv für eine Abschaltung einzusetzen. Die Initiative geht nun an den Regierungsrat. Danach kommt die Vorlage innerhalb eines Jahres in den Grossen Rat, welcher unter Umständen einen Gegenvorschlag formulieren kann. Erst danach spricht das Volk.
«Es ist ein langsamer Weg», sagt Herren. Mitinitiant Walter Kummer rechnet damit, dass es bis zur Abstimmung drei Jahre dauern könnte. Selbst wenn das Volk dann Ja sagt, wird Mühleberg vorerst weiter Strom produzieren.
Initiative soll Druck machen
Die Hoffnung ist, dass die Initative so viel Druck auf den Mühleberg-Betreiber BKW ausübt, dass sich bereits vorher etwas bewegt. Pikant: Hauptaktionär der BKW ist der Kanton Bern und damit indirekt die Berner Bürgerinnen und Bürger. Mit dem Aktienanteil von 52.5% an der BKW könne der Kanton direkten Einfluss auf das operative Geschäft nehmen, sind die Initianten überzeugt.
So oder so: Bis aus Mühleberg endgültig kein Atomstrom mehr in die Haushalte fliesst, dürfte es noch Jahre dauern.
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