Jetzt ist Schluss mit Schoggi Waschfaule Soldaten überfordern Armee-Mamis

Im letzten Jahr verarbeitete die Soldatenwäscherei fast 16 000 Pakete mit schmutziger Wäsche. Die Nachfrage bei den Rekruten hat sich in den letzten Jahren mehr als verzehnfacht.

Rekruten beim Zmittag: Wer mal kleckert, muss nicht unbedingt selber waschen. play
Rekruten beim Zmittag: Wer mal kleckert, muss nicht unbedingt selber waschen. Keystone

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Verschwitzte Unterleibchen, stinkende Socken. Bei Rekruten häuft sich nach einer Woche Dienst einiges an dreckiger Wäsche auf. Immer öfter schleppen die jungen Militärs die Wäsche nun nicht mehr nach Hause zu Mama oder in die WG, sondern schicken Sie bequem und gratis per Post an die Soldatenwäscherei. Diese verzeichnet in den letzten zehn Jahren einen Boom. Während die Wäscherei 2005 noch 810 Wäschepakete verarbeitete, waren es im vergangenen Jahr schon 15 890. Wie viele der rund 15 000 Rekruten den Dienst in Anspruch genommen haben ist nicht bekannt.

Die Gratis-Wäscherei des Sozialdienstes der Armee richtet sich eigentlich nur an jene Soldaten, welche die Wäsche nicht selber waschen können. Finanziert wird dies vom militärischen Hilfswerk Schweizerische Nationalspende (SNS). Laut deren Präsident Werner Merk werden man die Dienstleistung trotz Boom weiter gratis anbieten. Ein Grund für die Zunahme sei wohl der Verzicht auf eine formelle Bewilligung für den einzelnen Soldaten vor rund fünf Jahren. Auch die Lebensgewohnheiten hätten sich geändert und viele Rekruten würden wohl nicht mehr zuhause wohnen.

Von 15'000 auf 450'00 Franken in 11 Jahren

IMAGE-ERROREin Armeesprecher führt den Anstieg bei den Wäsche-Paketen zudem auf Mund-zu-Mund-Propaganda und eine gewisse «Bequemlichkeit» zurück, da alles innert kürzester Zeit gewaschen und gebügelt zurückkomme. Der Dienst kostete die SNS 2015 rund 450 000 Franken (im Jahr 2004 warens noch 15'000 Franken).

Mit dem Erfolg kommen aber auch die Probleme. «In letzter Zeit kam es vor, dass auch Tarnnetze oder Bettwäsche mitgeschickt wurden», so Merk. Die Armee solle künftig klarer kommunizieren, was unter persönlicher Wäsche zu verstehen ist. 

Die Armee reagiert denn auch. In einem neuen Merkblatt wird laut einem Sprecher neu eine Liste mit Textilien aufgeführt, die gewaschen werden. Und ein weiterer Punkt wird die Attraktivität der Wäschepakete senken. Lindt & Sprüngli legen laut Merk seit Anfang Jahr auch keine Tafel Schokolade mehr zur frisch gebügelten Wäsche.

Publiziert am 27.01.2016 | Aktualisiert am 05.02.2016
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30 Kommentare
  • Doris   Limacher 29.01.2016
    Also ich war Froh als ich in der RS war und auch den Dienst beanspruchen konnte.
    Durch jeweils 3-4h Reiseweg von und nachhause hatte ich relativ wenig zeit zum die Wäsche zu machen und meistens war dann wen man zuhause ankommt natürlich die WM und der Tumbler besetzt.
  • Rene  Grunder aus Bern
    28.01.2016
    Echt jetzt? Es gibt ein Sozialdienst der den Bubis die Wäsche wäscht? Wie wärs mit selber waschen? Soldaten erwähnen ja immer wieder gerne gegenüber den Zivildienstler wie harte Kerle sie sind und wie sie das Militär für das Leben geschult hat..
  • Timo  Glauser 28.01.2016
    Die Gründe liegen nicht nur bei den geänderten Lebensgewohnheiten. Es ist ein Abbild unserer Gesellschaft. Die einzige Konstante ist die Wehrpflicht für Männer. Richtig hartnäckig, diese überkommene Ungleichbehandlung. Der Grund: Auch ein Abbild unserer Gesellschaft. In schätzungsweise 50 Jahren wird sich das grundlegend geändert haben. Spätestens dann, wenn wir auf dem Bundesplatz freitags dem Vollzug von Sharia-Urteilen beiwohnen dürfen.
  • Max  Payne 28.01.2016
    Die Soldatenwäscherei ist sehr sinvoll. Es gibt viele Soldaten/Rekruten die über das sowieso kurze Wochenende kaum Zeit haben die Wäsche zu waschen, meistens sind die Leute am Wochende noch Berufstätig oder haben andere wichtige Private Termine. Wenn dann noch die Wochenendwache dazukommt wird es schwierig. Wie schon in einem Kommentar erwähnt könnten da die Dienstverweigerer die Wäsche waschen. Dafür müssen Sie weniger EO zahlen.
  • Philipp  Bucher 28.01.2016
    Ich werde nächsten Sommer meinen letzten WK machen und wusste bisher gar nicht dass es sowas wie eine "Soldatenwäscherei" gibt :D
    Ich habe 1-2 mal die Wäsche wegen "Kurzfristiger Wochenendewache" nach Hause geschickt weil die Wäsche sonst nicht gerreicht hat. Aber nicht in eine Wäscherei. Den Dienst höre ich zum ersten mal und doch Jasse und quatsche ich viel da sollte man sowas doch mitbekommen.
    Blick macht also wieder Werbung.