ALV-Abstimmung Ja-Stimmen liegen vorn

  • Publiziert: 20.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN - In der Abstimmungs-Kampagne für die Revision der Arbeitslosen-Versicherung haben die Befürworter derzeit die Nase vorn. Entschieden ist damit aber noch nichts.

Eine SRG-SSR-Umfrage zeigt, dass 49 Prozent der Vorlage zustimmen, 25 Prozent lehnen sie ab. Unentschlossen waren 26 Prozent.

Das zeigt, dass die Meinungsbildung gut fünf Wochen vor dem Urnengang vom 26. September noch nicht abgeschlossen ist, teilte SRG SSR idée suisse heute mit.

Lediglich 34 Prozent wollten an der Abstimmung teilnehmen. Die durchschnittliche Stimmbeteiligung bei eidgenössischen Urnengängen liegt demgegenüber bei 45 Prozent.

Parteigänger folgen den Parolen

Die Resultate widerspiegeln weitgehend die Positionen der Parteien im Abstimmungskampf. Die Wählerschaft der bürgerlichen Parteien ist klar im befürwortenden Lager, am deutlichsten jene der CVP mit 61 Prozent. Dann folgen FDP-Parteigänger mit 59 und SVP- Anhänger mit 55 Prozent Zustimmung.

Im linken Lager lehnten die Grünen und ihre Parteigänger die Vorlage mit 59 Prozent am deutlichsten ab. Unter der SP-Gefolgschaft überwiegt die Ablehnung mit 42 Prozent gegenüber 36 Prozent Zustimmung.

Weniger Opposition in der lateinischen Schweiz

Während bei früheren Revisionen der Arbeitslosenversicherung die Opposition in der lateinischen Schweiz besonders deutlich war, zeigten sich in der neuen Umfrage kaum Unterschiede. In der Deutschschweiz befürworteten 51 Prozent die Revision, 23 Prozent lehnten sie ab.

In der französischsprachigen Schweiz überwogen 43 Prozent Ja 34 Prozent Nein. In der italienischsprachigen Schweiz lag das Ja-Lager mit 46 Prozent gegen 20 Prozent Nein vorn. Allerdings wollten sich in diesen beiden Landesteilen 34 Prozent der Befragten nicht festlegen.

Im Argumente-Test ergab die Befragung, dass beide Lager durchaus mehrheitsfähige Standpunkte vertreten. Die Ansicht, wonach in der Arbeitslosenversicherung Missbrauch getrieben werde, wurde von 68 Prozent der Befragten geteilt. Das Gegnerlager punktet vor allem mit dem Einwand, in wirtschaftlich schlechten Zeiten dürfe nicht Abbau betrieben werden. 84 Prozent stimmten dem zu. (SDA/snx)