BLICK: Frau Galladé, schneller als erwartet haben sich die Schweiz und Schweden über Preis, Lieferung und Ausrüstung der 22 neuen Gripen-Kampfjets geeinigt. Freut Sie das?
Chantal Galladé: Es ist gut, wenn sich die Schweiz vertraglich absichert. Aber an der Analyse der Subkommission, dass der Gripen das risikoreichste Flugzeug ist, ändert auch ein solcher Vertrag nichts.

Schweden will jetzt nur noch 40 bis 60 Flugzeuge beschaffen. Ursprünglich waren es 60 bis 80. Was heisst das für die Schweiz?
Das zeigt ganz klar, dass die schwedische Verteidigungsministerin ihre Pläne bereits redimensioniert hat.

Und was bedeutet das konkret für die Schweiz?
Schweden braucht die Schweiz als Kooperationspartner. Wird bereits jetzt zurückbuchstabiert, dann stellt sich zum Beispiel die Frage, wer die Entwicklungskosten trägt.

Bundesrat Ueli Maurer beharrt darauf, dass die Schweiz für die 22 Jets nicht mehr als 3,1 Milliarden Franken zahlen wird.
Das wird sich zeigen. Mich stört vor allem, dass es kein Gesamtkonzept gibt.

Wie meinen Sie das?
Niemand hat sich bis jetzt ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt, wie die Luftraumverteidigung in den nächsten Jahrzehnten konkret ausschaut. Es gibt kein Konzept dafür.

Sie sind Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats. Wie müsste ein solches Konzept aussehen?
Es müsste zum einen Gefahrenszenarien beinhalten. Zudem müssten mögliche Kooperationen mit anderen Ländern aufgezeigt werden. Ich verstehe nicht, warum bürgerliche Politiker kein solches Konzept verlangen.

FDP-Präsident Philipp Müller hat beim Gripen jetzt eine Kehrtwende gemacht und verlangt eine neue Evaluation. Was sagen Sie dazu?
Das ist vernünftig. Sieht man all die Risiken, die es beim Gripen gibt, dann muss die Diskussion ohne Scheuklappen geführt werden.

In den Medien ist wieder ein neues Angebot aufgetaucht. Offenbar bietet Deutschland der Schweiz 33 Occasions-Eurofighter für denselben Preis wie für die 22 Gripen an. Sollte Maurer da nicht zugreifen?
Diese Frage stellt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Jetzt geht es darum, ein Gesamtkonzept auf die Beine zu stellen. Dort hinein gehört auch die Erneuerung der F/A-18-Flotte. Auch diese Frage muss in den nächsten Jahren beantwortet werden.

Ist das ein Auftrag an den Bundesrat?
Der Bundesrat muss jetzt als Erstes Stellung zum Bericht der Subkommission nehmen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ein paar Regierungsmitglieder dann die Frage nach einem Gesamtkonzept stellen werden. Ob dann ein Euro­fighter oder eine Rafale wieder zur Diskussion steht, werden wir sehen.

Ist der Gripen tot?
Ich wage zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose.

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Ho , Dürnten
    Es ist bekannt wie Frau Galladé zur Armee steht, aber Sie dann noch als SIK Präsidentin hinzustellen ist schon sehr fragwürdig. Oder versteht Sie ausser Armeeabschaffung von der Armee noch was anderes?
  • Michael  Meier , Zürich
    Auf einmal sind alle Kampfjet-Spezialisten. Mit Müh und Not könnt ihr noch ein Papierflieger falten. Ich hab auch keine Ahnung. Für das gibt es Fachleute die wissen was wir für Jets brauchen. Das die Piloten immer das beste wollen ist ja klar.

Alle Kommentare (24)

  • Walter  Vetter
    Liebe Leute, wir leben im 21. Jahrhundert und nicht mehr im Mittelalter, wo man zuert ein Gerät herstellen muss und erst nachher sieht, ob es funktioniert. So wie die Gripen geplant sind, werden sie auch funktionieren. Die Politiker, die von einem Papierflugzeug sprechen, sind entweder Banausen oder verstehen rein nichts von der Entwicklung und dem Bau eines Kampfflugzeuges. Darum besser den Mund halten und nicht sinnlos schwafeln. Die schwedischen Flugzeughersteller sind keine kleinen Kinder, aber wie kleine Kinder benehmen sich die Gegner des Kampfflugzeuges.
    • 27.08.2012
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  • Heidi  Keller , Zürich
    Was ist die Alternative? Für enorm viel Geld Flugzeuge bei Staaten kaufen, die uns bedrohen, erpressen, als Goldesel betrachten. Der Gripen ist sicher ein valables Flugzeug und politisch eine gute Lösung.
    • 27.08.2012
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  • Franz  Steiger
    33 Occ. Eurofighter wären wahrscheinlich noch lange besser als 22 Gripen. Das endet in einem Debakel für die beste Armee der Welt.
    • Peter  Stoffel , Rorschach
      Wenn ich die Wahl zwischen alt und neu zum gleichen Preis habe, dann will ich neu, auch wenn alt bewährt und gut ist.
      • 27.08.2012
      • als Kommentar auf Franz  Steiger
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  • Roland  Rutishauser , via Facebook
    Wir sind schon ein lustiges Volk.... Eine Armee-Abschafferin ist Präsident des SIK !!! Was kommt als nächstes? Jo Lang als Cher der Armee / General?
    • 27.08.2012
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    • Walter  Vetter
      Für mich hat Ueli Maurer den Fehler gemacht, dass er nicht ins EJPD gewechselt hat und das VBS Frau Somaruga überlassen hat. Dann hätten wir 1. wieder weniger Scheinasylanten über 90 Prozent sind nämlich Wirtschaftsflüchtlinge und nicht bedrohte und verfolgte Asylanten und 2. wäre der Kampfflugzeugkauf schon unter Dach, da der Kauf Sache des gesamten Bundesrates ist und die linken ihrer Bundesrätin kaum in den Rücken schiessen würden.
      • 27.08.2012
      • als Kommentar auf Roland  Rutishauser
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  • Kurt  Stoller , St Gallen , via Facebook
    Ein Gesamtkonzept für die "Luftwaffe" ist schnell gemacht. 1. Die Schweiz braucht sie nicht! Oder kann sich jemand einen tobenden Luftkampf über der Schweiz vorstellen? Mitten in befreundeten Ländern. Gegen die Schweiz!? 2. Für die Luftraumüberwachung muss man mit der Nato zusammenarbeiten. Würde z.B. eine von Terroristen gekaperte Zivilmaschine, ein Ziel in der Schweiz bedrohen z.B. das WEF, oder ein AKW dann hätte Ueli Maurer 2 - 3 Minuten Zeit um den Abschuss zu befehlen. Da sässen dann aber auch zivile Geisseln drin??!! Das ist selbst der stärksten Luftwaffe der Welt, der USA bei 9/11 nicht gelungen. 3. Luftpolizeiaufgaben. Dabei handelt es sich um verirrte Flugzeuge, was pro Jahr 1 - 3 mal vorkommt. Braucht es dafür waffenstrotzende Kampfjets. Es ist unglaublich wie vielen Schweizern der Verstand aussetzt, wenn es um die Armee geht.
    • Guido  Pescio
      Bei allem Respekt für Ihre Meinung. Aber erstens sind Sie arrogant, wenn Sie behaupten, bei vielen Schweizern würde der Verstand aussetzen. Mal den eigenen Verstand überprüfen.
      Zweitens sind Sie blind, wenn Sie behaupten, wir seien inmitten befreundeter Staaten..... und dies ist weit gefährlicher als Ihre beispiellose Arroganz. Anyway, ich wiederhole, ich respektiere als Demokrat ihr Meinung!
      • 27.08.2012
      • als Kommentar auf Kurt  Stoller , St Gallen
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