Raucherinitative: Das sagen die Gegner «Ist bald alles verboten, was nicht erlaubt ist?»

  • Publiziert: 06.09.2012
play Die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» will schweizweit schärfere Rauchverbote. (Keystone)

Die Gegner der Raucherinitiative machen mobil und fahren schweres Geschütz auf. Heute erklärten Vertreter des Gewerbes, wieso sie die «Zwängerei der Lungenliga» ablehnen.

Die Hauptargumente von Wirtschaft und Gewerbe: Es drohe der Verlust der Rechtssicherheit und «rund 10‘000 Arbeitsplätze» wären in Gefahr. Die heute geltende Regelung zum Schutz vor Passivrauchen genüge vollumfänglich.

Diese Botschaft vermittelten heute die Präsidenten von  economiesuisse, GastroSuisse und Gewerbeverband. Unterstützt werden sie in ihrer Ansicht von vom Hotellerie-Verband hotelleriesuisse und bürgerlichen Politikern wie dem Bierbrauer Alois Gmür (CVP) oder dem IG-Freiheits-Präsidenten Peter Spuhler (SVP).

Spuhler: «Investitionen der Wirte wären verloren»

Letzterer erachtet die Investitionen in Fumoirs gefährdet, sollte die Initiative angenommen werden. Viele Wirte hätten viel Geld ausgegeben, um der vor zwei Jahren in Kraft getretenen Regelung zu entsprechen. «Diese Investitionen wären verloren, wenn die Vorgaben mit Annahme der Initiative der Lungenliga schon nach knapp zwei Jahren wieder geändert würden.»

Deshalb brauche es berechenbare politische Entscheide und stabile Rahmenbedingungen, erklärt der Präsident der IG Freiheit.  Das sichere Arbeitsplätze, was in der momentan schwierigen Wirtschaftslage von besonderer Bedeutung sei. 

«Ist bald alles verboten, was nicht erlaubt ist?»

Der Lungenliga gehe es nicht bloss um Verbote von bedienten Fumoirs, vielmehr strebe diese «eine rauchfreie Gesellschaft und komplett rauchfreie Restaurants» an. Diese Forderung sei eine «Zwängerei», fügt Spuhler an.

Die Wirtschaftsvertreter wurden bisweilen gar philosophisch. «Ist bald alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist?», fragte etwa economiesuisse-Boss Pascal Gentinetta.

Er sprach einige der Verbote an, die ihm Kopfzerbrechen bereiten: «Staatliche Mindestpreise für Alkohol, grüne, gelbe oder rote Punkte für die Kennzeichnung des Fettgehalts von Lebensmitteln, die Beschränkung des Zweitwohnungsanteils auf 20 Prozent,  das Verbot von Offroadern oder Minaretten».

Rime: «Übertrieben und nicht umsetzbar»

Gewerbeverbandspräsident Jean-François Rime (SVP) erachtet die Initative als «übertrieben und nicht umsetzbar». Ihn stört vor allem, dass in allen Innenräumen, die als Arbeitsplatz dienen – «also auch in Einzelbüros oder Fahrerkabinen in Lastwagen» – das Rauchen verboten werden soll.

Die Lungenliga bestreite zwar, dass die Regelung für alle Einzelbüros gelten solle, doch das tue sie «natürlich aus taktischen Gründen». Denn über solche Forderungen würden «die Leute den Kopf schütteln». (vuc)

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Klaus , Steckborn , via Facebook
    irgendwann reichts dann aber auch!! Was müssen wir uns noch alles vorschreiben lassen. in den restaurants und öffentlichen gebäuden nicht mehr rauchen ok lass ich mir gefallen hab auch kein problem damit aber wenn man geächtet wird weil im freien eine zigartte geraucht wird reichts denn langsam. von all den schadstoffen die sonst so in der luft hängen redet komischerweise niemand. und nicht zuletzt die tabaksteuer , füllt ja schliesslich auch die staatskasse und das nicht zu wenig.in diesem sinne gut rauch!
  • Hans  Gusen , Zug
    Als nächstes müssen wir uns auf dem WC angurten, um sicher zu gehen, dass wir nicht reinfallen

Alle Kommentare (57)

  •   Ron Ritter , Anaheim, CA
    Spannend wie sich betroffene plötzlich aufregen können. Jahrzehntelang interessierte sich kein Schwein ausser den beeinträchtigten Passivrauchern über die ekligen Raucheremissionen und überbleibsel überall. Mit nur einem kleinen bisschen Anstand, Eigenverantwortung und Tolleranz seitens der Raucher wären die ganzen Restriktionen und der notwendige Amtsschimmel unnötig. Mit doofen Sprüchen, im Sinne von "ich störe mich auch nicht an den Nichtrauchern" ist das Raucherproblem nun einmal nicht aus der Welt geschaft - selber Schuld!!!
    • 10.09.2012
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  • Ben  Geist , via Facebook
    Das Rauchverbot hat in Bayern z.B. etlichen Wirten das Leben schwer gemacht. Zum einen weil gerade in Kneipen, Discotecken und Lokalen eher eine jüngere Zielgruppe hingeht. Gerade dort wird halt noch viel geraucht. Zum anderen kam es dann verhäuft zu Ruhestörungsklagen, da die Leute zum rauchen raus müssen. Bei Geselligen Runden ist der Lautsärkepegel halt dementsprechen, und die Strafen darf dann der Wirt zahlen. Ein abschließendes Wort. Wer in eine Kneipe geht und dort Alkohol zu sich nimmt braucht sich dann kaum um den Passivrauch kümmern, da Alkohol auch Krebserregend ist. In Restaurants ist das völlig in Ordnung. Aber ein Wirt darf ja wohl selbst entscheiden ob er möchte das bei Ihm geraucht wird, oder nicht.
    • 07.09.2012
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  • Peter  Joachim , via Facebook
    Fehlt ja nur noch, dass mir die Lungenliga verbieten will, zu Hause zu rauchen, weil ich hin und wieder Nichtraucher zu Besuch habe oder im Garten, weil Nichtrauchende Nachbarn zu Passivrauchern werden könnten.
    • 07.09.2012
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  • Hans >Peter  Läuchli , Vellerat
    Ich bin seit 49 Jahren Nichtraucher. Trotzdem habe ich ein fettes NEIN geschrieben. Langsam hängt mir die Verbieterei der Gutmenschen kreuzweise zum Hals raus.
    • 07.09.2012
    • 49
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  • Esther  Bosshart , via Facebook
    Es ist lächerlich, was alles verboten wird in der Schweiz. Wir sind doch freie Bürger und wissen selber, was wir tun dürfen und was nicht. Die Lungenliga sammelt immer Geld, ich gebe nie wieder was, wenn sie die Politiker erpresst zu solchen Gesetzen.

    Bald kommt die Fettliga und verbietet das Essen nach 1900 Uhr oder es gibt nur noch Rohkost.

    Warum kann man nicht ein bisschen Toleranz wahren, dies von beiden Seiten.
    • 07.09.2012
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