Innovative Lösung in St. Gallen oder schlechter Scherz? Für Papi-Urlaub den 13. Monatslohn opfern

ST. GALLEN - Werdende Väter, die bei der St. Galler Verwaltung arbeiten, können wählen: Papi-Urlaub oder den 13. Monatslohn. Für die einen ist das Modell innovativ, für andere ein Hohn. Denn es sei letztlich ein unbezahlter Urlaub.

Der Vaterschaftsurlaub soll vors Volk. Mit dem Slogan «I Love Papi-Zeit» warben Väter bereits im vergangenen August für einen Ausbau des Vaterschaftsurlaubs. play
Der Vaterschaftsurlaub soll vors Volk. Mit dem Slogan «I Love Papi-Zeit» warben Väter bereits im vergangenen August für einen Ausbau des Vaterschaftsurlaubs. LUKAS LEHMANN

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Die St. Galler Verwaltung wollte sich als familienfreundlich positionieren. Ihre Regelung für werdende Väter ist in der Schweiz einzigartig, wie das «St. Galler Tagblatt» heute berichtet: Wer nach der Geburt eines Sprösslings länger zu Hause bei der Familie bleiben möchte, kann das. Einzige Bedingung: Er tauscht seinen 13. Monatslohn gegen die zusätzliche Freizeit.

Mit diesem Modell können aus den fünf Freitagen, auf die jeder Vater nach der Geburt eines Kindes Anspruch hat, schnell bis zu fünf Wochen Vaterschaftsurlaub werden. Denn der Artikel 97 der Personalverordnung sieht vor, dass man den 13. Monatslohn ganz oder zur Hälfte als Vaterschaftsurlaub beziehen kann.

Schon 41 Väter machten Gebrauch

Die Regelung gilt seit Juni 2012 und war eine von 13 Massnahmen, mit denen die Regierung die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und anderen ausserberuflichen Engagements fördern wollte. Diesen Beschluss fasste die St. Galler Regierung 2009. Bisher wurde vom Angebot 41-mal Gebrauch gemacht. Gemäss Angaben des kantonalen Personalamtes bezogen 20 Väter den gesamen 13. Monatslohn in Form von mehr Ferien, 21 den halben.

Während sich die Verwaltung als familienfreundlich sieht, kritisiert Adrian Wüthrich, Präsident des Arbeitnehmerverbandes Travailsuisse und Präsident des Initiativkomitees für einen bezahlten Papa-Urlaub, das Model. Die Regelung sei nichts anderes als unbezahlter Urlaub. «Die Lösung geht somit voll zulasten des Arbeitnehmers», sagte er dem «St. Galler Tagblatt». Es sei aber immerhin besser als gar nichts. (hlm) 

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 19.11.2016
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11 Kommentare
  • Philipp  Baumgartner 20.11.2016
    Wir sind doch alle krank im Kopf. Den ganzen Tag jammern wir rum, wieviel wir arbeiten müssen, Sklaven seien wir. Aber kaum gehts mal darum weniger zu arbeiten, wie auch zum Beispiel 6 Wochen Ferien, dann können wir nicht genug angeben wie viel wir arbeiten und chrampfen und dass das so auch richtig sei und man ja nichts daran ändern darf.
  • Beat  Küng aus Bellinzona
    20.11.2016
    Weshalb soll der Arbeitgeber die Kinder seiner Mitarbeiter finanzieren? Wer bezahlten Vaterschaftsurlaub machen möchte, der sollte sich unbedingt mal selbständig machen und dann schauen, wie sein Einkommen Ende Monat ausschaut. Wenn man schon für seinen Broterwerb nicht die Verantwortung übernehmen will oder kann, dann zumindest für seine Kinder. Ansonsten empfehle ich eine Vasektomie.
  • Hans Jakob  Rölli , via Facebook 20.11.2016
    Meine Meinung:
    Wer Kinder auf diese Welt stellt, ist doch selber für den Nachwuchs verantwortlich.
    Ich empfinde es als eine Art Abzockerei,
    wenn man "seinen" Kinderwunsch einfach der Allgemeinheit übertragen tut.

    Ist Ihnen eigentlich bekannt,
    dass sich die Erdenbevölkerung alle 10 Jahre um ca. 1 Milliarde Menschenseelen erweitert.
    Wie lange dies "gut" geht, steht in den Sternen ...
  • Coni  Müller 20.11.2016
    Ich bin mir bewusst, dass es nicht alle gerne lesen,was jetzt folgt. Die Natur hat die Mutter- und Vaterrolle definiert. Darum erübrigt sich die Diskussion und wer unbedingt gegen die Natur sein will, soll dafür auch nicht bezahlt werden. Wir haben wirklich grössere Probleme zu bewältigen.
  • Seo  O. 19.11.2016
    Was soll denn daran so toll sein? Ich kann bei meinem Arbeitgeber auch, wenn der Nachbar Papi geworden ist, einen Monat Papi-Urlaub nehmen. Unbezahlten Urlaub gibt es bei vielen Arbeitgebern. Bei uns kam das Baby 2 Jahre nach einer Projektphase mit vielen Überstunden und nicht bezogenen Ferien. So habe ich immer noch reichlich Ferientage abzubauen... :-)
    Meine Mädels freuts, wenn Papi zu Hause bleiben kann...