Initiative zur Verteilungsgerechtigkeit Juso wollen Kapital statt Arbeit besteuern

Nun doch keine 25-Stunden-Woche: Stattdessen haben die Delegierten der Juso entschieden, eine Volksinitiative zu lancieren, die an die 1:12-Initiative anknüpft.

Neue Juso-Initiative: 25 Stunden Arbeitswoche für alle play
Will Kapitaleinkommen höher besteuern als Arbeit: Juso-Chefin Tamara Funiciello. (KEYSTONE/Urs Flueeler) URS FLUEELER

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Die Juso wird im kommenden Jahr eine Volksinitiative lancieren, die fordert, dass Kapitalgewinne stärker besteuert werden als Arbeitseinkommen. «Wir wollen, dass Bonzen, die ohne zu arbeiten immer reicher und reicher werden, etwas mehr Steuern bezahlen. Im Gegenzug soll die breite Bevölkerung entlastet werden», begründet die Zürcher Sektion, die das Projekt vorgeschlagen hatte, ihre Idee.

Konkret schwebt den Jungsozialisten vor, in der Verfassung zu verankern, dass Kapitaleinkommen – also Zinsen, Dividenden und Wertsteigerungen bei Immobilien –  höher besteuert werden, beispielsweise mit einem Faktor von 1,5. Dies würde Mehreinnahmen im Milliardenbereich bringen, sagen sie, die an die arbeitende Bevölkerung rückverteilt werden können, indem Arbeitseinkommen geringer besteuert werden.

25-Stunden-Woche hatte keine Chance

An der Delegiertenversammlung setzte sich dieses Projekt der Zürcher Sektion gegen elf andere Vorschläge durch. «Es war ein ziemlicher Showdown», so Juso-Chefin Tamara Funiciello. Auch das Projekt der Einführung einer 25-Stunden-Woche (BLICK berichtete), hatte keine Chance dagegen. Ihm war vor allem die Skepsis in der Romandie zum Verhängnis geworden.

Im Vergleich dazu kommt «Kapital statt Arbeit besteuern» vergleichsweise realpolitisch daher. «Diese Initiative würde aber einen echten Systemwechsel bringen. Und wir können an ihr den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital aufzeigen», so Funiciello.

Konsequenter als 1:12

Die Initiative greift auch die Thematik der 1:12-Initiative auf, die die Juso 2009 lanciert hatte. Aus Sicht der Zürcher Juso ist sie aber «viel konsequenter: Die von der 1:12-Initiative angegriffenen Lohneinkommen sind lächerlich tief im Gegensatz zu Kapitaleinkommen, die in den Milliardenbereich gehen können».

Publiziert am 05.11.2016 | Aktualisiert am 07.11.2016
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30 Kommentare
  • Martin  Schmid aus Möriken
    06.11.2016
    Ich bin durch und durch KEIN Fan der Juso etc. Aber der Ansatz Vermögen statt Arbeit zu besteuern ist gar nicht mal so schlecht! Sein wir doch mal ehrlich, mit einem normalen Job kommt man Heutzutage doch auf keinen grünen Zweig mehr, es reicht grad so zum Leben! Während für den Arbeiter Jahr für Jahr die Ausgaben steigen(Kk etc.) Steigen am anderen Ende die Vermögen der Millionäre und Milliardäre ins Uferlose! Und werden auch noch geschohnt durch Steuervorteile!! Sehr ungerecht!
  • Annemarie   Setz 06.11.2016
    Und wie stellt sich Juso das vor, wenn die reichen Steuerzahler wegziehen, die Firmen Standorte ausserhalb der Schweiz suchen, und niemand mehr das finanziert, wovon die Jusos schliesslich auch profitierenl? Wenigstes ist die doofe Idee von der25-Stundenwoche vom Tisch. Dass Jusos sich nicht besteuern lassen wollen, ist schon klar. Möchte mal wissen wie viele von ihnen zünftig arbeiten und wie viele Dauerstudierende sind....
  • Hanspeter  Elmer aus Glarus
    06.11.2016
    Wir könnten auch das Essen höher besteuern, dann wäre Frau Funiciello wohl die Person, die am meisten Steuern in der Schweiz bezahlt. Es ist schon ein Witz, dass ausgerechnet Fettsäcke wie Sie sich über die ungerechte Verteilung von Vermögen und Nahrung ereifern.
    • Andreas  Meier aus Zürich
      06.11.2016
      Nur weil Sie anderer Meinung sind, brauchen Sie nicht gleich beleidigend zu werden. Kinderstube?
    • Thomas  Huber 06.11.2016
      Und wenn man keine Argumente mehr hat wird man persönlich. Moll, da können Sie stolz auf sich sein...
  • Rolf  Fritz 06.11.2016
    Ach, das alte sozialistische/kommunistische Rezept: Nehmt den Reichen das Geld weg dann sind die Armen nicht mehr arm. Hat schon immer gut funktioniert
  • Mike  Studer 06.11.2016
    Ich würds ja anders formulieren aber mit der Aussage "Wir wollen, dass Bonzen, die ohne zu arbeiten immer reicher und reicher werden, etwas mehr Steuern bezahlen" bin ich grundsätzlich absolut einverstanden.
    Wer sonst nichts für die Gesellschaft leistet, soll nicht noch dafür fürstlich belohnt werden.
    • carlos  zapato aus St. Gallen
      06.11.2016
      Diese "Bonzen" zahlen ja heute schon einige Steuermilliarden und belasten denn Staat nicht sonderlich. Bei den Sozis sieht anders aus, möglichst viel vom Staat verlangen und möglichst wenig einbezahlen. Sehr, sehr sozial. Aber einfach wieder mal so schnell eine chancenlose Initiative starten.
    • Mike  Studer 06.11.2016
      @carlos zapato: Die Schere wird in der Schweiz, auch im globalen Vergleich, immer grösser. Das Jammern beim Mittelstand ist zwar immer noch gross aber es ist ein Fakt, dass der Mittelstand überproportional zur Kasse gebeten wird. Eine Korrektur dessen, würde auch die Konsumfreudigkeit wieder erhöhen, wovon alle profitieren.