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Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats, heute bei der Vorstellung seiner Ziele. (Reuters)
Der im Oktober gegründete Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) trat im letzten Dezember mit der Kundgebung «Stoppt die Hetze gegen den Islam» an die Öffentlichkeit – und reagierte damit auf das Ja zum Minarett-Verbot. An der Kundgebung hätte auch der umstrittene deutsche Islam-Prediger Pierre Vogel teilnehmen soll, er wurde aber an der Grenze abgefangen (siehe Box rechts).
Die Querelen um die Demo haben dem jungen Verband nicht geschadet: Er zählt mittlerweile immerhin schon 500 Mitglieder. Und auch die Spenden fliessen nach eigenen Angaben reichlich.
Jetzt will der Rat seine Informationsoffensive zur Korrektur des Islambilds hierzulande fortsetzen. Dazu will er in grösseren Städten an Ständen auf der Strasse die Leute ansprechen und Informationsmaterial verteilen. Der IZRS plant auch die Einrichtung einer telefonischen «Islam-Infoline», hat bereits eine Internetseite eingerichtet und will Vorträge organisieren.
Islamische Schulen einrichten
Langfristig strebt er an, zum anerkannten Repräsentant des traditionellen Islams sunnitischer Ausrichtung in der Schweiz zu werden, anerkannte islamische Schulen zu etablieren und sich in alle Landesregionen auszubreiten.
Der Verband will auch einen Fatwa-Rat einrichten, der islamische Rechtsgutachten verfasst.
Anerkannte Religion – für Kirchensteuer
Fernziel ist auch die öffentlich-rechtliche Anerkennung des Islams durch die Kantone, wie Präsident Nicolas Blancho, ein Bieler Konvertit, heute an der «Gründungs-Pressekonferenz» in Bern sagte.
Dadurch könnten die muslimischen Gemeinden eines Tages auch Kirchensteuern bei ihren Mitgliedern erheben – würden gleichzeitig aber auch stärker durch den Staat kontrolliert. (SDA/hhs)