Image-Kampagne statt Hinterzimmer-Gemauschel: Bern sucht den Super-Lobbyisten

Der Lobbying-Verband SPAG will künftig jährlich einen Award für hervorragendes Lobbying verleihen. Fehlen nur noch taugliche Bewerbungen.

Niemand kennt die geheimen Winkel und Ecken des Bundeshauses sowie die Parlamentarierinnen und Parlamentarier besser als die Lobbyisten: Doch die Datenbank des Lobbyistenverbandes SPAG kennt die aktuellen Parlamentsmitglieder nur, wenn die richtigen Filter gesetzt wurden (Symbolbild). play
Lobbying ist ein diskretes Geschäft, nun soll aber ein Branchenkönig gekrönt werden. Im Bild: Gespräch in der Wandelhalle. Keystone/Peter Klaunzer

Top 3

1 Krach in der BDP Grunders Abrechnung
2 Unternehmenssteuer-Reform auf dem Buckel der Privatpersonen? Städte...
3 Das meint BLICK zum Renten-Massaker der Bürgerlichen Gefährliches Spiel

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
19 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Es steht schlecht um das Ansehen der Lobbyisten in Bundesbern. Das hat die Kasachstan-Affäre um Christa Markwalder (FDP) den Interessenvertretern schmerzhaft vor Augen geführt. Kein Wunder, hat sich der Lobbying-Verband Swiss Public Affairs Gesellschaft (SPAG) zum Ziel gesetzt, das schlechte Image aufzupolieren. 

Dabei beschreitet der Verband auch neue Wege. So findet im Februar die erste Weiterbildung für «sauberes» Lobbying statt. Nun hat die SPAG einen Award für «hervorragende Lobbyarbeit» ins Leben gerufen. Er soll im Frühling erstmals verliehen werden. 

Ob ein Oscar für erfolgreiches Gemauschel den Lobbyisten wirklich mehr Achtung verschafft? Felix Schneuwly, SPAG-Vorstandsmitglied, korrigiert: «Wir wollen jene Lobbyisten auszeichnen, die transparent und faktenbasiert arbeiten.» Beispiele dafür gebe es viele, so Schneuwly. 

Die Frage stellt sich eher umgekehrt: Sind Lobbyisten an einem Branchen-Oscar überhaupt interessiert? Nach Auskunft von Schneuwly ist nämlich bisher keine einzige Bewerbung eingetroffen.

«Das ist nicht weiter schlimm», sagt er. «Wenn wir bis Ende Januar keine brauchbaren Eingaben haben, warten wir lieber noch ein Jahr, bevor wir den SPAG Lobbying-Award erstmals verleihen.»

Publiziert am 21.01.2016 | Aktualisiert am 14.03.2016
teilen
teilen
19 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

6 Kommentare
  • Armando  Kaegi , via Facebook 22.01.2016
    Mehr Transparenz wäre schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung. Individuelle Finanzierung im Sinne von Finanzierung einzelner Politiker gehört als verdeckte Korruption verboten und Parteifinanzierung muss offengelegt werden, damit der Souverän weiss, wer seine Anliegen mit Bakschisch überbietet und "seinen" Vertreter in der Regierung wegkauft.
  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    22.01.2016
    Das schlechte Image aufpolieren, das könnt ihr ruhig vergessen, das Vertrauen in die Politik ist schon lange zerstört.
  • Peter  Nägeli , via Facebook 22.01.2016
    Wie schlecht es wirklich um das Ansehen der Lobbyisten steht sehen wir ja an der neuen Position von Frau Markwalder...
  • Hans  Scheidegger 22.01.2016
    Da gibt es überhaupt nichts zu verleihen; denn: Die Lobbyisten haben innerhalb des Bundeshauses gar nichts zu suchen!
  • Sevi  Brunner , via Facebook 21.01.2016
    Transparent und faktenbasiert lobbyieren? Was soll denn das heissen? Vielleicht sollten sie Jesus anfragen?