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Starkes Trio: die Bundesrätinnen Eveline Widmer-Schlumpf, Micheline Calmy-Rey, und Doris Leuthard (v.l.). (Keystone)
In brenzligen Lagen und aufgeregten Augenblicken war er zuletzt regelmässig derjenige, der Übersicht behielt und Ruhe bewahrte: der nächste Woche abtretende Innenminister Pascal Couchepin. Dank seiner jahrzehntelangen Erfahrung liess sich der Walliser nicht so schnell ins Bockshorn jagen.
Ende Oktober ist Schluss. Die Frage ist: Wer tritt das Erbe von Couchepin als Platzhirsch im Bundesrat an?
Bundespräsident Hans-Rudolf Merz (FDP) sicher nicht. Er ist nach der Libyen-Affäre angezählt. Er dreht sich um sich selbst. Und im Bundesrat ist er nicht der Chef, der die Übersicht hat.
Die Frauen sind erfahren, einsatzfreudig und zäh
Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP), Chef der angeschlagenen Armee, macht eben seine ersten schmerzhaften Erfahrungen im Haifischbecken Bundesrat . Zum Leader reicht es noch nicht.
Infrastrukturminister Moritz Leuenberger (SP) ist zwar der amtsälteste Bundesrat , der zudem eine Art zweiten Frühling spürt. Aber er kämpft neuerdings wieder so stark für seine Belange, dass er nur wenig Schnauf für anderes hat.
Didier Burkhalter (FDP), der neue Innenminister, wird sich erst beweisen und seinen Platz im Bundesrat finden müssen.
Bleiben die Frauen. Und die sind regierungserprobt, einsatzfreudig und zäh. Sie werden in den nächsten Jahren in der Regierung die Hosen anhaben.
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) bewegt sich nicht nur in der Libyenkrise überlegt und beinahe schon staatsmännisch. Ob man mit ihr einverstanden ist oder nicht, sie weiss, was sie will, und verliert die Nerven nicht so schnell. Aus Niederlagen wie etwa kürzlich jener um den Soldateneinsatz vor Somalia scheint sie zu lernen.
Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) wirkt zwar trocken, aber sie ist zäh und unabhängig. Sie hat bisher trotz heikler Auslangslage mit der SVP als Gegnerin kaum Fehler begangen und lässt sich von öffentlichen Aufregungen nicht beirren. Sie könnte der ruhende Pol in der Regierung werden.
Wirtschaftsministerin Doris Leuthard (CVP) wird nächstes Jahr Bundespräsidentin. Schon darum wird sie eine Leaderfunktion haben. Die ehrgeizige und machtbewusste Aargauerin ist ohnehin Meisterin im politischen Nahkampf.
Die Frauen kommen! Schaden wird das nicht. Im Gegenteil.
Wie beurteilen Sie die Frauenpower im Bundesrat? Ihre Meinung interessiert uns!