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Karin Stanz, Zürich: Fühlen Sie sich als Aussenseiter bei der Bundesratswahl?
Christian Lüscher: Ich bin Aussenseiter, wie immer...:)
Alfred Mathys, Eglisau: Sehr geehrter Herr Lüscher, sind Sie für den EU-Beitritt? Ich wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg.
Christian Lüscher: Viel Dank. Meine Ansicht über die EU ist nicht massgebend, nur die Stimme des Volkes zählt und man muss feststellen, dass das Volk im Moment nicht beitreten will.
Reto Künzli, Münsingen: Aber Sie haben doch bestimmt eine Meinung, ob die Schweiz der EU beitreten soll, oder?
Christian Lüscher: Sie soll zur Zeit nicht beitreten und am bilateralen Weg festhalten.
Thomas Ernst, Zürich: Guten Tag Herr Lüscher, was tun Sie als zukünftiger Bundesrat gegen die Lohnschere, das Verschwinden des Mittelstandes. bevor es zur Fortsetzung von 1789 kommt?
Christian Lüscher: Das Wichtigste ist, Arbeitsplätze zu schaffen, und ich bin der Meinung, dass die Leute, welche zu hohe Boni kassiert haben, öffentlich kritisiert gehören.
Reto Künzli, Münsingen: Für die Linken gelten Sie offenbar als «unwählbar». Gibt es auch politische Inhalte, die sie den Linken anbieten könnten?
Christian Lüscher: Ich kann nicht «unwählbar» sein, denn ich wurde von der Fraktion für diesen FDP-Sitz nominiert und bin ein echter FDP.Liberaler.
Thomas Meier, Bern: Wie schätzen Sie ihre Wahlchancen ein? Und warum «wie immer Aussenseiter»?
Christian Lüscher: Von Anfang an wurde ich als Aussenseiter beschrieben und zur Zeit hat es mir Glück gebracht...
Stefan Berger, Bern: Wie sehen Sie die Gefahr, dass Sie zu einem Opfer von wahltaktischen Überlegungen werden, weil die SVP Urs Schwaller nicht will?
Christian Lüscher: Die Bundesversammlung muss einen der beiden FDP-Kandidaten wählen. Für mich ist das das Wichtigste.
Franz Kaufmann, Winterthur: Sie waren ja liiert mit einer prominenten Frau, Lolita Morena. Was ist sie für eine Person? Haben Sie noch Kontakt zu ihr?
Christian Lüscher: Ja, das ist eine sehr nette Person und ich habe immer noch Kontakt mit ihr.
Felix Kronenberger, Dietikon: Hat es Platz für zwei Genfer Bundesräte?
Christian Lüscher: Das ist kein Problem gemäss der Bundesverfassung, es gibt auch zwei Zürcher.
Urs Hofer, Burgdorf: Sind Sie sicher, dass ihre Partei voll hinter Ihnen steht? Ich habe da meine Bedenken. Sie werden nur gewählt, wenn Sie auch alle Stimmen der SVP holen.
Christian Lüscher:Der gewählte Kandidat ist derjenige, welcher am meisten Stimmen in der Versammlung erhalten hat.
Heinz, Zürich: Herr Lüscher, Sie arbeiten mit Libyen-Anwalt Poncet in der gleichen Kanzlei. Was halten Sie von der ganzen Affäre? Und was vom Verhalten von Bundesrat Merz?
Christian Lüscher: Nur Herr Poncet beschäftigt sich mit dem Libyen-Fall. Für mich ist es nur eine politische Sache. Erst wenn die Geiseln zurückkommen, werden wir über das Verhalten von Herrn Bundespräsident Merz sprechen. Jetzt müssen wir uns einig sein.
Anton Schnell, Luzern: Welche Vorzüge haben Sie gegenüber Burkhalter und Schwaller?
Christian Lüscher: Zu Schwaller: Ich bin jünger, welscher und FDPler!!
Marc Ziltener, Mollis: Sehr geehrter Herr Lüscher, von allen Kandidaten, welche nun offiziell antreten, sind Sie in meinen Augen der beste. Anerkennen Sie die Konkordanz? Sind Sie auch der Meinung, dass die SVP untervertreten ist und eigentlich den grössten Anspruch auf den Sitz Cochepins hätte als grösste Partei?
Christian Lüscher: Nein, die SVP ist sich bewusst, dass der Sitz von Herrn Bundesrat Couchepin der FDP gehört. Die SVP unterstützt die Konkordanz wie die FDP, welche Herrn Maurer gewählt hat.
Thomas Meier, Bern: Wie würden Sie die Krankenkassen wieder auf Vordermann bringen, sollten Sie Couchepin beerben? Danke, Herr Lüscher!
Christian Lüscher: Ich würde alle Partner an einen Runden Tisch bringen und fordern, dass sie mindestens eine Sparmassnahme schnell vorschlagen um ihren guten Willen zu zeigen.
Thomas Ernst, Zürich: Zur Familienpolitik: Eltern, die beide arbeiten und die Kinder fremdbetreuen lassen, sollen finanziell entlastet werden. Ist das nicht Irrsinn? Was ist mit den Familien, die ihre Kinder selber erziehen und ihre Verpflichtung wahrnehmen, die gehen leer aus. Wie stehen Sie dazu?
Christian Lüscher: Als Liberaler denke ich, dass alle Familien ihre Lebensweise selbst wählen.
Marco Baumann, Luzern: Herr Lüscher, sehen Sie in der IV-Zusatzfinanzierung die Lösung für das Problem der IV?
Christian Lüscher: Das ist ein Teil der Lösung.
Pulver Max, Steffisburg: Sehr geehrter Herr Lüscher. Wie stellen Sie sich zum geplanten EU-Freihandelsabkommen und wie sollten sich die Landwirte darauf einstellen? Alles Gute und viel Glück bei den BR-Wahlen.
Christian Lüscher: Die Schweiz muss offen für den Handel und wettbewerbsfähig sein. Es braucht aber auch Begleitmassnahmen und den richtigen Rhythmus.
Marc Ziltener, Mollis: Meine Frage lautete anderst! Die SVP ist klar untervertreten. Finden Sie das nicht auch? Zur Zeit haben wir eine Mitte-Links-Regierung. Mit Ihnen würde das sicherlich wieder besser!
Christian Lüscher: Danke.
Karin Stanz, Zürich: Würden Sie sich zurückziehen, wenn die Fraktion das so will?
Christian Lüscher: Die Strategie ist Sache der Fraktion...
Felix Kronenberger, Dietikon: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf in der Bundesregierung?
Christian Lüscher: Mehr Kollegialität und Verjüngung.
Stefan Berger, Bern: Was wäre Ihr Lieblingsdepartement?
Christian Lüscher: Das ist mir egal, denn der Bundesrat muss die Entscheidungen fällen.
Stefan Berger Bern: Wie stehen Ihre Wahlchancen?
Christian Lüscher: Wie die Chancen eines Aussenseiters !!:)
David Steiner, Bern: Guten Tag, wie stehen Sie im Allgemeinen zur schweizerischen Landwirtschaft.
Christian Lüscher: Bauern sind Unternehmer und sind wichtig für die Schweiz.
Marco Baumann, Luzern: Sie sind ein Wunschkandidat der Jungfreisinnigen. Wie würden Sie sich im Bundesrat für die Jugendlichen einsetzen?
Christian Lüscher: Langfristige Sanierung der Sozialwerke, damit auch die Jungen einmal noch eine AHV erhalten.
Reto Künzli, Münsingen: Sie sind uns noch die Antwort schuldig, welche Vorzüge Sie gegenüber Hr. Burkhalter haben.
Christian Lüscher: Mein Vorzug ist, dass ich gleich gut wie Didier bin.
Thomas Müller, St. Gallen: Guten Tag Herr Lüscher. Sie haben sich in einem Interview als radikal-liberal betitelt. Dennoch Frage ich mich, ob ihre Einstellung gegenüber der Legalisierung von «Drogen» wie Cannabis dieses liberale Grundrecht auf körperliche Selbstbestimmung nicht lächerlich macht?
Christian Lüscher: Nein, als verantwortungsbewusster Vater von zwei Kindern will die Gesundheit der Jugend schützen.
Werner Meier, Zug: Herr Lüscher, wie würden sie die Probleme mit der IV angehen, die Herr Couchepin hinterlassen hat?
Christian Lüscher: Er hat die nötigen Massnahmen ergriffen, die Frau Dreyfuss nicht ergriffen hat. Jetzt muss man noch weiter gehen mit der 6. Revision.
Susanne Oberli, Bern: Herr Lüscher: Was würde Sie denn besonders als Bundesrat auszeichnen? Jung, welsch und Anwalt scheint mir nicht ausreichend zu sein.
Christian Lüscher: Ich will die Schweiz dienen.
Guten Tag Herr Lüscher. Wer ist ihr Lieblingsfussballverein in der Schweiz? Und was würden Sie für den Sport allgemein tun?
Christian Lüscher: Früher war es FC Servette, heute stehe ich für die Nati.
Franz Kaufmann, Winterthur: Sie wollen bei den Sozialwerken sparen. Was heisst das konkret?
Christian Lüscher: Fehlanreize eliminieren.
Heinz, Zürich: Sie wollen erst nach der Rückkehr der Geiseln über Merz Rolle sprechen. Wieso drücken sich alle Politiker vor klaren Worten? Wir wollen einen Bundesrat, der sich eine eigene Meinung leistet.
Christian Lüscher: Wir müssen uns einigen, um die beiden Geiseln zurück bringen zu können.
Suter, Michael, Winterthur: Glauben Sie, die Schweiz sollte einen Bundespräsidenten haben, der 4 Jahre im Amt bleibt, um so die Schweiz gegen aussen besser vertreten kann?
Christian Lüscher: Mehr als ein Jahr ist nötig, vier Jahre sind aber zuviel.
Tristan Bossardt, Oberwil: Denken Sie, dass Ihre Theater-Erfahrung Ihnen auch im alltäglichen Politik-Business hilft?
Christian Lüscher: Sicher!!
Marc Ziltener, Mollis: Was halten Sie von inhaltlichen Forderungen an die Kandidaten seitens der SP? Ist das nicht ein Unding?
Christian Lüscher: Die SP möchte einen SP-Kandidat für den Sitz der FDP. Das ist unvernünftig.
Thomas Müller, St. Gallen: Dennoch bezog sich die Cannabisinitiative ausschliesslich auf erwachsene Personen.
Christian Lüscher: Ja, aber die Botschaft für die Jungen war falsch, vor allem wenn man bedenkt, dass Rauchen jetzt überall verboten wird.
Damien Cottier, Bern: Überraschen Sie uns weiter Herr Lüscher! Viel Glück!
Christian Lüscher: Danke
Alfred Mathys, Eglisau: Lieber Herr Lüscher, wollen Sie immer so politisieren wie das Volk grossmehrheitlich denkt? Ich nehme Bezug auf Ihre Äusserung, dass der EU-Beitritt beim Volk im Moment keine Chance hätte. Das wäre sehr opportunistisch und entspräche nicht meiner Vorstellung eines Bundesrates. Von einem Bundesrat darf das Volk wissen, wie er persönlich zu dieser Frage steht. Beste Grüsse.
Christian Lüscher: Das weiss ich genau, aber die Entscheidung des Volkes muss IMMER respektiert werden, wie auch die Konkordanz, welche die CVP zu brechen versucht.
Urs Schmidt, Carouge: Wenn Sie nicht gewählt sind, werden Sie noch einmal kandidieren?
Christian Lüscher: Das ist Zukunftsmusik.
Christian Lüscher: Ich danke allen für die interessant Fragen und Hopp Schweiz heute Abend
Moderator: Damit beenden wir den heutigen Chat. Vielen Dank für die interessanten Fragen! Morgen begrüssen wir Didier Burkhalter, am Freitag Urs Schwaller bei uns im Chat.
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Christian Lüscher vor dem Reformatoren-Denkmal in Genf. (Keystone)