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Die Jasmin Hutter hat morgen ihren letzten Tag im Parlament. Sie wird Mutter und will sich ganz ihrem Nachwuchs und ihrem Beruf als Baggerverkäuferin widmen (Blick.ch berichtete). Doch vorher versetzt die Nationalrätin aus dem St. Galler Rheintal ihren Parteikollegen noch einen Seitenhieb.
Als junge Frau dürfe man nicht zimperlich sein in der SVP, erklärte Hutter gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Und fügte hinzu: «Wir haben zum Teil natürlich etwas, wie soll ich sagen, ungehobelte Männer.» Einen der «Polteris» nannte sie auch beim Namen: Elmar Bigger, Hühnerzüchter und ebenfalls St. Galler. «Der schaute schon schräg und dachte, was will die Jasi Hutter nun hier?», erinnert sie sich.
Bigger selber sieht das ganz anders. Er habe Hutter sicher nicht gerade Streicheleinheiten verteilt. Doch habe er seiner Sitznachbarin in ihrer Anfangszeit im Nationalrat geholfen und sie in die Gepflogenheiten im Parlament eingeführt. «Ich bin sehr enttäuscht von ihr, dass sie nun solche Aussagen macht», erklärt Bigger gegenüber Blick.ch.
Es reue Hutter wohl, dass sie zurücktrete, mutmasst er. Darum erzähle sie jetzt einen solchen «Seich». «Ungehobelt ist vielmehr sie selber aufgetreten, am Anfang ihrer Karriere», schiesst Bigger zurück.
Hans Fehr mag sich nicht so aufregen. Der Zürcher Nationalrat hält Hutters Aussage vielmehr für einen Witz – allerdings mit einem Kern Wahrheit. «Ungehobelt sind wir nicht. Aber in der SVP gibts viele urwüchsige und bodenständige Urgesteine, ehrliche Menschen vom Land, wie ich einer bin. Die sagen eben gerade heraus, was sie denken», sagt Fehr.
Die Startschwierigkeiten, wie sie Hutter hatte, seien für Parlamentsfrischlinge normal, betont Fehr. Auch Alfred Heer, Nationalrat seit 2007 und Präsident der Zürcher SVP, erzählt, dass er anfänglich Mühe hatte mit den harten Auseinandersetzungen: «In der Politik ist es generell rau, da sticht die SVP nicht speziell raus».
Junge Frauen liessen sich dadurch nicht abschrecken. «Wir haben viel weiblichen Nachwuchs. Die Frauen fühlen sich offenbar wohl bei uns, es sind ja bestimmt nicht alle Masochistinnen», witzelt Heer.
Auch SVP-Shootingstar Lukas Reimann (27) findet nicht, dass die Jungen bei seiner Partei einen schweren Stand haben. Frauen schon gar nicht: «Sie werden bei uns speziell gefördert», sagt er. Und betont, er wünschte sich noch zehn weitere Jasmin Hutters.
Deren Wertung, dass es in der SVP viele ungehobelte Typen gebe, teilt Reimann dennoch nicht: «Es sind doch alles liebi Siechä», sagt er und lacht.