
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Im Kanton Bern steht ein Wahlkampf vor der Tür, bei dem die Fetzen fliegen. Beim Urnengang am 28. März trifft die SVP auf die verfeindete BDP – und das im Gründerkanton der BDP, der Heimat des SVP-abtrünnigen alt Bundesrates Samuel Schmid (63). Die Ausmarchung ist für beide Parteien ein wichtiger Testlauf für die nationalen Wahlen von 2011. So wichtig, dass sich SVP-Bundesrat Ueli Maurer (59) und BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (53) in den Wahlkampf stürzen.
Maurer tritt im Kanton Bern schon seit Monaten bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf, im Schlepptau meist die beiden SVP-Regierungsratskandidaten Christoph Neuhaus (43) und Albert Rösti (42). Der VBS-Chef nimmt bis zu den Wahlen bei 25 Veranstaltungen teil. Seine Popularität war von Anfang an Teil des Wahlkampfkonzepts von SVP-Kantonalpräsident Rudolf Joder (59): «Die Wahlen sind die grösste Herausforderung in unserer 91-jährigen Geschichte.»
Auch SVP-Vize Christoph Blocher (69) mischt sich in den Wahlkampf ein. Nach seinem Auftritt vom 2. Januar in Aarberg im Seeland folgt ein zweiter Ende Monat in Interlaken BE.
Klar, dass die BDP den geballten Angriff kontern muss. Nächste Woche steigt BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf in den Ring. Sie referiert am Mittwoch an einer BDP-Veranstaltung im Berner Rathaus. Danach folgen Schlag auf Schlag weitere Referate. Allein bis Ende Januar absolviert die Justizministerin sieben Auftritte. «Unsere Bundesrätin ist natürlich ein wichtiges Zugpferd für die Berner BDP», sagt Parteipräsidentin Beatrice Simon (49), die selber für den Regierungsrat kandidiert.
Auch der ehemalige Bundesrat Samuel Schmid muss für die BDP in die Hosen. Er tritt an mehreren Wahlveranstaltungen auf.
Für die Berner SVP wird dieser Wahlkampf der teuerste aller Zeiten. Seit August führt sie eine Vorkampagne, die rund 100 000 Franken kostete – so viel wie die BDP laut Präsidentin Simon für die ganze Kampagne zur Verfügung hat.
Für die Hauptkampagne sammelt die SVP nun noch mehr Geld.
SonntagsBlick weiss: Im Dezember verschickte die Partei auf Initiative von alt Bundesrat Adolf Ogi (67) einen Bettelbrief an alle 18 000 Mitglieder der SVP Bern. Darin fordern Ogi und alle acht Berner SVP-Nationalräte ihre Basis auf, «mindestens zehn Franken zu spenden». Damit soll die «notwendige und aufwändige Wahlkampagne» der SVP mitfinanziert werden.