Heiratsstrafe weg? Das kostet es uns wirklich

Statt wie heute 150 Prozent Rente sollen Verheirate AHV-Bezüger künftig mehr Pension bekommen. Das verlangt das «Heiratsstrafe abschaffen!» Anliegen der Christdemokraten. Jetzt zeigen Zahlen des Bundesamt für Sozialversicherung: Wird die Deckelung tatsächlich auf zwei volle Beiträge angehoben, kommt auf die erste Säule Mehrkosten von 2,4 Milliarden Franken zu.

Vertreter von CVP, SVP und EVP werben gemeinsam für die Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe. play
Vertreter von CVP, SVP und EVP werben gemeinsam für die Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe. KEYSTONE/LUKAS LEHMANN

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Verheiratete sollen nicht mehr Bundessteuern bezahlen als Paare, die im Konkubinat leben. Dieses Ziel verfolgt die CVP mit ihrer Initiative «Heiratsstrafe abschaffen!».

Aber nicht nur das: Das Begehren verlangt auch, dass Ehepaare bei der AHV-Rente gegenüber Unvermählten nicht mehr benachteiligt sind. Die Maximalrente für Einzelpersonen beträgt 28200 Franken, für Eheleute 42300 Franken – also nur 150 Prozent von zwei Einzelrenten.

Stimmt das Volk am 28. Februar mit Ja, muss das Parlament in einem Gesetz diesen Satz neu bestimmen. Mitinitiant und Christdemokraten-Präsident in spe Gerhard Pfister (53) sagt, es sei der CVP klar, dass die Ehepaar-Rente nicht von einem Tag auf den anderen auf 200 Prozent steigen könne. Aber die einzelnen Etappen müssten dahin führen, dass «keine Diskriminierung» mehr vorliege, so der Zuger Nationalrat.

Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat jetzt für SonntagsBlick berechnet, was das kostet. Klar ist: Es wird für die AHV teuer. Würde die Ehepaar-Rente nur schon auf 155 Prozent steigen, müsste das Sozialwerk 450 Millionen Franken mehr ausbezahlen. Und würde sie gar auf 200 Prozent angehoben, wären es fast 2,4 Milliarden. Grund sind die vielen AHV-Bezüger: Rund 16 0 000 verheiratete Rentner beziehen zurzeit eine Ehepaar-Rente.

Zusammen mit den erwarteten Ausfällen bei der Bundessteuer von einer Milliarde könnte die AHV also eine Milliarde Mindereinnahmen und 2,4 Milliarden Mehrausgaben haben.
Wie soll das finanziert werden? Darüber verliert die CVP kein Wort. Gespeist wird die AHV heute aus Lohnprozenten und staatlichen Beiträgen. Das bedeutet: Entweder müsste der Bund mehr aufwenden, die Abzüge auf den Salären würden erhöht – oder es würden die Renten gekürzt.

Zwischen 450 Mio und 2,4 Milliarden

Was sind die Folgen, wenn die Ehepaar-Rente steigt? Hier die Schätzungen des Bundesamts für Sozialversicherungen:

Ehepaar-Rente 155 %: 450 Mio. Fr

Ehepaar-Rente 160 %: 850 Mio. Fr

Ehepaar-Rente 170 %: 1500 Mio. Fr

Ehepaar-Rente 180 %: 1930 Mio. Fr

Ehepaar-Rente 190 %: 2190 Mio. Fr

Ehepaar-Rente 200 %: 2350 Mio. Fr

Zahlen: Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)

Publiziert am 14.02.2016 | Aktualisiert am 10.03.2016
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  • Thomas  Hager aus Luzern
    15.02.2016
    Liebe braucht keine Heirat die nur eine Legalisierung der Beziehung durch den Staat oder die Kirche ist. Vor nicht langer Zeit war das Konkubinat noch strafbar, deswegen wurden viele Paare gezwungen zu heiraten. Richtig teuer wird es erst bei der Scheidung daher bleiben Paare zusammen obwohl sie gar keine Beziehung mehr haben und schon gar keine Liebe.
  • Roger  Hofstetter 15.02.2016
    Warum nicht einfacher lösen? Einzelbesteuerung, egal ob verheiratet oder nicht. Rente bekommen nach erwirtschaftetem Einkommen, also auch Einzelbewertung.
    Und wer jetzt mit Mutter und Erziehung kommt, sorry, das zieht auch nicht mehr, wenn man sich die Akterstrukturen ansieht. Und die meisten Frauen arbeiten ja einen guten Teil ihres Lebens. Und die Witwenrente nicht vergessen.
    Dann gibts ja noch Kinderabzüge.
    Das wäre eine einfache, praktikable Lösung
  • Thomas   Meier aus Wettingen
    15.02.2016
    Diese Zahlen beweisen ja nur, in welchem Umfang die Ehepaare die letzten 30 Jahre verfassungswidrig beschissen und abgezockt wurden. Deshalb ein klares JA zur Initiative der CVP.
  • silvano  schmid aus chur
    15.02.2016
    Es gibt Leute in der Schweiz, wie z. B. Herr Bachmeier, welche nicht einmal bis zur Nasenspitze denken können....
    Zuerst die eigenen benachteiligten Senioren unterstützen und erst dann Entwicklungshilfe und Milliardenbeträge ans Ausland verschenken!!! Manche Senioren haben 45 Jahre und mehr gekrüppelt
    als die heutige unfähige selbst gierige Generation. Und dann gäbe es noch diverse Möglichkeiten, von ganz oben angefangen, dies Zusatzbelastungen zu kompensieren!
  • Hermann  Dornauer aus Bishkek
    15.02.2016
    Schon lustig, wenn es etwas kostet und den braven, steuerzahlenden, arbeitenden Teil der Bevölkerung zugute kommen würde dann wird es bekämpft, für die Sozialindustrie hingegen dürfen die Ausgaben nicht hoch genug sein. Wir haben Geld in Hülle und Fülle, ausser für den normalen Teil der Bevlkerung.