Leck-Verdacht bei der Finanzaufsicht Finma Hat ein Verräter Daten an die USA geliefert?

  • Publiziert: 03.06.2012
  • Von Marcel Odermatt

SVP-Nationalrat Alfred Heer will «glaubwürdige Hinweise» haben, dass bei der Finanzaufsicht ein Datendieb arbeitet.

In der Fragestunde am Montagnachmittag muss Eveline Widmer-Schlumpf (56) eine Frage mit brisantem Inhalt beantworten. Unter dem Titel «Maulwurf in der Finma?» will der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer (51) von der BDP-Finanzministerin wissen, ob «der Bundesrat Kenntnis davon hat, dass die hohe Möglichkeit besteht, dass vertrauliche Daten von der Finma direkt an die US-Behörden gelangen».

Das ist happig. Trifft der Vorwurf zu, hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht im Steuerstreit mit den USA die Gegenseite mit Informationen gefüttert, um die Schweizer Verhandlungsposition und die der beklagten Banken zu schwächen. Die Aufsicht über dieFinma hat das Departement von Widmer-Schlumpf.

Auf diese Spekulation angesprochen, sagt Heer: «Ich habe einen glaubwürdigen Hinweis erhalten, dass sensible Daten aus der Finmaan die amerikanischen Behörden gelangt sein könnten.» Er denkt, der Bundesrat wisse durch seine eigenen Kontakte zu Finma und US-Justizbehörden davon.

Nicht nur Heer erhebt schwere Anschuldigungen gegen die Finma. Im Hintergrund ist auch Valentin Landmann (51) aktiv, wie SonntagsBlick erfuhr. Der Zürcher Anwalt vertritt nach eigenen Angaben einen in den Steuerstreit involvierten Banker. «In seinem Auftrag kläre ich ab, ob gegen die Finma in diesem Fall strafrechtlich relevante Tatbestände vorliegen.»

Einen Verdacht hegt Landmann, der in der Affäre Hildebrand den Thurgauer Kantonsrat Hermann Lei vertritt, gegen ein Mitglied derFinma-Geschäftsleitung: Mark Branson (44). Vor dessen Engagement bei der staatlichen Aufsichtsbehörde war der Brite bei der UBS tätig. «Branson hat im Fall Wegelin mehr Steine in den Weg gelegt, als sich kooperativ zu zeigen», sagt Landmann.

Im Januar hatte Wegelin, die älteste Bank der Schweiz, ihre Aktivitäten in den USA eingestellt. Die St. Galler Privatbank war von den amerikanischen Steuerbehörden angeklagt worden, zwischen 2005 und 2010 1,2 Milliarden Dollar Schwarzgeld eingesammelt zu haben – davon etliche Millionen Dollar von früheren UBS-Kunden.

Das Schweiz-Geschäft von Wegelin hat inzwischen die Raiffeisen-Gruppe übernommen. Ein Deal, den die Finma bewilligte.

Deren Sprecher Tobias Lux wollte zu den Vorwürfen von Heer und Landmann nicht Stellung nehmen.

Beliebteste Kommentare

  • Pierre  Nussbaumer , Grolley
    WENN, dann Landesverrat auf höchster Ebene, Lebenslänglich.
    • 03.06.2012
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Alle Kommentare (23)

  • michael  przewrocki , basel
    Total naiv zu glauben der Verkauf der Satellitenstation ins Ausland hätte nicht Auswirkungen.
    • 04.06.2012
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  • harriet  bingham , St. Moritz
    So ein Verraeter muss unbedingt bestraft werden und eine Untersuchung muss her! Weil es macht schon einen Unterschied, ob einer Daten ueber die Weltwoche verbreitet, die wo ja kein Amerikaner liest, oder ob er direkt denen etwas liefert. Weltwoche-Infomanten welche das Bankgeheimnis ausplaudern gehoeren darum geschuetzt und die anderen nicht.
    • 04.06.2012
    • 1
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  • Stefan  Balz , Chur
    Der Fall verwundert mich gar nicht. Ist wohl alles nur eine Preisfrage....
    • 04.06.2012
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  • Frank  Marazzi , via Facebook
    Lustig dass alle schon vergessen wie viel die Deutschen gezahlt haben um an die Daten zu kommen.. Und am Ende ist es heutzutage doch auch einem Schweizer Mitarbeiter egal woher die Millionen kommen, so viel zum Verrat!
    • 03.06.2012
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    • uli  Pulfer
      Muss es denn ein Schweizer gewesen sein ?
      • 04.06.2012
      • als Kommentar auf Frank  Marazzi
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  • Karl  Liniger , Cham
    Wenn Valentin Landmann einen Verdacht hat, dann könnte schon etwas Wahres daran sein. Jedenfalls muss sofort Licht ins Dunkle der FINMA gebracht und entsprechend ausgemistet werden.
    • 03.06.2012
    • 2
    • 0
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