Golfball-Kämpferin aus Venezuela: Ehemalige Schweizer Botschafterin entlassen

CARACAS - Der Bund hat der ehemaligen Schweizer Botschafterin in Venezuela, Sabine Ulmann Shaban, gekündigt. Grund für die Entlassung seien «Verletzungen der Berufspflichten», sagte Aussenminister Didier Burkhalter am Dienstag.

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Der Vorsteher des Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte damit eine Meldung vom Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Nähere Angaben zu den Entlassungsgründen machte er nicht. Die Kündigung habe aber keinen Zusammenhang mit der Golfball-Affäre, die eine «kleine Sache» gewesen sei, sagte Burkhalter.

Die Botschafterin hatte im vergangenen Jahr vor ihrer offiziellen Residenz in Caracas ein Plakat aufgehängt. Darauf warnte sie die Golfspieler eines benachbarten Golfplatzes, sie würden die Wiener Konvention und Schweizer Hoheitsgebiet verletzten, wenn ein Ball jemanden verletzen oder gar töten sollte.

Laut RTS hat die Diplomatin die Kündigung angefochten und einen Anwalt genommen. In der Schweizer Botschaft in Venezuela herrscht seit einiger Zeit Unruhe, hatte sie doch in den letzten drei Jahren drei Abgänge zu verzeichnen. Ulmann Shaban, die ihrerseits bereits einen in die Schweiz zurückberufenen Diplomaten ersetzt hatte, wurde im vergangenen Jahr in die Schweiz zurückbeordert.

Ihrer Stelle übernahm Bénédict de Cerjat als Geschäftsträger, der wiederum anfangs Februar ebenfalls in die Schweiz zurückkehren musste: Venezuela hatte ihn zur «Persona non grata» erklärt, weil er auf seinem Konto des Kurznachrichtendiensts Twitter einen kritischen Artikel über die Regierung verbreitet hatte.

Die Vorfälle hatten den St. Galler SVP-Nationalrat Roland Büchel dazu bewogen, in der Fragestunde während der Session an den Bundesrat zu gelangen. Die Regierung antwortete, die EDA-Mitarbeiter seien frei darin, sich auf sozialen Netzwerken zu äussern. Sie müssten allerdings Stellungnahmen vermeiden, welche die Schweizer Politik und insbesondere die Aussenpolitik stören.

Die Ausweisung stiess beim EDA auf Kritik. Der Entscheid sei harsch und unverhältnismässig gewesen. (SDA)

Publiziert am 16.03.2016 | Aktualisiert am 16.03.2016
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5 Kommentare
  • Paul  Mauchle aus St.Gallen
    16.03.2016
    Es gibt noch mehr Botschafterinnen bzw. Botschafter die entlassen werden müssten. Sie hocken in ihren Residenzen, tun gar nichts und wenn man sie einmal braucht dann sind sie unabkömmlich. Die Arbeit wird vom Fussvolk sprich Botschaftspersonal gemacht.
  • Krebs  Rolf aus Zollikofen
    16.03.2016
    Das EDA, ein Haufen elitärer mit Goldlöffel im Mund Geborener und auf Staatskosten unterhaltener Zirkus...
    • Michael  Tomov aus Koror
      16.03.2016
      Das ist so, und wer es nicht ist, der wird so gemacht. Dann kommen noch Quoten hinzu. Ist man dann Frau und hat sich Shaban zugelegt, dann hat man Exotenstatus und wird Botschafterin, auch wenn man nicht viel taugt.
  • Urs  Hagen 16.03.2016
    Gekröse, man kann nur hoffen nie eine Vertretung zu brauchen, ich glaube alles was man hier überhaupt nicht brauchen kann schickt man in irgend eine Niederlassung unseres Staates. Je schlimmer der Staat desto schlimmer die Diplomaten. Man stelle sich vor wieviele in den unzähligen Staaten am Tropf der Schweiz hängen. Wobei sie natürlich Recht hat, wenn die dauern daneben schiessen kann das schon ärgerlich werden. Aber dieses Plakat war nicht vom Bauamt abgesegnet und das geht natürlich nicht.
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    16.03.2016
    Die Auswahl an Diplomaten in der Schweiz wirft ein grelles Licht auf den Departementsvorsteher, Vorgänger eingeschlossen.