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Kuchen gegen Taschendiebe: Abstimmungsplakate der Befürworter (o.) und der Gegner (l.). (ZVG)
Beim Streit um den Rentenumwandlungssatz geht es darum, ob die Pensionskassen auch allen künftigen Rentnern 6800 Franken Rente pro 100 000 Franken Sparkapital zahlen können. Bundesrat und bürgerliche Parteien bezweifeln es. Sie schlagen eine schrittweise Senkung auf 6400 Franken vor.
Begründet wird dies mit der gestiegenen Lebenserwartung der Rentner, vor allem aber mit den gesunkenen Renditeerwartungen. Das Abstimmungsbüchlein dokumentiert diese mit einer Grafik zur Entwicklung der siebenjährigen Bundesobligationen. Deren Rendite sank in den letzten 20 Jahren von über sechs auf heute unter zwei Prozent.
Für die Gewerkschaft Unia, welche die Senkung des Umwandlungssatzes unter dem Stichwort Rentenklau bekämpft, ist dies irreführend. «Damit verkauft der Bundesrat die Stimmbürger für dumm», so Unia-Sprecher Nico Lutz.
Die Kassen sollten laut Lutz ihre Gelder auch in Immobilien und Anlagen anlegen. Mit solchen gemischten Anlagen seien höhere Renditen möglich. Das zeige etwa der Pensionskassenindex der Bank Pictet, der seit 1985 eine durchschnittliche Rendite von über sechs Prozent ausweise.
Das Problem hier ist allerdings, dass auch die Rendite des Pictet-Index sinkt. In den vergangenen zehn Jahren lag diese, je nach Aktienanteil, im Schnitt nur noch zwischen 0,7 und 2,9 Prozent. Bei einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent benötigen die Pensionskassen gemäss Bundesrat jedoch eine Rendite von 4,9 Prozent. Bei einem gesenkten Umwandlungssatz bräuchte es immer noch 4,3 Prozent. Laut Lutz rechnet der Bundesrat hier aber mit einer zu starken Zunahme der Lebenserwartung in der Zukunft.
«Tatsache ist, dass im Pensionskassengeschäft die Hälfte der Lebensversicherungen sogar im Krisenjahr 2008 Gewinne erzielt hat», sagt Lutz. Dies beweise, dass der geltende Umwandlungssatz nicht zu hoch sei. Ein tieferer würde dazu führen, dass die Lebensversicherer und ihre Sammelstiftungen im Geschäft mit der zweiten Säule noch höhere Renditen erzielen könnten.