Gesuche bewilligt Schweiz nimmt so viele Asylbewerber auf wie noch nie

Fast jedes vierte Asylgesuch wird vom Bund  gutgeheissen. Bis Ende Jahr werden rund 6000 Flüchtlinge eine Aufenthaltsbewilligung bekommen.

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Sie kommen aus Eritrea, Syrien oder Sri Lanka, sind geflohen vor Krieg, Verfolgung und der Armut in ihrer Heimat. Noch nie hatten die Flüchtlinge so gute Chancen, in der Schweiz dauerhaft Asyl zu erhalten wie jetzt.

Fast jedes vierte Asylgesuch wurde seit Anfang des Jahres von den Migrationsbehörden gutgeheissen. In Zahlen: Knapp 4000 Flüchtlinge bekamen eine B-Bewilligung, die ihnen erlaubt, sich in der Schweiz niederzulassen und hier zu arbeiten. Die Anerkennungsquote liegt in diesem Jahr bei über 24 Prozent. Bis Ende 2014 dürfte die Schweiz rund 6000 Personen Asyl gewährt haben. Ein absoluter Rekord.

Zum Vergleich: 2013 bekamen 3167 Flüchtlinge eine B-Bewilligung, die Anerkennungsquote lag bei 15,4 Prozent. Noch weniger Menschen erhielten 2012 Asyl: Damals wurden 2507 Gesuche gutgeheissen, die Anerkennungsquote lag bei 11,7 Prozent. Ein Blick in die Statistik zeigt weiter: Seit zehn Jahren hat die Schweiz nicht mehr so vielen Menschen Asyl gewährt wie in diesem Jahr.

Das Bundesamt für Migration (BFM) nennt zwei Gründe für die Bewilligungswelle. Zum einen kämen viele Flüchtlinge in die Schweiz, deren Chancen auf Anerkennung sehr hoch seien. Betroffen davon sind vor allem Eritreer. Sie dürfen ihre Heimat nicht legal verlassen, bei der Rückkehr droht ihnen Verfolgung. Deshalb dürfen praktisch alle Asylsuchenden aus Eritrea dauerhaft in der Schweiz bleiben. 87 Prozent von ihnen landen in der Sozialhilfe (SonntagsBlick berichtete).

Migrationsexperten sprechen von einem Pull-Effekt: Weil viele Eritreer hier leben, wird die Schweiz bei den Daheimgebliebenen zur bevorzugten Asyldestination.

Zum anderen muss das Bundesamt für Migration vorwärtsmachen bei der Bearbeitung der Gesuche. «Wir haben den Auftrag bekommen, Pendenzen abzubauen», sagt BFM-Sprecher Martin Reichlin. Komplexere Fälle seien liegen geblieben. Diesen hätten sich die Migrationsämter jetzt angenommen. Martin Reichlin: «Die Menschen befanden sich bereits im Asylprozess, sie haben jetzt einfach eine Bewilligung bekommen.»

Das Vorgehen des Migrationsamts stösst auf bürgerlicher Seite auf Kritik. Bei der Masseneinwanderungs-Initiative und der Asylgesetzrevision hätten sich die Schweizer ganz klar für eine restriktivere Politik ausgesprochen, sagt etwa der St. Galler SVP-Nationalrat Thomas Müller (61). Das BFM sabotiere den Volkswillen: «Viele vorläufig Aufgenommene bekommen eine B-Bewilligung, ohne jemals ein richtiges Asylverfahren durchlaufen zu haben», sagt Müller.

Wer einmal eine B-Bewilligung erhalten habe, bleibe meist auch in der Schweiz. Müller: «Hier läuft etwas falsch!»

Publiziert am 28.09.2014 | Aktualisiert am 28.09.2014
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  • Bianca  Schwarz 28.09.2014
    Asyl geben wäre ja noch ok, wenn dann auch diese Leute nach der Gefahr wieder verschwinden DUERFEN! Aber es bleiben ja fast alle hier, weil es ihnen nämlich noch nirgends und noch nie im Leben besser ging. Für eine geraume Zeit bin ich absolut dafür, den ärmsten Leuten mit meinem Steuergeld beizustehen, aber da fängts schon an. Lieber möchte ich, dass mal alle armen Schweizer gut versorgt sind. Ich lass doch auch nicht meine Kinder verhungern und helfe mit all meinen Mitteln meinen Nachbarn!
  • Mari  Larsa aus Neu-Babylonien
    28.09.2014
    Mit unseren glorreichen sieben wundert mich absolut nichts mehr. 87 Prozent der Flüchtlinge landen sowieso in der Sozialhilfe da im Gegensatz zur Privatwirtschaft derartige administrative Bequemlichkeitsfehler vom Arbeitgeber nicht in Abzug gebracht werden. Dagegen viel interessanter wäre zu wissen, wieviele Grenzgänger in der schweizer Sozialindustrie inkl. Sozialarbeiter, Mediziner, politisch indoktrinierte IV-Kommissions-Soldaten usw. tätig sind?
  • Max  Caduff 28.09.2014
    Die finanzielle Bombe ist erst sanft am Ticken und wird munter von den Gemeinden zum Kanton und zum Bund hin und her gereicht. Hat sich jemand schon überlegt, wer das einmal alles bezahlen wird, wenn alle diejenigen, die all die Jahre wenig bis nichts zum Gemeinwesen beigetragen haben und sich haben unterhalten lassen, im Altersheim oder noch besser im Pflegeheim sein werden? Dann gute Nacht!
  • Ronny  Egger 28.09.2014
    Komplexere Fälle seien liegen geblieben. Diesen hätten sich die Migrationsämter jetzt angenommen. «Die Menschen befanden sich bereits im Asylprozess, sie haben jetzt EINFACH EINE BEWILLIGUNG bekommen.» Das heisst also, wenn ein Asyldossier etwas mehr Arbeit gibt, so erteilt man einfachhalber die entsprechende Bewilligung. Unglaublich, eine solche Aussage.
  • Salomon  Rittergold aus Lausanne
    28.09.2014
    Wenn sich diese ganzen Einbürgerungen bis zur nächsten Generation eingschliffen haben, wird die Schweiz internationaler, mehrsprachiger, bunter, offener, toleranter, kinderreicher, fussballstärker und auch im Langstreckenlauf besser.