Gestern links, heute rechts: Luigi Pordenon (49) wechselt zur SVP Genosse schlägt sich auf die andere Seite

GERLAFINGEN SO - Luigi Pordenon politisierte in seiner Gemeinde acht Jahre lang für die SP. Jetzt hat er genug von der Linken. Der Solothurner Genosse macht rechtsumkehrt.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ada Marra (SP) bleibt auf «Burka-Finderlohn» sitzen «Die dritte...
2 Senioren-Autofahrer sollen später zur Pflicht-Kontrolle Hausärzte für...
3 Armee-Chef Philippe Rebord (59) im Gespräch «Meinen Leuten muss ich...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
30 Kommentare
Fehler
Melden

Luigi Pordenon (49) verstellt sich nicht. Er posiert mit dem Golfschläger vor der Kamera, schwärmt von der Guggenmusik und schimpft über die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative. Schnell wird klar: In seiner Brust schlägt ein bürgerliches Herz.

«Bei den Linken war ich das schwarze Schaf»

Der Versicherungsberater amtete dennoch acht Jahre für die SP in Gerlafingen SO als Ersatz-Gemeinderat und war Mitglied der Baukommission – bis heute. Jetzt konvertiert er zur SVP. Über den extremen Wechsel muss er selber schmunzeln. «Bei den Linken war ich das schwarze Schaf», sagt er zu BLICK. «Anfangs lief alles bestens.» Aber: «In den letzten Jahren identifizierte ich mich nicht mehr mit der Politik der SP.» Der Solothurner fühlt sich als Vertreter der einfachen Büezer. Und für ihn ist klar: «Die SP politisiert am Volk vorbei. Die SVP ist die neue Arbeiterpartei.»

Seine Position untermauert er mit der Atomausstiegs-Initiative, die im November abgelehnt wurde. Damals fasste die SP die Ja-Parole. Gegen Pordenons Überzeugung. Denn: Viele aus der Region arbeiten beim Stahlwerk Von Roll. «Da darf man doch keine Stellen gefährden, indem man die Strompreise noch weiter erhöht», sagt er. Der Ex-Genosse gibt auch zu, dass er 2014 für die Masseneinwanderungs-Initiative war. «Damals hängte ich das natürlich nicht an die grosse Glocke», sagt er. Verheimlicht habe er seine Meinung aber nie.

Jetzt kandidiert er für die Volkspartei

Darum kandidiert Pordenon im Mai wieder als Gemeinderat – neu aber für die SVP. Er ist zuversichtlich: «Klar, ich rechne mir gute Chancen aus.» Der Politiker verfolgt grosse Ziele: «Später kann ich mir auch einen Sitz im Kantonsparlament vorstellen.» 

Die SP war überrascht, als Pordenon seinen Wechsel bekannt gab. «Wir gingen aber ohne Streit auseinander», sagt der Solothurner. Und: «Wir grüssen uns noch.» Umso grösser ist dagegen die Freude bei seinen neuen Parteikollegen: «Wir waren extrem überrascht», sagt Thomas Wenger, Präsident der SVP Gerlafingen, «empfangen Herrn Pordenon aber gerne und mit Applaus.»

Publiziert am 23.12.2016 | Aktualisiert am 24.12.2016
teilen
teilen
0 shares
30 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

30 Kommentare
  • Othmar   Huber 25.12.2016
    Einer der es begriffen hat! Es ist zu hoffen, dass diese Erleuchtung noch einigen anderen noch klar denkenden Politikern einfährt. Dass sie dann noch den Mut haben, diese "Fehlentwicklung" die zur Zerstörung unserer Werte bis zur Missachtung der Verfassung mit einem Parteiwechsel zu beantworten, ist eine Hoffnung für uns Bürger.
  • Lorenzo  Ciliberto aus Zürich
    25.12.2016
    Was stimmt denn mit dem nicht? Na ja, für einen Job in der Exekutive wird er ja wohl nicht kandidieren.
  • Patrick  Gerber , via Facebook 24.12.2016
    Eine klassische Windfahne, hätte eigentlich besser zur CVP gepasst. Aber klar, dem gehts wohl vor allem darum, sich seine Jöblis zu sichern und dafür sieht er aktuell bei der SVP die besseren Chancen. Glaubt doch kein Mensch, dass einer acht Jahre braucht um zu merken, dass er in der falschen Partei ist..
    • Hans  Rüegg 24.12.2016
      „Es ist nie zu spät zur Umkehr, nie!“

      Die Worte von Papst Franziskus beim Angelusgebet von Sonntag, dem 28. Februar 2016
    • Patrick  Gerber , via Facebook 24.12.2016
      @Hans Rüegg

      Hab es nicht so mit Religion, denke lieber selbstständig. Deshalb verwende ich lieber ein Sprichwort: Wer als Büezer SVP statt SP wählt, kommt vom Regen in die Traufe. Am besten wäre ja die Piratenpartei, aber die sind ja leider chancenlos.

      Wünsche euch allen dennoch schöne Weihnachten
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    24.12.2016
    Was sich die SVP nicht alles so zusammen sammelt, ob links, ob rechts, spielt keine Rolle. Passt aber genau ins Schema der Wendehalspartei !
  • Reto  Wenger , via Facebook 24.12.2016
    Gratuliere! Ich bin sicher, es gäbe noch sehr viele, die genau gleich denken. Nur feht ihnen der Mut zu diesem Schritt.