Geheimer Einsatz des AAD10 Was machen Schweizer Elite-Soldaten in Mali?

BERN - Von Januar bis letzte Woche waren offenbar Schweizer Elite-Soldaten im Einsatz in Mali. «Das Parlament wurde nicht informiert über diesen Einsatz», sagt SVP-Nationalrat Lukas Reimann und will nun Antworten.

Künftig auch in Libyen im Einsatz: Soldaten der Elite-Einheit AAD 10 (Archiv) play
Soldaten der Elite-Einheit AAD 10 bei einer Übung in der Schweiz (Archiv). sda

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Zum Sessionsbeginn gestern Montag reichte Nationalrat Lukas Reimann (SVP/SG) eine Dringliche Anfrage ein. Wie Reimann sagt, weiss er aus sicherer Quelle, dass die Elitetruppe AAD10 (Armee-Aufklärungsdetachement 10)  der Schweizer Armee in einem heimlichen Einsatz in Mali war.

Lukas Reimann sagt zu Blick.ch: «Alle Einsätze im Ausland, die länger dauern als drei Wochen, brauchen das Einverständnis des Parlaments. Oder das Parlament müsste im Minimum darüber informiert werden.» Das sei nicht geschehen.

Die Elite-Einheit wäre aber laut Reimann zwei Monate in Mali gewesen. Darum reichte er zum Sessionsbeginn eine Dringliche Anfrage mit rund 10 Fragen rund um einen möglichen Einsatz.

Braucht ein Geheimeinsatz keine Bewilligung?

Unter anderem will der Parlamentarier wissen, ob die Spezialeinheit mit kriegsführenden Nato-Staaten zusammenarbeitete und wie der Bundesrat den Einsatz bewaffneter Soldaten in einem aktiven Kriegsgebiet beurteile.

Beim Verteidigungsdepartement (VBS) will man vom Mali-Einsatz nichts wissen. Sonja Margelist, VBS-Sprecherin beantwortet die Anfrage von Blick.ch schriftlich: «Es waren keine Schweizer Soldaten in Mali.» Es habe keinen Grund für einen Einsatz gegeben.

Lukas Reimanns Quelle versichert auf Rückfrage nochmal, dass die Elite-Einheit AAD10 in Mali war. Die Dringliche Anfrage bleibt. «Ich stelle einfach Fragen», sagt Reimann.

Die Dringliche Anfrage muss nun durch den Bundesrat beantwortet werden. Ob dann die Wahrheit ans Licht kommt, ist offen. 

Verletzter Elite-Soldat im Irak

Denn 2003 wurde bei einem Auslandeinsatz der Elite-Einheit ein Soldat während eines Schusswechsels verletzt und anschliessend in einem Schweizer Spital behandelt. Der Zwischenfall wurde nicht offiziell bestätigt – aber vom damaligen Verteidgungsminister Samuel Schmid auch nie ausdrücklich dementiert. 

Über das AAD10 weiss man wenig. Öffentlich bekannt ist nur, dass der Bestand 2007 auf 40 Leute plafoniert wurde. Und die Spezialeinheit plante ab Ende 2008 die Flucht der beiden Schweizer Geiseln in Libyen.

Publiziert am 05.03.2013 | Aktualisiert am 05.03.2013
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38 Kommentare
  • Klaus  Klein 06.03.2013
    Zuerst ein Militärabkommen und Austausch von Informationen mit Israel und nun das. Langsam frage ich mich, was ist los mit unserem Land, von wem werden wir sonst noch regiert?
  • Peter  Jodel 06.03.2013
    Ich stelle auch Fragen,bzw. in diesem Zusammenhang nur eine.
    Wenn Herr Reimann glaubt,solch brisante Informationen aus einer "sicheren Quelle" zu besitzen, weshalb geht er damit zuerst zu den Medien und erst danach zum Bundesrat?
    Komisch,komisch...aber das riecht nach Nebelpetarde aus Publicity-Geilheit.
  • Fritz  Frigorr , via Facebook 05.03.2013
    tja, die neutrale schweiz, hält sich schön brav überall heraus.
    verkauft waffen an jeden, der sie will - und die armee ist auch
    nicht nur im eigenen land aktiv.
    heuchelei in höchstform.
  • rolf  sulzer 05.03.2013
    jetzt ist auch klar, weshalb die schweizer armee neue kampf-jets braucht, wir sind offenbar im "kriegszustand" mit den terroristen in mali.
  • Hansruedi  Bach aus Andelfingen
    05.03.2013
    Also was Ihr Elite nennt, das nenn ich den Kasperli!
    Geht mal in die Fremdenlegion, dann reden wir von ELITE.
    Werder bei der Polizei noch bei der Arme gibt es "Elite" Soldaten.
    Wer weis, welch kanll ein Geschoss das am Kopf vorbeizieht verursacht, weiss was es heisst bereit sein zu sterben!
    Der Rest interessiert mich überhaupt nicht, denn wer eine Waffe in der Hand hält wird durch diese oder eine andere Waffe sterben, früher oder Später!