Hans-Rudolf Merz Gaddafis «dritte Geisel»

  • Publiziert: 26.08.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

BERN – Nervenkrieg! Seit gestern steht der Bundesratsjet auf einem Militärflugplatz bei Tripolis. Doch ob die Geiseln heute zurückkehren, ist ungewiss. Ungemütlich auch für Bundespräsident Merz.

Seit 400 Tagen warten zwei Schweizer in Libyen auf die Reise in die Heimat. Nun steht die Heimreise kurz bevor. Heisst es. Doch ob die beiden Geiseln wirklich heute nach Hause kommen, ist nach wie vor offen.

Im Departement Merz herrscht das grosse Schweigen. Informiert wird erst, «sobald die beiden Schweizer in der Luft sind», sagte gestern ein Sprecher des Eidgenössische Finanzdepartements (EFD) gegenüber Blick.ch. Ob das heute der Fall ist? Allein Hans-Rudolf Merz könnte es wissen. Wenn überhaupt.

Denn auch für den Bundespräsidenten wird der Libyen-Deal zur Geduldsprobe. Er ist quasi Gaddafis dritte Schweizer Geisel.

Seit er sich letzten Donnerstag in einer Einzelaktion bei Libyen für die Verhaftung von Hannibal Gaddafi im Juli 2008 in Genf entschuldigte, wächst der Druck auf ihn weiter.

Heute wirds für Merz ungemütlich. Ausser er kann rechtzeitig die Freilassung der Schweizer Geiseln vermelden. Denn sein Sololauf nach Tripolis wird an der wöchentlichen Bundesratssitzung thematisiert. Die Diskussionen dürften lebhaft werden, da Mitglieder der Regierung, darunter Eveline Widmer-Schlumpf, Micheline Calmy-Rey, Doris Leuthard Vorbehalte gegenüber dem Libyen-Besuch des Bundespräsidenten geäussert hatten. (SDA/zum)