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Leer, aber nicht ganz: Mit dem mitten in der Nacht in Dübendorf ZH gelandeten Bundesrats-Jet Falcon 50 (Blick.ch berichtete) erreichten zwar nicht die in Libyen festgehaltenen Geiseln die Schweiz, immerhin reiste aber das Gepäck der beiden Geschäftsleute schon einmal zurück in die Heimat.
Das sagte Bundespräsident Hans-Rudolf Merz am Freitag am Rande der von-Wattenwyl-Gespräche gegenüber dem Schweizer Fernsehen (SF) und dem Privatsender TeleZüri.
Nicht Geiseln, sondern «Geschäftsleute»
In einem Communiqué des Finanzdepartementes folgt die Erklärung für den grotesken Leerflug: «Libyen besteht darauf, dass die beiden Schweizer das Land als Geschäftsleute verlassen. Die Schweiz erfüllte diese Bedingung, indem umgehend die Rückkehr der Falcon angeordnet wurde.»
Was heisst das? Den Triumph, die Geiseln im «grossen Bundesratsjet» in die Heimat zurückzubringen, wollte Gaddafi dem Bundespräsidenten Merz offenbar nicht gönnen. Stattdessen musste die stolze «Falcon 50» der Luftwaffe als einfacher Gepäcktransporter herhalten.
Finanzdepartement informierte falsch
Von wegen «der Jet wird anderweitig benötigt», wie es heute morgen noch im EFD hiess! Gaddafi hat ihn ganz einfach weggeschickt. Immerhin: Mit der Rückkehr der Falcon ist die Chance gestiegen, dass die Geiseln zurückreisen dürfen. Laut Bundesrat Merz kann damit gerechnet werden, dass sie im Rahmen des Abkommens bis Ende August aus Libyen ausreisen dürfen.
Gemäss früheren Angaben fehlt den beiden Schweizern für die Ausreise nur noch die Zustimmung der libyschen Justizbehörden. Pässe und Visa haben sie schon erhalten. Da heute Freitag die Beamten in Tripolis kaum arbeiten, wird wohl frühestens am Montag mit einer Ausreise zu rechnen sein.
Rückflug mit Umsteigen
Für die Geiseln heisst dann also bald: Ticket kaufen am Flughafen, dann Heimreise mit dem Umweg über irgendeinen Flughafen in Europa. Den direkten Flug in die Schweiz bietet die Swiss nämlich seit Beginn der Libyen-Affäre nicht mehr an. (SDA/bih)