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Jacqueline Fehr ist keine Nette. Keine Wohlfühlpolitikerin. Sie ist ehrgeizig, direkt, hat Willen zur Macht und will sich durchsetzen.
Ein Gewinn für jede Partei. Sollte man meinen.
Und trotzdem reichen Ehrgeiz, Direktheit, Willen zur Macht, um nicht gewählt zu werden. Wenn man eine Frau ist.
Denn die Eigenschaften, die einen Mann zu einer dynamischen Führungskraft machen, machen eine Frau offenbar nur eins: unbeliebt.
Das ist jämmerlich und rückständig. Und umso schlimmer, weil die Partei, die sich so jämmerlich und rückständig verhält, sonst gern für die Gleichstellung der Frau einsteht.
Ausgerechnet die SP will keine starke Frau an der Fraktionsspitze. Wie blamabel.
Eine Zicke sei Jacqueline Fehr, schroff, unbequem. Sagen SP-Politiker. Aber nur anonym. Wahrscheinlich fürchten sie sich nicht nur vor Fehr als Fraktionschefin – sondern auch davor, ihr die Meinung ins Gesicht zu sagen.
Einen Denkzettel wollte man der unbeliebten Winterthurerin verpassen. Wählte lieber den Schwyzer Andy Tschümperlin. Und bestrafte sich als Partei auch gleich selbst. Denn die unbequeme Fehr geniesst Respekt bei den anderen Parteien. Verhilft immer wieder SP-Anliegen zum Durchbruch.
Jacqueline Fehr bleibt Vizepräsidentin der SP. Aber das reicht nicht. Auch Frauen haben es irgendwann satt, immer an zweiter Stelle zu kommen.
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