BLICK-Kommentar: Eigene Partei demütigt Jacqueline Fehr Für böse Mädchen die zweite Geige

  • Publiziert: 20.02.2012
  • Von Andrea Bleicher

Jacqueline Fehr ist keine Nette. Keine Wohlfühlpolitikerin. Sie ist ehrgeizig, direkt, hat Willen zur Macht und will sich durchsetzen.

Ein Gewinn für jede Partei. Sollte man meinen.

Und trotzdem reichen Ehrgeiz, Direktheit, Willen zur Macht, um nicht gewählt zu werden. Wenn man eine Frau ist.

Denn die Eigenschaften, die einen Mann zu einer dynamischen Führungskraft machen, machen eine Frau offenbar nur eins: unbeliebt.

Das ist jämmerlich und rückständig. Und umso schlimmer, weil die Partei, die sich so jämmerlich und rückständig verhält, sonst gern für die Gleichstellung der Frau einsteht.

Ausgerechnet die SP will keine starke Frau an der Fraktionsspitze. Wie blamabel.

Eine Zicke sei Jacqueline Fehr, schroff, unbequem. Sagen SP-Politiker. Aber nur anonym. Wahrscheinlich fürchten sie sich nicht nur vor Fehr als Fraktionschefin – sondern auch davor, ihr die Meinung ins Gesicht zu sagen.

Einen Denkzettel wollte man der unbeliebten Winterthurerin verpassen. Wählte lieber den Schwyzer Andy Tschümperlin. Und bestrafte sich als Partei auch gleich selbst. Denn die unbequeme Fehr geniesst Respekt bei den anderen Parteien. Verhilft immer wieder SP-Anliegen zum Durchbruch.

Jacqueline Fehr bleibt Vizepräsidentin der SP. Aber das reicht nicht. Auch Frauen haben es irgendwann satt, immer an zweiter Stelle zu kommen.

Kommentare (15)

  • Jürg  Stahel , Nürensdorf
    Aber die Nichtwahl von Frau Fehr wurde akzeptiert. Bei der SVP wäre wohl die Wahl wiederholt worden, bis das gewünschte Resultat erzielt worden wäre.
    • 21.02.2012
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  • Hans  Wittwer
    Liebe Frau Fehr, nehmen Sie es doch sportlich! Bei einer Wahl gibt
    es halt auch Verlierer. Sie sollten darin ja Uebung haben.
    • 20.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Werner  Fuchs , Hünenberg
    Das ist doch Quatsch, die Niederlage von Jacqueline Fehr auf die Geschlechterfrage zu reduzieren. Überehrgeizig ist eben etwas anderes als ehrgeizig. Und Grosseltern per Gesetz in einen Kurs für Kinderbetreuung zu schicken, ist nicht links, sondern dumm.
    • 20.02.2012
    • 4 Gefällt mir
  • rene  spring , Villigen
    Was heisst das eigentlich, "Gleichstellung von Mann und Frau"? Etwa das, dass mann immer eine Frau wählen muss? Oder etwa, dass es immer ein sozialistischer Hardliner/in sein muss? Es darf meines Erachtens auch mal ein linkes "Weichei" gewählt werden.
    • 20.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Reto  Wenger , Bern
    Dauernd das Maul über die SVP zerreissen, aber selber kein Haar besser. Putzt doch mal vor der eigenen Haustür!
    • 20.02.2012
    • 4 Gefällt mir
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