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Sorgte für Lacher und Kopfschütteln im Nationalrat: Oskar Freysinger. (SVP)
Heute Morgen während der Wolfsdebatte im Nationalrat: SVP-Mann Oskar Freysinger tritt aufs Podest vor seine Politiker-Kollegen – und hält eine feurige Rede gegen den Wolf. Als Highlight gibt er ein selbstgeschriebenes Gedicht zum Besten:
Man schob vom Green den Wolf,
er spielte sehr schlecht Golf,
drum riss er bald, zur Strafe,
im ganzen Lande Schafe.
Man sagte ihm: «Was soll denn das,
lass doch das Fleisch und rupfe Gras!»
So kamen Mensch und Wolf sich näher,
denn dieser wurde Rasenmäher.
Er muss jetzt nicht mehr darben
und reisst verzückt ... Schafgarben.
Und die Moral dieser Geschichte:
Der Vegetarier, merkt euch das,
lebt weiter und beisst doch ins Gras.
Das Gedicht kam an. «Politiker von links bis rechts haben mir anschliessend gratuliert» sagt Freysinger gegenüber Blick.ch. Als Begründung für seinen poetischen Ausflug fügt er an: «Poesie und Humor sollen die verkrampften Kinnladen lockern und es jedem erlauben, in Sachen Isegrim die richtige Lösung zu finden, damit aus unserem Bundesrat nicht auch noch die sieben Geisslein werden.»
Vegetarier beleidigt
Neben dem Applaus für sein Gedicht sorgt der SVP-Hardliner in einer ohnehin hitzig geführten Diskussion für viel Kopfschütteln. Denn in seiner Rede holt der SVP-Nationalrat zum verbalen Rundumschlag gegen Vegetarier aus.
Nicht ohne ironischen Untertion bemerkt Freysinger: «So distanzieren sich denn die Vegetarier aus der Grossstadt neustens von ihren Grünzeug fressenden Vettern der blökenden Riege und singen ein Hohelied auf den Fleischwolf. Diese erstaunliche Tierromantik kostet den Steuerzahler zwar Millionenbeträge zum Schutz der 250000 gesömmerten Schafe, aber was macht man doch nicht alles, um Graser aus dem Hochgebirge auszuweisen. Schafe raus! Platz dem Wolf! (...) Er soll sich ja tummeln können, der Wolf, zwischen Mülltonnen und Schrebergärten, und soll sich von zukünftigen Vorstadtheidis kraulen lassen. Ich muss schon sagen: Eine Vision von betörender Logik.»
Wie sich doch die Zeiten ändern wündern, gibt er sich erstaunt. «Im 19. Jahrhundert wurde im Zuge der Romantik der freie Bergmensch gepriesen. Hirten und Sennen, nahe am Busen der wilden Bergwelt lebende Menschen, wurden idealisiert und beneidet. Und wie ist es heute?», fragt Freysinger in die Runde. Und die Antwort gibt er gleich selbst: «Heute wird der Bergbauer als Schmarotzer dargestellt, ja, schlimmer noch, als Gefahr für die heile Bergwelt. Seine Kühe produzieren durch ihre Blähungen Treibgas und seine Schafe Modelle für SVP-Plakate.»
Schutz aufgehoben
Freysinger sorgte mit seinen Gedichten schon oft für Aufsehen. Auf der Homepage der Walliser SVP sind einige Müsterchen der Öffentlichkeit zugänglich.
Ob es sich dabei um Kunst handelt, liegt im Auge des Betrachters. Fest steht, dass der Nationalrat dem Anliegen der Wolfs-Gegner gefolgt ist, dessen Schutz aufzuheben.
«Ich bin sehr zufrieden mit dem Entscheid des Nationalrats», sagt der SVPler. «Ich habe hart gearbeitet und für das Anliegen der Bergregionen geweibelt.»