BERN - 30 Jahre lang mischte Jo Lang den Kanton Zug auf. Jetzt will der ehemalige grüne Nationalrat und Armeeabschaffer Bern unsicher machen.
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(sda)
Auf den Tag genau vor 30 Jahren begann seine politische Karriere im Kanton Zug. Und heute früh, um 8.20 Uhr, endete sie. «Ich habe ganz bewusst die Abmeldung auf den 30. Jahrestag meiner Wahl ins Zuger Stadtparlament gesetzt», sagt Jo Lang. «Und heute Nachmittag melde ich mich in Bern an.»
Schon seit den Herbstferien lebt der 58-Jährige in Bern bei seiner Frau. Die beiden lernten sich vor 18 Jahren kennen, «der Umzug war darum schon lange geplant». Denn seine Frau hatte damals zwei kleine Kinder, ein Wegzug kam für die Verwaltungsangestellte nicht in Frage.
Das ist die Hölle, und das ist gut so
Für Lang hingegen, der seit 1982 an der Baugewerblichen Berufsschule in Zürich lehrt, war der weitere Pendelweg kein Hindernis. Doch 2003 wählten die Zuger den Grünen-Politiker in den Nationalrat – ein Wegzug war kein Thema mehr. Bis zur überraschenden Abwahl im letzten Jahr.
Und nun kommt er also doch nach Bern. Vom Steuerparadies in die Steuerhölle. Lang macht das nichts. «Denn ich habe gesehen, was der Steuerwettbewerb auslöst. Die hohen Mieten vertreiben die Normalverdiener über die Kantonsgrenzen, viele ziehen aus Zug in die Kantone Luzern, Aargau oder Zürich und pendeln dann täglich zurück.»
«Ich mache Politik, bis ich im Sarg liege»
Er freue sich sehr auf Bern. «Ich schätze die urbane, offene Mentalität, die sich mit diesem ländlichen Stallgeruch mischt. Das gefällt mir als Bauernsohn natürlich.»
«Der Bund» machte Langs Umzugspläne heute publik, am Morgen vermeldete die Grüne Partei den Kantonswechsel. Und danach? «Ich trete dem Grünen Bündnis der Stadt Bern bei und werde mich auch bei der regionalen GsoA engagieren», sagt Lang etwas wage. Schiebt dann aber leidenschaftlich nach: «Ich mache Politik seit ich 16 bin und werde das tun, bis ich im Sarg liege.»
Denn mit dem Engagement von Franziska Teuscher in der Stadtberner Politik kommt den Berner Grünen einen neuer, reifer Kopf gerade recht.
Ob bewusst oder nicht: Jo Lang übt schon. Am letzten Freitag stand er in der «Arena» hinter dem Berner Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher. Und trat dort gegen Zug an.
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