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Über die Hälfte der Stimmbürgerinnen von links bis rechts hätten sich für das Minarett-Verbot ausgesprochen, analysiert sagte der Zürcher Politologe Michael Hermann. Ein wichtiger Grund seien feministische Argumente gewesen.
«Ich kann mir vorstellen, dass Frauen, die den Islam mit Kopftüchern, der Scharia und der allgemeinen Unterdrückung der Frauen in Verbindung bringen, für ein Minarett-Verbot gestimmt haben», sagt Hermann.
Dabei habe es offenbar keine Rolle gespielt, dass diese Themen von klar rechts stehenden Politikern ins Spiel gebracht wurden, denen Frauenthemen sonst nicht am Herzen liegen.
Das sieht die Politologin Regula Stämpfli auch so. Sie sei überzeugt, dass viele Frauen, auch von links und mit feministischer Gesinnung, mit ihrer Ja-Stimme ein Zeichen setzen wollten. So habe die Autorin und Feministin Julia Onken vor der Abstimmung rund 4000 Mails verschickt, in denen sie die Frauen dazu ermutigte, für ein Minarett-Verbot zu stimmen.
Auch die Doppelmoral der SVP und EDU, die in ihren Parteiprogrammen ein rückständiges Frauenbild propagierten, hätte die Feministinnen bei dieser Abstimmung nicht gestört. (SDA/snx)