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Morgen Montag um 14.45 Uhr wählen die Mitglieder der Grossen Kammer Pascale Bruderer (32) zur Nationalratspräsidentin. Knapp drei Stunden später wählt die Kleine Kammer Erika Forster (65) zur Ständeratspräsidentin. Und am Morgen des 2. Dezembers, kurz nach acht, kürt die Vereinigte Bundesversammlung Doris Leuthard (46) zur Bundespräsidentin.
Drei Frauen an der Spitze von Parlament und Regierung! Das ist zwar heute keine Sensation mehr, aber immer noch ein Ausrufezeichen wert. Vor nicht allzu langer Zeit wäre eine solche Konstellation bereits im Vorfeld dieser Wahlen leidenschaftlich in der Öffentlichkeit verhandelt und heftig diskutiert worden.
Drei Frauen, drei Generationen, drei Parteien. Diese Breite zeigt eindrücklich, dass die Frauen im Zentrum der Macht angekommen sind. Fast das gesamte Spektrum der grossen Schweizer Parteien ist in dieser historischen Konstellation vertreten.
Die Höchste in dieser politischen Dreierspitze wird Pascale Bruderer sein. Wenn Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi am Montag den Stuhl samt Handglocke an ihre Nachfolgerin übergeben wird, folgt zum ersten Mal in der Geschichte der Schweiz in diesem Amt eine Frau auf eine Frau.
Als Nationalratspräsidentin möchte Pascale Bruderer «eine Brücke schlagen zwischen Parlament und Bevölkerung». Und SonntagsBlick unterstützt sie dabei gern. Ab nächsten Sonntag wird sie in der Rubrik «Fragen Sie die höchste Schweizerin» Woche für Woche Fragen der SonntagsBlick-Leserinnen und -Leser beantworten.
Auch in der Wirtschaft sind die Frauen zunehmend am Drücker, sogar in der männerdominierten Autoindustrie: Beim Importunternehmen Volvo Schweiz sitzt seit Juli die Holländerin Anouk Poelmann am Steuer.
Als Vater von drei Töchtern – so viel Transparenz muss sein – bin ich vielleicht ein wenig befangen, wenn ich jetzt euphorisch formuliere: Die Zukunft gehört den Frauen! Vielleicht können wir uns stattdessen darauf einigen, dass Frauen in Führungspositionen eine Selbstverständlichkeit sind und damit keine Zeile wert.
Ringier-Publizist Hannes Britschgi interviewt für Blick.ch Spitzenpolitiker.- Geri Born