Fragwürdige Prioritäten von Simonetta Sommaruga Keine Zeit für Junge, für SP-Freundin aber schon

CHRISTOF VUILLE - Justizministerin Simonetta Sommaruga mischt sich in den Wahlkampf ums Berner Stadtpräsidium ein. Dafür liess sie auch einen Auftritt an der Jugendsession sausen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Albisgüetli-Tagung der SVP in Zürich Harmloser Blocher, Juso-Protestzug...
2 Bei Einbürgerungen Die Ablehnungsquote liegt unter 5 Prozent
3 Schweizer Wahl-Beobachter nach Vereidigung «Da schaue ich lieber...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
48 Kommentare
Fehler
Melden
Swiss Justice Minister Simonetta Sommaruga attends a news conference in Bern play
Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) lebt seit einigen Monaten offiziell in der Stadt Bern. Reuters

Im Frühling hat Bundesrätin Simonetta Sommaruga ihre Schriften von Köniz BE nach Bern verlegt. Zwar sind sie und Schriftsteller Lukas Hartmann weiterhin ein Paar, doch der Lebensmittelpunkt der SP-Politikerin ist die Bundesstadt. 

Damit darf sie am übernächsten Sonntag auch mitentscheiden, wer die Nachfolge von Stadtpräsident Alexander Tschäppät antritt. Sollte die Justizministerin für Genossin Ursula Wyss stimmen, wäre das keine Überraschung – die beiden kennen sich bestens. 

In den Wahlkampf eingemischt

Dass Sommaruga sich aber wenige Tage vor dem Urnengang in den Wahlkampf einmischt, erstaunt: Am Samstag verweilte sie mit Wyss vor deren Stand im Breitenrain und posierte mit Flugblättern in der Hand für Fotos.

twitter1.jpg play
Am Samstag besuchte die SP-Bundesrätin ihre Kollegin Ursula Wyss, die in Sommarugas Stadt Präsidentin werden will. Twitter

Ihr Sprecher Guido Balmer erklärt: «Bundesrätin Sommaruga wusste, wo und wann die Veranstaltungen der SP Bern stattfinden, und ging kurz vorbei, da sie ohnehin in der Stadt war, um einzukaufen.» Sie habe Parteikollegen begrüsst und ein paar Worte mit ihnen gewechselt. Dabei habe sie die «für solche Anlässe gebührende Zurückhaltung» gewahrt und keine Rede gehalten.

Wyss, die frühere Chefin der SP-Bundeshausfraktion, wusste die Unterstützung jedenfalls zu schätzen und teilte ihren Twitter-Followern freudig mit: «Auch Simonetta Sommaruga unterwegs für #dieStapi.» Für den Auftritt widmete sie der Justizministerin der Eidgenossenschaft ein grosses «Merci!».

Die Jungen sind enttäuscht

Doch nicht allen gefällt die bundesrätliche Parteinahme. Enttäuscht zeigt sich die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV). Diese führte am Wochenende zum 25. Mal die Jugendsession im Bundeshaus durch. 200 Jugendliche engagierten sich für eine bessere Welt und arbeiteten Petitionen aus.

SCHWEIZ EIDGENOESSISCHE JUGENDSESSION play
Eidgenössische Jugendsession: 200 Jugendliche erhielten einen Einblick in die Welt der Politik. Der Bundesrat blieb fern. Keystone

In den letzten Jahren war dabei stets ein Mitglied des Bundesrats zugegen. Sommaruga sagte ihre Teilnahme allerdings bereits zum zweiten Mal ab. Auch ein anderer Bundesrat konnte nicht einspringen.

Dass Sommaruga ihre Stapi-Favoritin der Jugendsession vorzog, erstaunt. Als Bundespräsidentin sagte sie zum Nationalfeiertag 2015 noch: «Vermitteln wir unseren Jugendlichen die menschlichen Werte und die politische Kultur, die nötig sind, damit unser einmaliges politisches System funktioniert.»

Warum also die Absage? Sprecher Balmer sagt, Sommaruga schätze das Engagement der Jugendlichen sehr und habe 2011 an der Jugendsession teilgenommen. Allerdings lasse sich ein offizieller Auftritt «nicht mit dem kurzen Besuch einer Wahlkampfveranstaltung vergleichen», gerade «auch vom Zeitaufwand her».

SAJV-Geschäftsleiter Andreas Tschöpe bezeichnet den Wahlkampf-Abstecher als «sehr merkwürdige Prioritätensetzung». Er fügt an: «Selbstverständlich hätten wir Bundesrätin Sommaruga zu jedem Tageszeitpunkt empfangen und so auf ihre beladene Agenda Rücksicht genommen.»

Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 19.11.2016
teilen
teilen
0 shares
48 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

48 Kommentare
  • Markus  Luedi , via Facebook 15.11.2016
    Gibt es im Bundesrat nur Frau Sommeruga? Wenn jemand unserer politisch interessierten Jugend Respekt zollen darf, so ist das der jeweilige Bundespräsident/in! Oder sollte es Frau Sommeruga machen weil sie in Bern wohnt? Weil sie in Nähe wohnt, könnte sie auch gleich jeden Abend im Bundeshaus das Licht löschen.
  • Ueli  Müller aus Bern
    15.11.2016
    Habe von der Klavierspielerin leider auch nicht mehr erwartet...
    Unsere Jungen sind für uns unsere Zukunft - und wenn sie sich schon für Politik interessieren - dann erst recht.
    Beschämend, dass Sommaruga schon zum. 2.mal abgesagt hat.
  • anneliese  hofer 15.11.2016
    wo waren die anderen ratsmitglieder? ich glaubte es gäbe deren sieben . aber
    es
    ist einfacher auf einer einzelnen frau herum zu hacken.
  • Bruno  Gyr 15.11.2016
    Wenn diese Person als Berner Stapi gewählt wird, dann hat in Bern niemand, aber wirklich niemand mehr, ein Anrecht darauf zu motzen, was die Amis für einen Präsidenten gewählt haben ...
  • Matthias  Neuenschwander 15.11.2016
    Hin und wieder wird halt doch sichtbar, was hinter den professionell geschönten Reden des gutlinken Filzes steckt: Gewöhnliche Menschen mit ihrem Ehrgeiz und ihrer Freude an der Macht. Wäre alles ja nicht schlimm, wenn es nur ehrlich daher käme. Viele Wählerinnen und Wähler haben das moralische Theater satt: Sagt doch endlich, um was es Euch wirklich geht!