Finanzierungsaffäre um Atomausstieg Grüne zerfleischen sich

BERN - Linke Verfechter von Transparenz reiben sich ob der Gehimniskrämerei der Grünen die Augen. Die Partei selbst zeigt sich uneinsichtig.

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Die Grünen und ihre Mitstreiter gegen die Atomkraftwerke schwimmen im Geld! Zwei Millionen Franken können sie im Kampf um Ja-Stimmen für ihre Initiative ausgeben. Dass sie aber konsequent verschweigen, welche der rund 40 unterstützenden Organisationen sich wie stark engagieren, sorgt in der linken Politszene für Kopfschütteln.

Nicht einmal die Grünen selbst wollen verraten, wie viel Geld sie investieren – obwohl die Partei Mitglied im Trägerverein der Transparenz-Initiative ist. Diese verlangt die Offenlegung von Spenden über 10'000 Franken. SP-Nationalrätin Nadine Masshardt, Co-Präsidentin des Trägervereins, zeigt denn auch «kein Verständnis» für die Geheimniskrämerei.

Die Berner AKW-Gegnerin hält fest: «Wer seine Vorbildfunktion nicht wahrnimmt, macht sich angreifbar und unglaubwürdig.» Diese Position vertritt auch alt Nationalrat Jo Lang. Der langjährige Vordenker der Grünen kritisiert: «Diese Praxis widerspricht grünen Prinzipien.» Beträge über 10'000 Franken müssten zwingend ausgewiesen werden. «Ich erwarte von meiner Partei, dass sie sich an die Vorgaben der Initiative hält.» Wortkarger gibt sich die aktuelle Parteielite.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Egal ob Präsidentin Regula Rytz, Fraktionschef Balthasar Glättli oder Nationalrätin Lisa Mazzone, die ebenfalls Co-Präsidentin der Transparenz-Initiative ist – sie alle zeigen mit dem Finger auf die anderen und fordern «gleiche Regeln» für alle.

Stellvertretend Glättli: «Wir sind bereits jetzt transparenter als die Gegenseite. Wenn die Gegenseite bei voller Transparenz mitmacht, würden wir das sicher auch.» An Realsatire grenzt die Stellungnahme der Jungen Grünen: «Die Jungen Grünen setzen sich konsequent und vehement für Transparenz in der Politik-Finanzierung ein. Im Fall der Ausstiegs-Initiative haben wir aber Verständnis, dass diese nicht geschaffen wird, denn es sind sehr viele Organisationen beteiligt. Jene Organisationen leisten alle eine andere wichtige Eigenleistung, welche nicht fair wäre, einfach öffentlich hochzurechnen.»

Publiziert am 13.10.2016 | Aktualisiert am 28.10.2016
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  • Walter  Krebs 13.10.2016
    In Frankreich, Grossbritannien, Russland, USA, China, werden neue Kernkraftwerke gebaut. Bei uns wird die Natur verschandelt, Wälder gerodet, Wasserqualität und Flussläufe unnatürlich verändert, Vögeln- und anderen Tierarten den Lebensraum kaputt gemacht. Alternativstrom für alle wird nie zur Verfügung stehen. Traumtänzer Teuscher, Glättli und Girod, die Schweiz ist keine Insel. Bei einem Gau im nahen Ausland, was niemand hofft, sind wir auch ohne Kernkraftwerke mitbetroffen.
    W. Krebs, Bern
  • Annemarie   Setz 13.10.2016
    Da gebe ich Jo Lang, der sich auch in Zug immer für Transparenz eingesetzt hat, recht. Wenn schon Grün, dann bitte klare Verhältnisse aufzeigen in Sachen Finanzen. Schliesslich ist es gerade diese Partei zusammen mit der Linken, die den Bürgerlichen totale Intransparenz vorwirft.
  • Norbert   Jansen aus Meierskappel
    13.10.2016
    An der Atomenergie scheiden sich die Geister.Die Konservativen preisen die Vorzüge der Kernspaltung,während man im alternativen Spektrum das nukleare Feuer fürchtet.Beiden Seiten täte es gut,ihre ideologischen Scheuklappen abzulegen.In früheren Zeiten wäre das alles kein Problem gewesen,da hat man sich den Zyklus der Natur angepasst.Die Wäsche wurde von Hand gewaschen und zum trocknen in die Sonne gehängt.Heute haben Waschmaschinen und Trockner auf Knopfdruck zu funktionieren rund um die Uhr.
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    13.10.2016
    aha, die Grünen sind wieder mit der Moralkeule unterwegs. Alle die nicht der gleichen Meinung sind und nicht für den subito Atomaustieg sind: Ströfzgi schribe. Subito.
  • werner   zuercher aus Pfaffnau
    13.10.2016
    manchmal denkt man, die meisten bundesräte, politiker in bern seien durch ropoter ersetzt worden die von brüssel und den usa gesteuert werden!