FDP-Ständerat Philipp Müller zieht Einsprache zurück «Ich übernehme die Verantwortung für den Unfall»

BERN - Im September 2015 verursachte FDP-Ständerat Philipp Müller einen schweren Autounfall. Dafür wurde Müller von der Staatsanwaltschaft verurteilt. Seine vorsorgliche Einsprache hat er nun zurückgezogen. «Ich übernehme die Verantwortung für den Unfall», sagt Müller zu BLICK.

FDP-Ständerat Philipp Müller: «Ich denke noch täglich an diesen Unfall, und meine Gedanken sind oft beim Unfallopfer.» play
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FDP-Ständerat Philipp Müller (64) erinnert sich ungern an den 10. September 2015 zurück: Damals geriet er in Lenzburg AG mit seinem Wagen auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit einer korrekt entgegenkommenden Motorradlenkerin. Die junge Frau zog sich dabei schwere Beinverletzungen zu. 

10’000 Franken Busse

Letzten Oktober verurteilte die Aargauer Staatsanwaltschaft Müller zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen und einer Busse von 10’000 Franken. Dies wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand und fahrlässiger schwerer Körperverletzung.

Hauptvorwurf der Staatsanwaltschaft: Müller habe den Personenwagen gelenkt, obwohl er wegen einer Schlafapnoe übermüdet gewesen sei. Diese Erkrankung war Müller damals noch nicht bekannt.

Die Übermüdung habe Müller zwar nicht bewusst wahrgenommen. Aber er hätte sich dessen laut Staatsanwaltschaft bewusst werden müssen, da während der Fahrt mehrere Male die Spurhalte- und Bremsassistenz tätig wurden.

Einsprache zurückgezogen

Müller hatte gegen das Urteil vorsorglich Einsprache erhoben, um genügend Zeit für die Beurteilung des Strafbefehls zu haben. Diese Einsprache zog er gestern nun zurück.

«Die Staatsanwaltschaft wirft mir ja hauptsächlich vor, ich hätte die Warnungen des Bordsystems ignoriert», sagt Müller zu BLICK, aber: «Ich habe auf der Fahrt keine Warnungen der Assistenzsysteme bemerkt.»

Seit dem Erlass des Strafbefehls habe sein Anwalt nach weiteren Beweismitteln gesucht, welche klären könnten, ob der Vorwurf der Staatsanwaltschaft stimmt. «Wir haben zwar von Experten die Auskunft erhalten, dass die These im Strafbefehl unwahrscheinlich ist, aber leider können wir keine Beweismittel beibringen, welche hier Klarheit schaffen», so Müller.

Juristischer Schlussstrich

Ein gerichtliches Verfahren würde «jahrelang dauern», so Müller. «Und einem so langen Verfahren will ich auch das Unfallopfer nicht aussetzen.» 

Dazu komme, dass man auch in einem Gerichtsverfahren nicht mit Sicherheit klären könne, ob die Assistenzsysteme auf der Strecke bis zum Unfall tatsächlich reagiert hatten.

Müller zieht nun einen Schlussstrich: «Ich übernehme die Verantwortung für den Unfall.» Damit sei juristisch alles erledigt. «Es gibt keine weiteren Verfahren.»

In Kontakt mit Opfer-Familie

Auch anderweitig hat er Konsequenzen gezogen. «Wenn man einen Sekundenschlaf erleidet, muss man die Ursache dafür herausfinden und diese therapieren. Ich habe das gemacht», sagt er. Er sei zudem «schon immer sehr defensiv gefahren, daran ändert sich nichts».

Zur Familie des Unfallopfers steht Müller seit dem Unfall in regelmässigem Kontakt. «Das werde ich auch weiterhin tun», sagt er. «Ich denke noch täglich an diesen Unfall, und meine Gedanken sind oft beim Unfallopfer.»

Publiziert am 21.12.2016 | Aktualisiert am 21.12.2016
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