FDP-Ständerätin in Saudi-Arabien Keller-Sutter verzichtet aufs Kopftuch

BERN - Bei einem Besuch in Saudi-Arabien weigerte sich die St. Galler FDP-Ständerätin, sich zu verschleiern. «Ich wollte so auftreten, wie ich bin», sagt sie.

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FDP-Politikerin Karin Keller-Sutter beim Treffen in Saudi-Arabien Ende Dezember. play
FDP-Politikerin Karin Keller-Sutter beim Treffen in Saudi-Arabien Ende Dezember.

Saudi-Arabien ist für die Schweiz ein wichtiger Handelspartner: 4,9 Milliarden Franken betrug das Exportvolumen im Jahr 2015. Deshalb – und weil die beiden Staaten seit 60 Jahren diplomatische Beziehungen führen – statteten SVP-Nationalrat Thomas Aeschi und FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter dem Land Ende Jahr einen Besuch ab.

Auffallend beim Treffen: Die St. Galler Politikerin trug kein Kopftuch, wie es für Frauen im Königreich eigentlich Pflicht ist. Nach der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist sie damit die zweite westliche Politikerin innerhalb kurzer Zeit, die sich der Verschleierung widersetzt.

Keller-Sutter sagt, sie respektiere die Traditionen anderer Länder. Es sei ihr auch klar, dass man etwa in einer Moschee den Kopf bedecken müsse. «Besuche im Parlament sind jedoch nicht religiös», so die Politikerin. «Und als Schweizer Ständerätin wollte ich so auftreten, wie ich bin.» Das sei auch durchgehend respektiert worden.

So sei sie überall per Handschlag begrüsst worden. «Die Tatsache, dass ein paar Schulbuben in der Schweiz ihrer Lehrerin die Hand nicht geben wollten, scheint mir vor diesem Hintergrund doppelt absurd.»

Ebenso fragwürdig erscheint ihr, «dass wir uns wochenlang darüber unterhalten, ob wir den Handschlag einfordern dürfen oder nicht.»

Alt SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey sorgte mit ihrem Kopftuch-Auftritt im Iran für heftige Auseinandersetzungen. play
Alt SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey sorgte mit ihrem Kopftuch-Auftritt im Iran für heftige Auseinandersetzungen. REUTERS

Nicht alle Schweizer Politiker zeigten sich in der Vergangenheit derart konsequent, was die Bekleidung im arabischen Raum betrifft. Die damalige Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sorgte 2008 für Diskussionen, als sie sich bei einem Besuch im Iran verschleierte. Kritische Stimmen gab es etwa aus der SVP.

Deren Vertreter Ulrich Schlüer, Lukas Reimann und Jean-François Rime machten es 2014 allerdings auch nicht besser. Sie verzichteten im Iran auf eine Krawatte, die im Land als Symbol westlicher Dekadenz gilt. «Habe beim Kebab gekleckert», begründete Schlüer damals im BLICK das Fehlen der Krawatte. (vuc)

Publiziert am 04.01.2017 | Aktualisiert am 05.01.2017
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13 Kommentare
  • Annemarie   Setz 05.01.2017
    Herr Zingg, Sie haben recht, ich habe mich geirrt, hätte es wissen müssen welcher Partei die Dame angehört, habe es bis jetzt auch nie verwechselt. Kann mal passieren. Hingegen finde ich dennoch, dass diese vielen Politikerreisli nicht immer der Notwendigkeit entsprechen. Ich reise gerne in fremde Länder, zu fremden Menschen und Kulturen, aber ich muss es immer selber bezahlen.
  • Daniel  Feer aus Luzern
    05.01.2017
    Ich war selber mal einige Monate in Saudi-Arabien am Arbeiten. Wenn man sich an die Gesetze und Gepflogenheiten des Landes hält, gibt das absolut keine Probleme.
  • monika  brand aus villieu-loyes-mollon
    05.01.2017
    Warum heisst es : weigert sich zu verschleiern ? Ein Kopftuch trage ich auch zu Hause wenn es heiss ist !
    Also hätte sich sich schon anpassen können, mindestens mit einem Hut. Haben sie die Queen von England schon mal ohne Hut oder Kopftuch gesehen. ?
  • Annemarie   Setz 05.01.2017
    Und was ist eigentlich der Grund, weshalb diese beiden SVP Vertreter in Saudi Arabien zu tun hatten. Wir werden sicher bis ins Detail informiert darüber, über den Erfolg für die Schweizer und über die Kosten, die ja vermutlich auch die Steuerzahler begleichen müssen. Bin gespannt auf Antworten aus dem Bundeshaus.
    • Chäpp  Zingg aus Rheintal
      05.01.2017
      Mit Verlaub, Frau Setz, Frau Keller-Sutter gehört der FDP an. Und eine gewisse Reisetätigkeit gehört nun mal zum Politiker-Dasein. Wenn Sie über jede Reise all unserer Politiker informiert werden möchten, stellt sich die Frage, wie Sie diese Informationsflut verarbeiten wollen und was Sie damit anfangen würden.
  • hanspeter  kobelt 05.01.2017
    Toll! Endlich mal eine Politikerin mit Stil und Rueckgrat! Man sehe den Unterschied in den Photos zwischen Keller und Calmy Rey! Schleimiger und Unterwuerfiger als bei der letztgenannten geht es wohl kaum1
    • Beat  Steiner aus Zug
      05.01.2017
      Toll Herr Kobelt. Von den Ausländern in der Schewiz verlangen Sie die Anpassung, also keine Kopfbedeckungen, aber wenn es in die andere Richtung geht sind Länderspeztifische Kleidungen nicht mehr zu respektieren. Schon oft ist mir hier im Blick Ihre rechstpopulistische Ansicht aufgefallen. Eine komische Ansicht die Sie haben..