Couchepin-Nachfolge FDP-Pelli hat keinen Plan B

  • Publiziert: 24.06.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Für einen allfälligen Verlust des zweiten FDP-Sitzes hat Parteipräsident Fulvio Pelli keine Strategie parat. Selbst eine Abwahl würde ihn nicht stören.

Am 16. September 2009 wird die Nachfolge des abtretenden Bundesrats Pascal Couchepin geklärt. Ob die FDP ihren zweiten Sitz (neben dem von Hans-Rudolf Merz) halten kann, steht in den Sternen. Die CVP hat ihr Interesse bereits angekündigt, die SVP zögert noch.

Sind die Freisinnigen für eine allfällige Abwahl gerüstet? Wenn eine Mehrheit im Parlament die Konkordanz nicht mehr wolle, «werden wir das zur Kenntnis nehmen», sagte Fulvio Pelli der «Neuen Zürcher Zeitung». Im Falle einer Abwahl «würden wir nicht überreagieren – die Stimmbürger aber würden sicher 2011 reagieren.»

Auf Talfahrt – und doch auf dem richtigen Weg

Die FDP habe keine Strategie für einen Sitzverlust, «denn wir wollen den Sitz nicht verlieren». Den Anspruch seiner Partei auf Couchepins Sitz begründete Pelli mit den «formalen Regeln der Konkordanz». Diese besagt, dass die drei grössten Parteien je zwei Bundesräte stellen dürfen und die vierte, kleinere Partei einen.

Gemäss Wähleranteilen sei die FDP die drittgrösste Partei, sagte Pelli. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Partei noch nicht aus der Talfahrt bei den Wählerstimmen herausgefunden hat. Aber sie sei auf dem richtigen Weg, wieder in Form zu kommen.

Bundesrat Pelli? «Andere Aufgabe!»

Angesprochen auf mögliche Ambitionen, selbst als Kandidat für eine Wahl zur Verfügung zu stehen, sagte Pelli: «Ich möchte nicht kandidieren». Seine Aufgabe sei jetzt, die FDP zu führen. Die Frage, ob er eine Wahl unter allen Umständen ablehnen würde, wollte er aber nicht beantworten. (SDA/dip)

play Keine Zeit für den Kampf um den zweiten Bundesratssitz? FDP-Chef Fulvio Pelli. (Keystone)