Was bisher nur Linke wollten, fordern jetzt auch die Freisinnigen FDP-Frauen fordern Frauenquote per Gesetz

  • Publiziert: 09.09.2012
  • Von Marcel Odermatt
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Will Quoten: FDP-Frauen-Präsidentin Carmen Walker Späh gestern Samstag an der Zürcher Limmat.

(ZVG)

Historischer Beschluss der FDP-Frauen: Erstmals verlangen sie wie SP und Grüne die Einführung von Frauenquoten in Schweizer Chefetagen per Gesetz.

Am frühen Donnerstagabend traf sich die Spitze der FDP-Frauen in Bern. Anderthalb Stunden dauerte das Meeting. Es endete mit einem bürgerlichen Tabubruch. SonntagsBlick weiss: Was bisher nur Linke wollten, fordern jetzt erstmals auch die freisinnigen Frauen. Gesetzesvorschriften sollen Schweizer Führungsetagen zu Frauen­quoten zwingen.

Bis anhin hatten die FDP-Frauen, gleich wie ihre Kol­leginnen von CVP und SVP, solche Quoten strikt abgelehnt. Eine freiwillige Beteiligung sei besser als der Zwang per Gesetz, hiess es im Wahlkampf vor einem Jahr.

Doch jetzt schwenkt die Präsidentin der FDP-Frauen und Zürcher Kantons­rätin Carmen Walker Späh (54) um: «Liberale lieben zwar keine starren Quoten und keine Frau will eine Quotenfrau sein.» Die heutige krasse Untervertretung des weiblichen Geschlechts in den Führungsgremien sei jedoch in einer liberalen Gesellschaft ebenso wenig akzeptabel.

Und: «Als Liberale wollen wir nicht, dass der Staat der Wirtschaft per Gesetz vorschreibt, wie sie zu arbeiten hat; die unternehmerische Freiheit ist den FDP-Frauen wichtig.» Aber: Der Staat müsse dann eingreifen, wenn die Chancengleichheit faktisch nicht exis­tiere, so Walker Späh.

Zweistufiges Vorgehen geplant

An der Sitzung einigten sich die 15 FDP-Kader – darunter Nationalrätin Christa Markwalder, die Vizepräsidentinnen Irène Thalmann und Petra Studer sowie Generalsekre­tärin Claudine Esseiva – geschlossen auf ein zweistufiges Vorgehen.

In einem ersten Schritt müssten die öffentliche Verwaltung inklusive bundesnahe Betriebe wie SBB, Post, Swisscom oder SRG in ihren Führungsorganen einen Frauenanteil von rund 30 Prozent erreichen. Die FDP-Frauen wollen künftig alle Vorstösse unterstützen, die dieses Ziel anvisieren. Das ist zurzeit unter anderem in Zürich und Bern der Fall.

Carmen Walker Späh versteht den Beschluss auch als Misstrauens­votum gegen die rot-grün dominierten Städte: «Obwohl die Linken ständig von Gleich­berechtigung und Quoten reden, ist in ihren Städten bezüglich weiblicher Kader zu wenig passiert.» Tatsächlich macht das Frauenkontingent in den obersten Kadern der Stadt Zürich – seit 22 Jahren von SP und Grünen regiert – gerade mal zehn Prozent aus.

«Firmen müssen verpflichtet werden»

Später werden die Verwaltungsräte von börsenkotierten Unternehmen ins Visier genommen. «Wenn freiwillige Massnahmen nicht fruchten, müssten die Firmen verpflichtet werden, eine zeitlich befristete Quote einzuführen, zum Beispiel für fünf Jahre», erklärt Walker Späh. Vor zehn Jahren habe Norwegen eine Frauenquote von 40 Prozent lanciert, mit gros­sem Erfolg. Sie werde sogar mehr als erfüllt.

Zurückhaltend sind die FDP-Frauen bei Kontingenten für alle Unternehmen. «Frauenquoten von 30 Prozent in sämtlichen Konzernleitungen zu fordern, ist im Moment realitätsfremd.» Es gebe heute leider zu wenig Frauen, die für Managementaufgaben qualifiziert seien.

Allem Engagement zum Trotz: In der immer noch männerdominierten FDP selber haben Frauen keinen leichten Stand. Im April kandidierte Walker Späh für einen Posten als Vizepräsidentin: Sie verlor die Ausmarchung – gegen einen Mann, den Schwyzer Vincenzo Pedrazzini. Im 15-köpfigen Parteivorstand machen nur vier Frauen mit, die angepeilte Quote von 30 Prozent wird damit verpasst.   

Beliebteste Kommentare

  • Thomas  Meier , via Facebook
    Totaler seich. Wir brauchen einfach gute Personen in der Führung egal ob Mann oder Frau. Einen Prozent anteil zu verlangen ist schlicht einfach nur idiotie, denn dann sind Unternehmer gezwungen eine Frau einzustellen, obwohl es ev einen geigneteren Mann azu geben würde. Die Qualität zählt und nicht das Geschlecht.
  • Peter  Bellze
    Absoluter Blödsinn. Das würde bedeuten dass es die Frauen aus eigener Kraft nicht schaffen. Besser währe dafür zu sorgen dass Frauen gleich viel verdienen wie Männer. Die Gesellschaft ist völlig verblödet!

Alle Kommentare (29)

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Ja die Frauen sollen zuerst eigene Unternehmen aufbauen, dann können Sie dort mitreden!
    Es hat jetzt schon zu viele Frauen in der Politik!
    Warum wohl?
    Aus Langeweile und weil es gut ja sehr gut honoriert wird!
    Das ist der Grund!
    Noch mehr grüne , Linke und Träumer braucht es nicht mehr!
    Man kann es ja sehen was im Bundeshaus ab geht!
  • alexa  sommer , frauenfeld
    Noch mehr Frauen ?! ne ne lieber nicht !
  • JO  Mürner , Luzern
    Qualität sollte überzeugen! Und nicht eine Quote! Wenn man keine besseren Argumente hat als eine Quote sollte man es sein lassen!
  • Rolf  Hess , Münchenbuchsee
    Guter Mann gegen schlechte Frau. Sorry, die Quote ist erfüllt. Wir müssen die beste Frau von den schlechten nehmen.
  • Hans Ulrich   Jost
    hu jost
    Ich bin einverstanden mit einer Frauenquote von 30 Prozent und dann - machen wir,liebe "rotgefärbte FDP Frauen-Gruppe" im "höchsten" Gremium d.h. im Bundesrat den Anfang!




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