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Didier Burkhalter sagt: «Ich trete als Mitglied eines Teams an. Ich lege viel Wert auf Vertrauen, Zusammenarbeit und Dialog.» So definiert der Neuenburger Freisinnige seine Rolle als Bundesrat. Zu seiner Person sagt Didier Burkhalter: «Ich bin wohl eher bescheiden.»
Was sich der neue Minister vorgenommen hat, ist alles andere als bescheiden. Denn es bedeutet konkret: den Zusammenhalt der Regierung stärken, also im Kollegium arbeiten, nicht im Alleingang; im Bundesrat diskutieren, also nicht ausserhalb, auch nicht in den Medien.
Das allerdings wäre eine wichtige Wende, haben wir doch den Lärm noch im Ohr, der in den vergangenen Jahren alle Regierungsarbeit begleitete – und den Bundesrat um seine Respektabilität brachte.
Womöglich hat die Bundesversammlung mit Didier Burkhalter zur richtigen Zeit den richtigen Mann gewählt.
Ruhe, Einkehr, Selbstvergewisserung: welche Wohltat für das höchste politische Gremium – und damit für die Schweiz! Didier Burkhalter kommt gerade recht, wenn er denn auf seinem Vorhaben beharrt: mehr Gespräch, mehr Nachdenken im Schosse des Bundesrats, weniger Selbstinszenierung vor Mikrofon und Kamera.
Es wäre die längst fällige Weigerung der Bundesräte, sich als Tanzbären in der Medien-Arena vorführen zu lassen.
Die Bundesversammlung hat es in der Hand, das Bundesratskollegium wieder zu dem zu machen, was es einst war: ein respektierter Ort und Hort kollektiver Reflexion und kollegialer Entscheidungen. Genau darin liegt – läge! – der Zauber des helvetischen Direktoriums.
Ist die Wahl von Didier Burkhalter der erste Schritt zurück zur Zauberformel der Kollegialität? Dann wäre der nächste Schritt die Wahl weiterer Bundesräte, die von Charakter und Format dem neuen alten Anspruch genügen.
Gibt es sie, diese Zauberformel-Tauglichen? Es gibt sie!
Für die Nachfolge von Hans-Rudolf Merz finden sich im Freisinn gleich zwei geeignete Anwärter: aus dem Kanton Zürich Ständerat und Gesundheitspolitiker Felix Gutzwiller; aus dem Kanton Bern Nationalrat und Unternehmer Johann Schneider-Ammann. Beide kollegial gestimmte und lösungsorientierte Persönlichkeiten, beide ohne ideologische Scheuklappen.
Desgleichen finden sich für die Nachfolge von Moritz Leuenberger zwei geeignete Anwärterinnen: aus dem Kanton Bern Ständerätin und Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga; aus dem Tessin Regierungsrätin und Sozialpolitikerin Patrizia Pesenti. Zwei Frauen von ausgeprägt kollegialer Kultur, lösungserfahren und mit ideologiefreiem Geist.
Das müsste eigentlich das Ziel sein: ein festgefügtes Kollegium ruhiger Schaffer; Bundesräte mit sicherer Hand, mit klarem Kopf, mit wachem Blick – über die Schweiz hinaus.
Unser Land befindet sich in Turbulenzen. Turbulenzen im Bundesrat erträgt es nicht.
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Publizist Frank A. Meyer.
(RDB/Sobli)