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Was hätte es überhaupt zu diskutieren gegeben?
Etwa das Unbehagen der Muslime an unserer säkularen Gesellschaft? Wir können nun mal nichts dafür, dass ihre verspätete Religion noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen ist.
Oder die kritische Haltung unserer Medien, unserer Öffentlichkeit gegenüber dem Kopftuch und der Verhüllungspflicht für Frauen? In unserer Gesellschaft gilt nun mal die Gleichberechtigung von Frau und Mann.
Hätte die Pflicht für Mädchen erörtert werden müssen, am Turn- und Schwimmunterricht teilzunehmen, weil das die Autorität muslimischer Väter untergräbt? Bei uns beginnt nun mal die Selbstbestimmung der Frau mit der Gleichberechtigung von Mädchen und Knaben in der Schule.
Oder wäre gar zu reden gewesen über das Misstrauen so vieler Schweizer dem Islam gegenüber, das sich unter anderem in der Ablehnung von Moscheen niederschlägt? Es ist nun mal so, dass autoritäre Ideologien bei uns auf Widerstand stossen, sei es – wie jüngst noch – der Kommunismus, sei es kirchlicher Fundamentalismus, sei es eben der Islam.
Wer unser Land als Gastland wählt, wer aus einer anderen Kultur zu uns zieht, um in der schweizerischen Demokratie und im schweizerischen Rechtsstaat zu leben, der hat sich an unsere politische Kultur und an unsere Gesetze zu halten. Ohne Diskussion!
Keine muslimische Vereinigung hat mit irgendwelchen Behörden darüber zu diskutieren, ob ihr etwas nicht in den Kram passt. Der theokratische und patriarchalische Klimbim dieser Religion ist für unser politisches und rechtliches System nicht relevant.
Hingegen ist unser politisches und rechtliches System relevant für islamische Glaubenssätze, die mit der Demokratie und dem Rechtsstaat kollidieren. Das gilt vor allem für die systematische Diskriminierung der Frau durch Koran und Scharia.
Denn was sind Kopftuch, Tschador und Burka? Nicht einfach Symbole des Glaubens, wie von Multikulti-Romantikern fälschlicherweise behauptet wird. Sie sind als Kleidungsstücke getarnte Fesseln und Knebel für die Frau, sichtbarer Ausdruck ihrer Unterwerfung unter die Herrschaft des Mannes. Also inakzeptabel.
Ebenso inakzeptabel ist das patriarchalische Rechtsverständnis des muslimischen Glaubenskanons: Das Erziehungsrecht des Mannes über die Frau, bis hin zum Recht auf körperliche Züchtigung.
Schliesslich ist inakzeptabel die Herrschaft der Väter und Brüder über Töchter und Schwestern, die bis zur Zwangsverheiratung reicht – sogar bis zum Ehrenmord.
Zu verhandeln gibt es über solch anachronistische Regeln, Rechte und Rituale nichts. Unser demokratisches und rechtliches System kennt keinen religiösen Rabatt.
Wer unter Berufung auf muslimische Rechtsnormen und Traditionen unsere Gesetze verletzt, gehört vor den Kadi – und zwar auch dann, wenn er den Rechtsbruch gegen Frauen und Töchter ganz privat begeht – durch Unterdrückung und Gewalt zu Hause.
Das ist der Rahmen unserer offenen Gesellschaft. In diesem Rahmen – und nur in diesem Rahmen! – soll «jeder nach seiner Façon selig werden», wie es Friedrich der Grosse anno 1740 für sein aufklärerisch-fortschrittliches Preussen dekretierte.
Ebenfalls von Friedrich dem Grossen stammt folgender Satz: «Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren (öffentlich bekennen), erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöplieren (bevölkern), so wollen wier (für) sie Mosqueen und Kirchen bauen.» Im Übrigen galt rigoros das preussische Recht!
So wollen auch wir es halten: Wer sich mit seinem Glauben in unsere gesellschaftlichen Verhältnisse einordnet, wer also seinen Glauben dort ausser Kraft setzt, wo er mit unserem Recht kollidiert, der soll seine Moschee haben, wie die Christen ihre Kirchen haben, wie die Juden ihre Synagogen haben – und wie die Ungläubigen vor all diesem obskuranten Zauber ihre Ruhe haben.
Frank A. Meyer