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Richtig an diesem Satz ist: Das Gericht verneint in ihrem wie in 18 anderen Fällen strafbares Handeln.
Steht Vreni Spoerry jetzt wieder blitzblank da?
Wie ihre ebenfalls freigesprochenen Kollegen hat die frühere freisinnige Bundesparlamentarierin im Swissair-Verwaltungsrat getan, was sie konnte. Das Problem: Sie konnte zu wenig.
Wie ihre ebenfalls freigesprochenen Kollegen konnte Vreni Spoerry nichts, was die Swissair vor der Pleite bewahrt hätte.
Doch wenig gekonnt, zu wenig gekonnt, nichts gekonnt – das alles ist nicht strafbar. So ist das nun mal in der Wirtschaft, so ist das nun mal in der freien Gesellschaft. Und es ist gut so.
Gerichte sind nicht dazu da, Unfähigkeit zu ahnden!
Und weil das so ist, treffen die Vorwürfe, Vreni Spoerry sei mitverantwortlich am Crash der Swissair, weiterhin vollumfänglich zu. Deshalb sind auch all die Mitverantwortlichen am Swissair-Debakel durch keinen Richterspruch reinzuwaschen. Deshalb provoziert diese bittere Affäre zu Recht erneut Empörung.
Mächtige und mächtigste Lenker der Schweizer Wirtschaft, die nach Gutsherren-Art dem ganzen Land den Marsch blasen wollten, stehen nach wie vor nackt da. Auch der Freispruch verdeckt ihre Blösse nicht.
Aus der grossen Zeit dieser Wirtschafts-Herrscher klingt noch das schnarrende Befehlsdeutsch von Vreni Spoerry nach – unvergesslich.
Unvergesslich auch die Rolle der Unternehmensberatung McKinsey: Jahrelang hat sie das Swissair-Management strategisch beraten. Dafür kassierte McKinsey 100 Millionen Franken.
Vor Gericht in Bülach fehlte die neunmalkluge Beraterfirma. Gedöns von Consulting-Boys ist nicht einklagbar.
Doch auch König McKinsey ist nackt.
Die Swissair hätte nicht untergehen müssen. Nicht untergehen dürfen! Aus dem Drama – ja Drama – ist immerhin zu lernen: zum Beispiel Skepsis gegenüber Grossschwätzern, mit wie viel Macht und Geld und Vernetzung sie auch immer auftrumpfen.
Skepsis ist eine republikanische Tugend. Noch ist die Schweiz eine Republik.
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Frank A. Meyer