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Marc Walder, 44 (l.), ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland.Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, die CVP will den Musliminnen in der Schweiz die Burka verbieten.
Ja, und?
Was geht die Christlich-demokratische Volkspartei das Brauchtum einer anderen Religion an – finden Sie diese Einmischung etwa gut?
Ich finde sie nicht nur gut. Ich finde sie sogar sehr wichtig.
Sie sind doch sonst immer so für Freiheit!
Die Verschleierung macht die Unfreiheit der Frau sichtbar, am allerschlimmsten die Komplettverhüllung unter der Burka: Sie ist ganz konkrete Freiheitsberaubung. Und wir schauen zu.
Ist sie nicht eher Symbol einer Kultur, die wir zu respektieren haben?
Die Frau gilt im Islam weniger als der Mann. Das steht im Koran festgeschrieben. Sure 4, Vers 34 sagt: «Die Männer sind die Verantwortlichen über die Frauen ...» und, ebenfalls Sure 4,34: «... darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen.» Es ist der Frau immer ein Mann vorgeordnet, der über sie zu bestimmen hat. Der Islam unterwirft die Frau einem ganz grausamen Macho-Kult.
Gilt Ihr Urteil auch für das Kopftuch?
Überall unter islamischer Herrschaft werden Frauen bedroht und bestraft, wenn sie kein Kopftuch tragen oder es zu nachlässig umgelegt haben. Im Iran verhaften Religionswächter junge Frauen, wenn sie nur ihr Haar hervorblitzen lassen. Sie werden dafür sogar ausgepeitscht. Die Frau gilt als sittliche Gefahr für den Mann, als Verführerin, die Männer sexuell provoziert, ganz besonders mit ihrem Haar. Darum müssen ihre Reize unsichtbar gemacht werden. Micheline Calmy-Rey trug bei ihrem Treffen mit Irans Präsident Ahmadinedschad das Kopftuch ja auch nicht als Symbol ihrer islamischen Religionszugehörigkeit. Das wäre absurd gewesen, und das hätte auch niemand von ihr verlangt. Unsere Aussenministerin unterwarf sich freiwillig dem islamischen Männerdiktat.
Sie trug es aus Respekt, Frank A. Meyer!
Respekt vor wem? Vor einer Religion, die Abermillionen Frauen herabwürdigt, entrechtet, versklavt?
Aus Respekt vor einer fremden Kultur! Es gibt viele Zeugnisse, dass Frauen dieses religiöse Symbol freiwillig tragen...
Es gab auch Frauen, die gegen das Frauenstimmrecht kämpften. Es gab Sklaven, die gegen die Sklavenbefreiung aufbegehrten. Die islamische Welt ist voll von Mädchen und Frauen, die keine Schulbildung genossen, die also überhaupt keine Chance haben, ihre eigene Unterdrückung zu erkennen. Auch wenn es in den Städten Anzeichen von Emanzipation gibt: Koran und Scharia halten die Frauen in Furcht und Abhängigkeit.
Nochmals: Darf ein freies, tolerantes Land wie die Schweiz Musliminnen verbieten, die Burka zu tragen?
Ich sehe im Strassenbild mehr und mehr verhüllte Frauen, in München, in Berlin, in Zürich, in Genf, überall dort, wo die arabische Geld-Elite auftritt. Das Tragen von Burka, Tschador und Kopftuch ist eine absolute Respektlosigkeit gegenüber unserer freien, demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschaft. Keine Frau aus unserer Kultur dürfte durch Kairo, Teheran oder Riad in moderner westlicher Kleidung flanieren. Die Herren der islamischen Gesellschaft fordern von uns den Respekt vor der Unterdrückung der Frau. Wir fordern von ihnen den Respekt vor der Freiheit der Frau.
Ihre Meinung interessiert uns: Sollen fremde Religionen in der Schweiz völlige Freiheit geniessen? Diskutieren Sie hier mit anderen Lesern.