Frank A. Meyer Hansel

  • Publiziert: 30.08.2008, Aktualisiert: 20.01.2012

Er diffamiert seine Widersacher. Er macht Andersdenkende nieder. Er höhnt und hetzt. Seine Lust ist die Herabsetzung von Menschen, die ihm die Gefolgschaft verweigern. Gegner sind für ihn Feinde – Volksfeinde, Landesfeinde.

Auf welchen Politiker trifft diese Beschreibung zu? Man muss den Namen nicht nennen.

Jetzt will er Klage führen vor Gericht: gegen Mitglieder der nationalrätlichen Geschäftsprüfungskommission sowie gegen Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft. Sie alle hätten ihm, als er noch Justizminister war, ein Komplott unterstellt, mit dem der damalige Bundesanwalt Valentin Roschacher aus dem Amt gehebelt worden sei.

Der Bundesrats-Pensionär vor Bezirksgericht? Dereinst sogar vor Bundesgericht? Letzteres hat er auch schon geschmäht, weil es nicht in seinem Sinn entschied.

Wars ein Komplott, mit dem der Bundesanwalt aus dem Amt gedrängt wurde? Sicher ist: Der akribisch korrekte Valentin Roschacher passte dem Patron nicht in die Personal-Palette. Das Mobbing besorgte ein Blatt, von dem man nicht weiss, wie weit es dem alt Bundesrat gehört, von dem man aber weiss, dass es ihm hörig ist.

So stehen die Dinge – die sich aus der Sicht des Klägers natürlich ganz anders verhalten. Denn seit Jahren hat immer nur einer recht – ER!

Was gerichtliche Klagen gegen ihn selbst betrifft, hüllte sich der politische Berserker stets in den Mantel seiner Immunität als Parlamentarier oder Bundesrat. Wen immer er verletzte und kränkte, keiner kam ihm auf dem Rechtsweg bei.

Für sich dagegen fordert er nun Satisfaktion vor Gericht – eine neue Bühne für seinen Lärm.

Für Demokraten im Dienst des Landes gilt sonst die Devise: «servir et disparaître» – dienen und verschwinden. Doch Stil ist seine Sache nicht.

Staatsmann wollte er sein. Rechthaber ist er. Prozesshansel wird er.

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