Frank A. Meyer: Unvorstellbar

  • Publiziert:
Frank A. Meyer am Brandenburger Tor: «Das alles muss einmal gesagt sein.» play

Frank A. Meyer am Brandenburger Tor: «Das alles muss einmal gesagt sein.»

(Foto: Antje Berghäuser)

Stellen wir uns vor, die Schweiz wäre an der Stelle von Israel.

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
[x]
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
[x]

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Stellen wir uns vor, seit Wochen beschiessen Terroristen die Bundeshauptstadt mit Raketen.

Stellen wir uns vor, auch Zürich wird unter Beschuss genommen.

Stellen wir uns vor, wie die Schweiz in einem solchen Fall reagieren würde.

Stellen wir uns vor, wie die Bürgerinnen und Bürger des Landes reagieren würden.

Bei uns, für uns ist ein solches Geschehen unvorstellbar.

Ganz anders für die Bürgerinnen und Bürger des Staates Israel: Seit elf Jahren beschiessen Terroristen aus dem Gazastreifen Israel mit Raketen. Bisher schlugen insgesamt 13000 Geschosse in Israel ein. Auch Jerusalem und Tel Aviv gehören zu den Zielen.

Jetzt schlägt Israel zurück. Seine Luftwaffe flog von Mittwoch bis Freitag 800 Angriffe. Die Palästinenser beklagen 40 Tote und über 200 Verletzte.

Zum Angriffskrieg mit Raketen gesellt sich auch ein Krieg der Bilder: Der ägyptische Ministerpräsident Hischam Kandis, der auf Besuch in Gaza weilte, präsentierte sich den Weltmedien mit einem blutenden Kind im Arm. Er verurteilte Israels Verteidigung als «unverhüllten Angriff auf die Menschlichkeit». Die islamische PR-Maschine funktioniert perfekt.

Und wie funktionieren wir? Die demokratische Welt? Die Schweiz? Wir leisten uns ein neutrales Schulterzucken. Längst gilt als ausgemacht, dass sich zwei gleichermassen Unverbesserliche bekämpfen: Bösewicht Israel gegen Bösewicht Hamas. Wobei in Kreisen linker und grüner Dritte-Welt-Sympathisanten die palästinensischen Terroristen Wohlwollen geniessen: David Hamas gegen Goliath Israel, Freiheitskämpfer gegen jüdische Unterdrücker, arme Welt gegen reiche Welt, Kapitalismusfeinde gegen Kapitalisten, Amerikahasser gegen Amerikafreunde.

Die Hamas praktiziert in Gaza einen Islam schlimmster Ausprägung: totalitär, frauenfeindlich, gnadenlos gegen Andersdenkende und Abweichler. Ein Schreckensregime terrorisiert den einzigen demokratischen Rechtsstaat im Nahen Osten: Israel.

Der Schlachtruf der Hamas lautet: «Tod Israel!» In den Hassgesang stimmen mit ein – laut oder summend – weite Teile der arabischen, ja der islamischen Welt. 

Stellen wir uns vor: Wir Schweizer beschossen wie die Israelis, bedroht seit Jahrzehnten wie die Israelis, gehasst von unseren Nachbarn wie die Israelis – gehasst von der aggressivsten Religions-Kultur der Welt.

Stellen wir uns dies einfach einmal vor. Nur das. Nicht mehr.  

Beliebteste Kommentare

  • Freddy  Gilgen , Bern
    Naja, das mag durchaus so sein, aber wenn Israel eines wirklich nicht ist, dann ein Unschuldslamm... Stellen Sie sich mal vor, Deutschland würde immer und immer wieder Bauprojekte und Dörfer auf schweizer Grund und Boden vorantreiben und behaupten, das Land gehöre ihnen. Das würde uns wohl auch keinen riesen Spass machen. Ich will die Hamas keinesfalls in Schutz nehmen, aber hier provozieren beide Parteien.
  • Domenico  Mariani , Buriram
    Ich schaetze Meyers Statements sehr, nur hier laesst er so einiges aus was noch gesagt werden muss. Die Englaender haben damals willkuerlich Grenzen gezogen und zu einem israelischen Staat beigetragen welcher in der Folge mit Enteignungen und illegalen Zersiedelungen wie auch Anektieren fremder Laender begann. Es gibt Palaestinenser welche Fluechtlinge im eigenen Lande sind. Dies und vieles mehr hat zu einer Hasskultur beigetragen. Dass dies letztlich nicht Gewalt legitimiert sollte klar sein, nur der Krug geht zum Brunnen bis er bricht. Israel ist das Land welches am meisten UNO Resolutionen missachtet, nicht etwa Iran oder Andere. Um gleich Vorurteile zu ersticken, ich verachte alle drei monotheistischen Religionen! Sie sind Ursprung groessten Leidens auf dieser Welt.

Alle Kommentare (32)

  • Thomas  Honegger
    Treffender Kommentar, Herr Meyer.
    Ein grosses Probleem in diesem Konflikt ist die Frage, wem das Land eigentlich gehört. Im Moment wird israel als der Besetzer angeschaut. Schaut man aber in der Geschichte ein bisschen weiter zurück, erkennt man rasch, dass Unterdrücker und Unterdrückte stets wechselten. Solange beide darauf beharren, dass dies ihr "heiliges Land" ist, solange wird es keinen Frieden geben.
  • Reto  Meier
    «Das alles muss einmal gesagt sein» ist doch immer wieder ein beliebter Deckmantel, um fremdenfeindlich geprägtes Gedankengut unters Volk werfen zu dürfen.

    «Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!»
  • peter  blaser
    nur das : wieso sollten deutschland, frankreich oder italien raketen auf basel, zürich, bern, genf oder lugano schiessen ? wir haben weder deren land besetzt noch da illegale siedlungen gebaut ! nur das : einfach nicht so einseitig herr meyer - nicht mehr !
  • Chris  Portavoz
    Nein, Herr Meyer, als analytischer Mensch weigere ich mich, nur das von Ihnen Beschriebene und nicht mehr, vorzustellen.
  • Gabriel  Juri , via Facebook
    Treffender kann die Sachlage nicht beschrieben werden. Danke! Unzutreffend sind einige Kommentare, die der arabischen PR-Propaganda auf den Leim kriechen: etwa mit der Behauptung, jüdische Dörfer würden auf dem Boden von Arabern erbaut. In Israel kann jeder ob jüdisch oder arabisch das Recht auf sein Eigentum einklagen, weil Israel ein Rechtsstaat ist. Es ist ein Märchen aus 1001 Nacht, wenn behauptet wird, dass Araber unrechtmässig enteignet werden.
Seite 1 2 3 4 5 6 7 »
Seitenanfang

Top 3

1 Frank A. Meyer Ab ins Pfefferlandbullet
2 Frank A. Meyer Jenseits von Gut und Bösebullet
3 Frank A. Meyer Totalitäre Religionbullet

Politik