Frank A. Meyer Juden? Bürger.

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Frank A. Meyer Antje Berghäuser

Es steht jetzt also zur Debatte, ob die Schweizer Juden durch den Staat geschützt werden sollen, respektive die Einrichtungen der Juden, vorab die Synagogen, denen – wie man in ganz Europa erleben muss – Terror droht, vor allem von Seiten notorisch antijüdischer Islamisten.

Der Bund sieht sich zu solchem Schutz nicht in der Lage. Ihm fehlt, wie er, der Bund, verlauten lässt, «die rechtliche Grundlage zur finanziellen Unterstützung von jüdischen Gemeinden», wobei ein aktueller Expertenbericht ebendieses Bundes einräumt, dass «in der jüdischen Gemeinschaft die berechtigte Sorge um die Sicherheit von Personen und Einrichtungen» besteht.

Der Bundesrat schlägt den jüdischen Organisationen deshalb vor, eine Stiftung zu gründen, um die nicht unerheblichen Kosten für die Sicherheit in Zukunft selber zu tragen.

Worum geht es bei dieser Debatte?

Um zweierlei. Erstens um die Schweiz. Zweitens um die Juden.

Und damit ist das Wesentliche gesagt: Die Schweiz und die Juden – das ist, ganz offensichtlich, nicht ein und dasselbe. Es handelt sich um zwei getrennte Sachverhalte.

Und genau das ist der Skandal, der sich hinter all den Erörterungen um Geld für die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und jüdischer Menschen verbirgt: Die Juden sind nicht die Schweiz. Sie sind – wie soll man es sagen, ohne grob zu werden? Sie sind: in der Schweiz. Also grundsätzlich durchaus schützenswert wie alles in der Schweiz, wenn es Finanzen und Rechtslage – und was sonst noch zu bedenken ist – überhaupt zulassen.

Die Juden sind die Bittsteller, weshalb ihnen die Behörden ihre Bitte auch abschlagen können.

Im vorliegenden Fall kann den Juden leider nicht im erbetenen Mass geholfen werden – den Juden!

Auf die Trennung von Juden und Schweiz läuft auch der Vorschlag hinaus, sie sollten sich doch am besten über eine Stiftung selber helfen – die Juden!

Denn die Juden, das wissen wir ja seit jeher, haben das Geld dazu – die Juden!

Die «Neue Zürcher Zeitung» kommentiert das Unsägliche dieses «Schwarzpeterspiels» mit dem Satz: «Man liest in diesem Bericht zwischen den Zeilen Dinge, die man lieber nicht lesen würde.»

Ja, was erkennt man in diesem Bericht des Bundes? Das Unsägliche, das hier benannt sein muss, das bourgeoise Ungeheuer: Man liest darin unterschwelligen Antisemitismus.

Man entnimmt diesem Bericht des Bundes, wie auch der ganzen darauf folgenden Debatte, Vorbehalte gegen die Juden, wie sie das Bürgertum – und zwar gar nicht so besonders tief unter der wohlbürgerlichen Oberfläche – lediglich vordergründig versteckt, gerade so, dass sich diese Vorbehalte unversehens verraten, sobald die Juden zum Thema werden, selbst wenn man gar nichts Böses denkt wie jetzt die Behörden, die über das jüdische Sicherheitsproblem nachgedacht haben.

Wie hätte dieses Denken, das ja wie gesagt völlig arglos vor sich ging, anders vor sich gehen können, hätte es der eigenen Arglosigkeit misstraut?

Ganz einfach so: Zu schützen sind Schweizer Bürger. Koste es, was es wolle. Eine höhere, eine selbstverständlichere Aufgabe hat der Staat nicht.

Juden schützen? Schweizer Juden schützen?

Schweizer schützen! Bürger schützen!

Publiziert am 27.11.2016 | Aktualisiert am 27.11.2016
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12 Kommentare
  • Pascal  Meister , via Facebook 27.11.2016
    Alles in Ordnung, Minderheiten gehören auch zur Schweiz und gehören geschützt. Aber bitte lasst dann auch die Menschenrechte für orthodoxe jüdische Kinder mit Schweizerpass gelten! Nicht nur die Körperverletzung (Beschneidung von Jungen) ist zu beanstanden, sondern auch die Indoktrination mit Religion die ganze Kindheit und Jugend hindurch in separaten Schulen. Mit extrem erschwertem Ausstieg aus der "Szene". Hier ist echter Handlungsbedarf!
  • Roman  Bachmair aus Naters
    27.11.2016
    Dann sollen sich die Juden doch einmal wie Bürger verhalten und uns nicht immer das Gefühl vermitteln zu wollen, man müsse mit ihnen Mitleid haben und ihnen eine besondere Behandlung hier zukommen lassen!

    Zudem wüsste ich nicht, warum wir Steuerzahler für den Schutz von Synagogen aufkommen sollten, das ist gewiss nicht unser Problem und darf es auch nie werden! Vor allem angesichts des Aspektes, dass Staat und Religion strikt getrennt bleiben müssen.
  • Gardin  Roberto 27.11.2016
    Wozu brauchts da den Bund? Ivo Glasenberg, der CEO des Rohstoffgiganten Glencore mit Sitz im steuersparenden Zug, könnte das z.B. locker aus der Portokasse finanzieren.
    • Charlie  Jackson 27.11.2016
      @Gardin: Thema offensichtlich nicht ganz verstanden. Der Schweizer Staat steht in der Pflicht die Menschen zu (be)schützen. Das hat mit der der zugegebenermassen sehr vollen Glencorekasse allerdings wenig zu tun!
      Exzellenter und wichtiger Kommentar von Frank A. Meyer!
  • Blumer  Gerhard 27.11.2016
    Die Juden sind eine Religionsgemeinschaft wie jede andere, so wie die Moslems. Sie dürfen in der Schweiz Gebetshäuser errichten und beten. Da es in der Schweiz mehrere Religionen gibt, muss sich jede so verhalten, dass es die andere nicht stört. Auch international sollen die Religionsangehörigen, und wo sie in einem (Herkunfts-) Staat militant sind, sich angenehm verhalten. Leider setzen sich die Juden mit der Palästinenserpolitik selber einer Gefahr aus. Dafür haftet die Schweiz nicht. Wozu?
  • Lilian  Hug 27.11.2016
    Jeder friedliche Erdenbürger verdient Schutz! Leider ist es heute aber so, dass es Menschen gibt die sich hinter ihrem Glauben verstecken, um Zwietracht und Unfrieden zu säen. Ich habe nichts gegen friedliche Juden und natürlich ist nicht jeder Jude ein Zionist und nicht jeder Zionist ist Jude. Aber es gibt sie halt, die Zionisten, die genau so wenig Gutes im Schilde führen, wie die Islamisten. Radikales Gedankengut, in welcher Form auch immer, gilt es zu entlarven.