Frank A. Meyer Fels des Anstosses

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Ja, Roger de Weck, Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), verteidigt sein Unternehmen. Er hält es für «einen Hort des Qualitätsjournalismus».

Ja, Roger de Weck macht sich Gedanken über die Unabhängigkeit der Schweizer Publizistik. Er sieht sie gefährdet, denn «politische Interessengruppen bauen ihre Medienmacht auf, sie erwerben Medien».

Ja, Roger de Weck setzt dieser Entwicklung seine SRG entgegen: «Niemand kann die SRG kaufen.»

Roger de Weck, einst Chefredaktor der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit» und des Zürcher «Tages- Anzeigers», tut also seine Pflicht: als SRG-Generaldirektor, als Journalist, als Bürger.

Für Hanspeter Lebrument aber, Präsident des Verbandes Schweizer Medien, ist das «ein Skandal».

Hanspeter Lebrument ist gelernter Journalist, verantwortlich für ein Medien-unternehmen und engagierter Bürger. Genau wie Roger de Weck.

Wie kommt er dazu, Meinung und Analyse seines Berufskollegen zum Schweizer Journalismus als «Skandal» zu bezeichnen? Ist es ein Skandal, wenn jemand seine Sache vertritt und seine Meinung äussert?

Wenn es um die SRG geht, verlieren sogar betuliche Citoyens wie Hanspeter Lebrument die Contenance. Das Medienhaus an der Berner Giacomettistrasse ist mit seinen Sendungen zum Schrecken verunsicherter Verleger geworden: Der Zunft geht es schlecht, ein Sündenbock ist gefunden.

Da trifft es sich bestens, dass auch der lautstärkste Ankläger aller Sündenböcke die SRG mitsamt ihrem Generaldirektor zum Feind erkoren hat. Weshalb der Herr vom Herrliberg auch gleich seine journalistische Prätorianergarde in Stellung bringt. Das Wochenblatt, das auf sein Kommando hört, deckt Roger de Weck diese Woche mit allem ein, was ein wütendes Vokabular hergibt: «Grössenrausch», «Verblendung», «linke Einfärbung», «unsachliche Nähe zur EU», «anmassenden Unsinn», «bekennender Internationalist», «EU-Beitrittsturbo», «de-Weck-Kampfsender» etc., etc., etc.

Wie soll man derlei Anwürfe bezeichnen? Es sind die Waffen der äusseren Rechten: Unterstellungen, Verunglimpfungen, Diffamierungen. Was soll man gegen solchen Unrat tun? Darauf eintreten? Das vermeidet man doch auch auf der Strasse. Nicht einmal Verachtung ist die Suada wert.

Allerdings lehrt das Beispiel einiges: Nämlich wie Journalismus aussieht, der politischen Interessen zu dienen hat.

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft ist für solchen Journalismus nicht nur Stein, sondern geradezu Fels des Anstosses: Sie gehört durch ihre Gebühren und als Verein den Schweizer Bürgern. Sie dient diesen Bürgern in vier Sprachkulturen. Sie erfüllt ihren Dienst täglich rund um die Uhr mit Radio- und Fernsehsendungen von internationaler Qualität, die in vielen Fällen sogar besser sind als Radio und Fernsehen in Deutschland oder Frankreich, von Italien gar nicht zu reden.

Die SRG kann all dies nur leisten, weil sie ausschliesslich der «Res publica» verpflichtet ist: der öffentlichen Sache. Private politische Medienmacht aber ist das pure Gegenteil davon, wie Zeitungen und Sender in den Händen dieser Macht belegen, im benachbarten Ausland und in der Schweiz – und eben gerade mit der Kampagne gegen die SRG.

Wo gehören Verleger hin, die sich, wie Hanspeter Lebrument, journalistisch jahrzehntelang der Republik verpflichtet fühlten?

Ins Lotterbett? Mit politischen Cliquen, die sich die Medien untertan machen möchten?

Publiziert am 28.08.2016 | Aktualisiert am 28.08.2016
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7 Kommentare
  • gregor  Surer aus ebikon
    29.08.2016
    ..niemand kann die SRG kaufen, klar, die ist ja schon vergebe an alles links der CVP auf deren Lebzeiten, daher kämpft der Roger dW. Nur die Linken glauben nur das Beste zu vertreten, sowie die legitimation zu haben alles zu Wissen und Vorzugeben. Die einst tolle Tagesschau verkam in den letzten 20 Jahren zu einer aktuellen Kamera Sorte SED Sprachrohr. Ringier macht da noch den Spagat mit dem Frank A.M. um die letzten Leser noch zu halten und wie ich manchmal doch etwas ausgewogenes zu lesen.
  • Rolf  Hess 29.08.2016
    Herr Meyer ist bereits im Lotterbett einer Clique. Manchmal gefällt er mir sogar, wenn er die Schweiz vor der Inquisition durch fremde Kulturen beschützen will. Wenn er aber politisch in der Schweiz mit qualifizierten Angriffen die Meinung anderer angreift, wäre es toll, dass er als Auslandschweizer, wie Guldimann, sich hier aufstellen liesse, um dabei zu sein, in der Höhle der Löwen.
  • Klaus  Müller 28.08.2016
    Die SRG wird über eine Zwangssteuer finanziert. Das weiss auch Meyer. Er wird auch wissen, dass jeder, der sich beispielsweise unabhängig über Konflikte wie in Syrien oder der Urkaine informieren will, bei der SRG nicht gut bedient ist. Da wird einfach der Grossteil von den 4 grossen westlichen Presseagenturen nachgeredet. Dazu hat man sich einen goldenen Medientempel geschaffen, den auch jene zahlen - die Jungen, die längst kein langweiliges Fernsehen mehr schauen. Was wäre die SRG ohne Zwang?
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    28.08.2016
    Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Und die Blocher Basherei geht weiter.
    In der Beziehung nichts Neues.
    • Ruedi  Frauchiger aus Egg
      28.08.2016
      In der Tat nicht. Nur nicht so, wie der bekennde Recht aus Vellerat meint. Nachdem er sein reichlich gebuttertes Brot gegessen hat, singt der andere Roger - der von der WW - jeweils sein Lied in den höchsten Tönen.
  • Mario  Solario aus Lausanne
    28.08.2016
    SRG muss sicher vieles ändern.. z.b. Sendungen wie Landfrauenküche
    Schwingfeste .. volkstümliche Sendungen soll man auslagern und den Privaten zuordnen wenn auch alle 10 Minuten Reklame zugeschaltet werden.. kann man doch auch auf RTL PRO7 sehen.