Frank A. Meyer Einfache Welten

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In Deutschlands grösstem Blatt, der «Süd­deutschen Zeitung», war gestern unter dem Titel «Bitte recht simpel» folgender Satz zu lesen: «Von Duterte über die AfD bis Trump dasselbe Schema: Die Populisten gaukeln eine einfache Welt vor.»

Das ist präzis der Vorwurf, der in der Schweiz auch der SVP gemacht wird. Trifft er zu? Gaukelt die rechtspopulistische Partei ihren Anhängern eine ­einfache Welt vor? Eine einfache Schweiz?

Wahrscheinlich ist das zutreffend. Auf jeden Fall präsentiert die Volkspartei gern einfache Lösungen, die dann, mit der Wirk­lichkeit konfrontiert, nicht praktikabel sind.

Doch gilt das ausschliesslich für den Rechtspopulismus, den in der Schweiz die SVP verkörpert?

Um darauf eine Antwort zu ­er­halten, muss der Satz der ­«Süddeutschen Zeitung» nur leicht verändert werden. Dann lautet er so: «Von Merkel über die Sozial­demokraten bis zu den Grünen immer das gleiche Schema: Die Antipopulisten gaukeln eine einfache Welt vor.»

Trifft dieser Vorwurf zu? Was gaukeln Parteien vor, die sich dem durchaus ehrenwerten Kampf ­gegen den Rechtspopulismus ­verschrieben haben, also auch dem Kampf gegen die SVP?

Sie gaukeln eine überaus einfache Welt vor. Diese Welt, ihre Gesellschaft, jubelt Migranten zu, die sie allesamt als Flüchtlinge bezeichnet, oder, besser noch, als Schutzsuchende, als unangreifbare Gäste: Man muss sie nur ihren religiösen Riten und Regeln überlassen, dann in­tegrieren sie sich wie von selbst in das hochkomplexe westliche ­Leben – natürlich all die sozialen Segnungen geniessend, wie sie eine Willkommensgesellschaft nun mal zu bieten hat.

Alles ganz einfach also, ein grosses multikulturelles Strassenfest.

So kunterbunt, so glücklich, so bereichert, wie immer wieder betont wird, sieht diese andere ein­fache Welt aus. In Deutschland hat die Bundeskanzlerin die Formel für solche Simpelei geprägt: «Wir schaffen das.»

Wie diese einfache Welt ­zu schaffen ist, hat sie bisher nicht verraten. Weil sie es nicht weiss. Weil ­niemand es weiss. Weil ­diese neue Welt, diese neue Gesellschaft mit ­Millionen Migranten aus einer mittelalterlichen Religionskultur eine überaus schwierige Angelegenheit sein wird – was heisst: sein wird? Bereits ist!

Weil aber nicht sein darf, was nicht sein soll, gebieten die Propagandisten des multikulturellen Paradieses Schweigen: Wer immer es wagt, darauf hinzuweisen, dass schier unüberwindliche kulturelle Konflikte drohen, wer über die Ursachen dieser Konflikte redet, der gilt als heimgesucht von Ängsten, als infiziert von Phobien, insbesondere von der Islamophobie, die laut «Süddeutscher Zeitung» der Tollwut gleichkommt. Der gilt als Rassist.

So einfach ist das in der einfachen Welt der Antipopulisten.

Sind damit andererseits die Rechts­populisten gerechtfertigt? Nun, in einem Punkt sind sie durchaus zu rechtfertigen: Es ist ihr ­Verdienst, dass trotz des Schweigegebots der multikulturell gestimmten Elite aus Publizisten, Politikern, Professoren und Pastoren über die komplizierten Probleme geredet werden muss, welche die Antipopulisten mit ihrer einfachen Weltsicht systematisch ausblenden.

Publiziert am 11.09.2016 | Aktualisiert am 11.09.2016
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9 Kommentare
  • Karl  Hoppler aus Weggis
    12.09.2016
    Sehr geehrter Herr Meyer, Ihr Wandel kann ich nur bewundern. Stimmt also doch "Wer in jungen Jahren nicht links ist, hat kein Herz, wer im alter immer noch links ist, hat kein Verstand..." Gratuliere, braucht Mut.
    Karl Hoppler, Weggis
  • Istvan  Gorowich aus Switz
    12.09.2016
    Ich sehe schon den Tag kommen, wo FAM der SVP beitritt. Ist dann aber nicht sicher, dass sie ihn aufnehmen wird. ha, ha, ha.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    11.09.2016
    Ja, nun hat sogar FAM angefangen, sich Gedanken zu machen über die Probleme der riesigen Zuwanderung der "Gläubigen" zu den "Ungläubigen".
    Das zeigt doch, dass es schon sehr spät ist, das Problem noch in den Griff zu bekommen bei der Gleichgültigkeit unserer Politiker zu diesem Problem.
  • Heinrich  Z aus Zürich
    11.09.2016
    Finde es etwas flach. Ich bilde mir meine Meinung aus vielen Informationen und nicht aus einer Partei, die mir was vorgibt. Aber ich wähle diese Partei die meiner entwickelten EIGENEN Meinung am ehesten Rechnung traegt. Und ich bin sicher das geht bei den meisten Bürgern so. Also es ist einfach zu platt wenn man meint, wir denken nichts. Danke, Bitte zur Kenntnis nehmen.
    Und noch was Herr FAM verwenden Sie mal ein anderers Wort als "Populisten", denn das deutet eher auf Diskreditieren hin.
  • Heinrich  Z aus Zürich
    11.09.2016
    Finde es etwas flach. Ich bilde mir meine Meinung aus vielen Informationen und nicht aus einer Partei, die mir was vorgibt. Aber ich wähle diese Partei die meiner entwickelten EIGENEN Meinung am ehesten Rechnung traegt. Und ich bin sicher das geht bei den meisten Bürgern so. Also es ist einfach zu platt wenn man meint, wir denken nichts. Danke, Bitte zur Kenntnis nehmen.