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Antje Berghäuser

Wie steht es um Deutschland nach dem Attentat?

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», einsame Stimme der kritischen Vernunft, beklagt in ihrer Samstagsausgabe, «dass gar nicht erst Zusammenhänge hergestellt werden dürfen, die auf der Hand liegen».

Hier seien diese verbotenen Zusammenhänge zunächst aufgezählt:

Erstens darf kein Zusammenhang hergestellt werden zwischen dem Terrorattentat von Berlin und der massenhaften Migration nach Deutschland, von Nordafrika, Arabien oder Afghanistan.

Zweitens darf kein Zusam­menhang hergestellt werden zwischen dem terroristischen Attentäter und dem Islam.

Drittens darf kein Zusammenhang hergestellt werden zwischen der Willkommenskultur für Migranten und dem eklatanten Versagen der deutschen Sicherheitsbehörden.

Wer solche Zusammenhänge trotzdem herstellt, wird bestraft: durch Denun­ziation als Rassist, Rechtspopulist, im verschärften Fall sogar als Faschist. Die Strafe wird vollzogen von Grossmedien, vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen, vom öffentlich-rechtlichen Radio, von Tages- und Wochenzeitungen. Deutschlands Journalisten haben einen neuen Berufszweig entdeckt: den des moralischen Scharfrichters.  

Mit Schweizer Blick sei nun trotzdem versucht, ja gewagt, die unter medialer Strafe stehenden Zusammenhänge herzustellen:

Erstens hat Deutschland im Sommer 2015 mit der autoritär verfügten Grenzöffnung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeitweise die Kontrolle über die Einwanderung verloren. Noch heute sind mehr als 300000 Einwanderer von den Behörden nicht erfasst. Niemand weiss, wo sie sind, geschweige denn, wer sie sind. Deutschland ist damit zum Schlaraffenland für Migranten geworden, deren Ziel nicht ein Leben im Rechtsstaat ist, sondern kriminelle Be­tätigung, vom Drogenhandel bis zum Terrorismus.

Zweitens unterhielt der inzwischen in Mailand erschossene Attentäter von Berlin intensive Kontakte zur internationalen Szene des radikalen politischen Islam. Er verkehrte überall, wo er hinkam, in der Salafistenszene und pflegte engsten Umgang mit deren Hass-Imamen.

Drittens hat die moralisch aufgeladene Willkommenskultur eine Stimmung geschaffen, in der Sicherheitskräften Empörung entgegenschlägt, wann immer sie entschlossen gegen fehlbare Migranten einschreiten. Auch Abschiebungen werden von Protestgeheul begleitet. Das Zögern – und Versagen – der Polizei im Fall des Tunesiers, der als «Gefährder» bekannt war und trotzdem im ganzen Land herumreisen konnte, hat auch zu tun mit einer Zögerlichkeit, die zur herrschenden Schwärmerei für Migranten passt.

All das soll in den deutschen Medien nicht diskutiert werden. Eine ganze Talkshow des ZDF wurde darauf verwendet, den Beweis zu führen, dass es sich beim Täter, der mit einem gestohlenen Truck in den Weihnachtsmarkt bei der Gedächtniskirche fuhr und zwölf Menschen tötete, um einen geltungssüchtigen Irrläufer gehandelt habe, nie und nimmer aber um einen islamisch motivierten Terro­risten.

Wobei der Begriff «islamisch» im Zusammenhang mit Terror ebenfalls verboten ist. Es muss heissen: islamistisch – als saubere Unterscheidung und Trennung vom Islam. Eine Worterfindung des moralisch korrekten deutschen Neusprech, in der islamischen Welt völlig unbekannt.

So stehen die Dinge in Deutschland.

Politiker und Publizisten und Pastoren betätigen sich als Bürger-Erzieher. Die Macht-elite in ihrer Berliner Blase beschwört «die Menschen draussen im Lande», keine Angst zu haben und den Alltag im öffentlichen Raum in vollen Zügen zu geniessen, derweil die Minister, die solcherlei empfehlen, selbst von Leibwächtern umgeben sind und über gepanzerte Limousinen verfügen, die ausserdem von Polizeieskorten begleitet werden.

Auch beschwört der Bundespräsident die Bürgerinnen und Bürger, sich nicht spalten zu lassen, derweil er selbst die Bürgerschaft spaltet: in Dunkeldeutsche, die Merkels Migrationspolitik negativ gegenüberstehen, und Helldeutsche, die der Willkommenskultur ihr weihnächtliches Hosianna singen.

Schliesslich wird davor gewarnt, die Migranten, also die Muslime, unter Generalverdacht zu stellen. Ein solcher Verdacht wird allerdings gar nicht erhoben. Es sei denn, man diffamiere Kritik an der offiziellen Migra­tionspolitik als solchen.

Zu alledem ist noch einmal die «Frankfurter Allgemeine» zu zitieren. Sie stellt fest, dass die Politik «viel zu lange an einer Willkommenskultur festgehalten» habe, «die alles ausblendet, was nicht ins harmonische und selbstverliebte Bild passt». 

Und – so wäre hinzuzufügen – die Bürger ausgrenzt, denen dieses Bild nicht passt.

Publiziert am 25.12.2016 | Aktualisiert am 27.12.2016
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19 Kommentare
  • Chäpp  Zingg aus Rheintal
    26.12.2016
    Perfekt auf den Punkt gebracht und treffend formuliert! Es bleibt die Hoffnung auf die Nachhaltigkeit von FAMs Sinneswandel.
  • Brigitte   Miller 26.12.2016
    Ausgezeichneter Text von Frank A.Meyer, möge es immer mehr solche die Realität abbildende Artikel geben, zu viele Leute schlummern noch , erkennen nicht, dass freiheitliche Demokratie nicht vom Himmel gefallen ist und verteidigt werden muss. In Deutschland herrscht eine Gesinnungsdiktatur, verzweifelte Leute sprechen von einer aufziehenden DDR 2.0.
  • Albert  Eisenring 26.12.2016
    Herrlich amüsant und knackig trefflich auf den Punkt formuliert: die abgehobene, realitätsferne und jegliche Kritik ignorierende, selbstherrliche Eigendynamik, welche die Eliten in ihren Bann gezogen hat.
    Dieses moralisierend ausgrenzende Zeigefinger-Neusprech des Establishments gilt allerdings nicht nur den kritischen Stimmen des Islam und der Willkommenskultur, sondern allen den Eliten nicht genehmen Meinungen; ihr eigenes Staats- und Rechtsverständnis verstehen sie unisono als sakrosankt.
  • Klaus  Müller 25.12.2016
    Lieber Herr Meyer, sie wissen, dass ihr Artikel nie in Deutschland hätte erscheinen können. Höchstens bei der Achse des Guten, die selbst gerade angegriffen wird. Vergessen sie nicht, dass ihr bester Feind Blocher geholfen hat, dass in der Schweiz noch ein wenig mehr Freiheit möglich ist. Die ehemals Freisinnigen kämpfen ja nicht mehr für die Freiheit der Rede und des Denkens. Übrigens: Ein Freund flog als Berliner FDP Abgeordneter aus deren Liste, weil er tatsächlich für den Freisinn eintrat.
    • Edi  Rey aus Romanshorn
      26.12.2016
      Der Artikel erschien eben gerade in Deutschland, nämlich auf focus oline und stiess auf begeisterte Zustimmung. Ca. 95 Prozent der Leser pflichten FAMs Analyse bei.
  • Rolf  Gurtner aus Münsingen
    25.12.2016
    Berlin hat FAM ganz offensichtlich engültig die Augen geöffnet. Ich ziehe innerlich den Hut vor Ihnen! Dürfen wir nun hoffen, dass Sie sich bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen, um endlich Abhilfe für all diese Zustände zu schaffen? Schliesslich hat es ja auch ein Köppel mit Glanzresultat ins Bundeshaus geschafft. Frau Sommaruga bräuchte dringend einen Nachfolger...