Schweizer Fettsteuer für Fastfood? Experten sind skeptisch – und verlangen billiges Gemüse

  • Publiziert: 03.10.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Karin Müller
play Soll auf Hamburger (Anton J. Geisser)

BERN - Animiert eine Steuer auf Fette in Nahrungsmitteln die Leute, gesündere Nahrungsmittel zu kaufen? Experten sind skeptisch.

Wer gerne fettreich isst, soll tiefer in die Tasche greifen. Als erstes Land der Welt hat Dänemark eine Steuer auf Fette in Nahrungsmitteln eingeführt. Die Massnahme soll die Bevölkerung davon abhalten, sich zu ungesund zu ernähren.

Die Idee war auch in der Schweiz ein Thema, wurde jedoch verworfen. CVP-Nationalrätin Ruth Humbel lehnt eine reine Fettsteuer ab: «Viel wichtiger wäre es, gesunde Nahrungsmittel wie Früchte und Gemüse komplett steuerfrei zu machen.»

Der gefährliche Mix machts

Die Fettsteuer alleine richte nichts aus im Ernährungsverhalten der Bevölkerung. «Der Mix aus Fett, Zucker und Salz macht am Ende die ungesunde Ernährung aus. Nicht nur das Fett allein», so Humbel.

Die anstehende Steuergesetzreform könnte laut Humbel ein Anreiz sein, über einen Einheitssatz für Nahrungsmittel nachzudenken. Dies könnte die CVP-Politikerin dazu bewegen, einen neuen Vorstoss zu wagen.

Für McDonalds Schweiz bringt diese Steuer nichts. Sprecherin Aglaë Strachwitz: «Die Konsumenten sollen nicht bevormundet werden.»

BAG setzt auf Freiwilligkeit

Mona Neidhart, Sprecherin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG): «Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Wirtschaft.» So würden Detailhändler beispielsweise den Salz- und Zuckergehalt in Lebensmitteln von sich aus reduzieren.

Aber alles auf der Basis der Freiwilligkeit. Damit dies geschieht, wurde das BAG-Programm «actionsanté» ins Leben gerufen.

play Ruth Humbel will jetzt wieder teurere Medikamente. (Keystone)

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Politik

Würde eine Fettsteuer und der entsprechende Preisaufschlag bei Fastfood Ihr Essverhalten ändern?»

  • 17,7% Ja, beim Essen schaue ich auf den Preis.
  • 54,8% Nein, ich esse, worauf ich Lust habe.
  • 27,5% Das ist Quatsch: Denn ungesundes ist immer billig.