Exklusiv-Umfrage zur Masseneinwanderung Europäer extremer als Schweizer

In Deutschland, Frankreich, England will eine Mehrheit weniger Zuwanderung und mehr Mitbestimmung.

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Als am vergangenen Sonntag eine knappe Mehrheit des Schweizer Stimmvolkes zur Begrenzung der Zuwanderung Ja gesagt hatte, drohten die EU-Spitzen umgehend, die Personenfreizügigkeit sei nicht verhandelbar. Ein solch apodik­tisches Votum kann nur abgeben, wer nicht in die Verlegenheit kommt, die eigene Bevölkerung dazu befragen zu müssen. Würden die vom Volk gewählten EU-Politiker dies tun, müssten sie ihre Worte wohl zurückhaltender formulieren.

Der Grund: Eine Vorlage ­«gegen Masseneinwanderung» würden 61,8 Prozent der Deutschen, 69,7 Prozent der Franzosen und 77,5 Prozent der Engländer «annehmen» oder «eher annehmen». In Deutschland liegt die Zahl der vorbehaltlosen Befürworter der Personenfreizügigkeit unter einem Drittel der Wahlberechtigten, in Frankreich bei einem Fünftel, in England gar nur bei 15 Prozent der Bevölkerung. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Schweizer Marktforschungsinstituts Isopublic im Auftrag von BLICK (siehe Grafiken). Dies zeigt: Das Unbehagen der Bevölkerung gegenüber einer unkontrollierten Arbeitsmigration ist in den EU-Kernländern noch weit stärker verbreitet als in der Schweiz.

Bemerkenswert ist, dass in Deutschland und England die Zustimmung für eine Begrenzung bei Frauen höher liegt als bei Männern; bei den Fran­zosen ist es umgekehrt. Aufschlussreich ist weiter, dass etwa bei den Deutschen selbst bei den 18- bis 34-Jährigen eine Begrenzung der Zuwanderung bei 61 Prozent der Befragten eine Zustimmung erhält und damit um satte sechs Prozent höher liegt als bei den über 55-Jährigen.

EU-Bürger kennen jedoch praktisch kein Mitbestimmungsrecht bei politischen Sachfragen. Als repräsentative Demokratien wählt das Wahlvolk in den EU-Ländern die Abgeordneten, die mit dem Mandat eigenverantwortlich politisieren. Anders als in einer direkten Demokratie wie der Schweiz beschränkt sich dort der Einfluss der Bürger auf die periodische Wahl einer Regierung.

Diese reduzierte politische Mitbestimmung ist vielen Menschen in Deutschland, Frankreich und England nicht mehr genug. Die Umfrage zeigt: Jeder zweite Engländer, drei Viertel der Franzosen und über vier Fünftel der Deutschen wünschen sich, «dass zukünftig in der EU ebenfalls Volksabstimmungen und Volksbefragungen zu wichtigen Fragen durchgeführt werden».

Fazit: Für die Menschen in den EU-Kernländern Deutschland und Frankreich und auf der europakritischen Insel ist die Zuwanderung das zentrale ungelöste Problem. Das Ab­stimmungsresultat in der Schweiz hat dieses auch für die EU auf die politische Agenda gesetzt.

Publiziert am 15.02.2014 | Aktualisiert am 15.02.2014
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57 Kommentare
  • Heidi  Engel , via Facebook 16.02.2014
    Wehe wenn diese drei EU Mitglieds Länder unser Musterbeispiel Stop der Zuwanderung Kopieren und Anwenden, dann Gute Nacht Europäische Union!!
    Darum hat dieser Herrn Baroso so Angst um ein zerfall der EU!!
  • André  Ammann 16.02.2014
    Mit diesen Zuständen in der hochgelobten EU wird von diesem Resultat wohl keiner der realistisch ist, erstaunt sein. Auch die ausländische Bevölkerung kann denken und wünscht sich eine Aenderung. Zum Glück sind nicht alle für rot und grün, sonst wäre Europa schon lange nicht mehr bewohnbar.
  • Rene  Tischhauser aus Eschen
    15.02.2014
    Jetzt sieht man mal was das Volk meint. Nur dürfen Sie nicht abstimmen, weil davor die Politiker Angst haben. Das sind einfach Marionetten der EU- Politiker Und ausserdem, wenn in der EU, Deutschland oder wo auch immer, alles gut laufen würde, müssten die Leute ja nicht in die Schweiz kommen.
  • Regula  Hiltebrand aus Au
    15.02.2014
    Ist mir schon klar, dass Deutschland, Frankreich und England, der grösste Teil des Volkes, gemäss Umfragen, auch JA gestimmt hätte. Die Schweiz hat jedoch die grösste Masseneinwanderungqote zu verzeichnen. Die Schweizer sind mutig, klug, konnten noch rechtzeitig die Weichen stellen, haben sich für ihr Land eingesetzt, sie wollen weniger Zuwanderung und mehr Mitbestimmung. Die meisten Europärer sind der Schweiz dankbar, sich als Vorreiter einzusetzen.
  • Iris  Schipke , via Facebook 15.02.2014
    Die EU wird es hoffentlich in wenigen Jahren nicht mehr geben,sie wird auf biegen und brechen künstlich am Leben gehalten,weil viele daran gut verdienen.Es ist immer leicht anders denkende in die Rechte Ecke zu drängen,das hat System und kommt von allen EU Befürwortern auf Knopfdruck.Natürlich wirkt sowas vorallem nach wie vor bei den Deutschen sehr gut,immer ducken! Derweil wird ein EU Land nach dem anderen Menschenleerer,andere dafür überschwemmt....