play
Schwächenafall: GLP-Chef Martin Bäumle will sich künftig schonen und «auch mal über mehrere Tage nicht erreichbar sein».
(Keystone )Nach Natalie Rickli fordert die Politik auch ihren Tribut von Martin Bäumle (48). Er habe sich «noch nie so gefühlt», beschreibt der Grünliberale einen Schwächeanfall von letzter Woche.
Martin Bäumle ist das Aushängeschild der Grünliberalen – als Parteipräsident, Nationalrat und Finanzvorstand von Dübendorf ist er in den Medien omnipräsent.
Zu viel, selbst für den energiegeladenen Zürcher? Bereits im Sommer hat der 48-jährige Bäumle im «Tagesanzeiger» ein Vizepräsidium mit einem oder mehreren Köpfen angekündigt, um sich etwas aus dem medialen Fokus zu nehmen.
Dies scheint jetzt dringender denn je, denn Bäumle erlitt einen Schwächeanfall.
Nach Natalie Rickli scheine das Erschöpfungssyndrom ein weiteres prominentes Opfer zu fordern, schreibt die «Weltwoche». «Ich habe mich noch nie so gefühlt, es kam wie angeworfen», zitiert sie den Grünliberalen, der letzte Woche mehrere Termine platzen lassen musste.
Auf Anfrage gibt Bäumle Entwarnung: Sein Alltag verlaufe mehr oder weniger wieder im normalen Trott, «mit leicht angezogener Handbremse». Die Erschöpfungserscheinung sei aber ein Signal seines Körpers, «das ich sicher ernst nehmen muss».
Als Grund für die Überlastung sieht er die letzte Woche zu Ende gegangene Herbstsession. Er habe wahrscheinlich neben dem Stress und zu wenig Schlaf auch zu viel, zu schwer und zu spät gegessen, meint Bäumle. «Dass man in Bern wegen des Stresses und der vielen frühen und späten Termine nicht gesund lebt, ist ja bekannt.»
Künftig will sich Bäumle bewusst Auszeiten nehmen, und «auch mal über mehrere Tage nicht erreichbar sein».
Die Entlastung durch Vizepräsidenten hingegen lässt noch etwas auf sich warten. «Wir sind schrittweise daran, die Führung zu verbreitern. Aber Priorität hat jetzt die Volksinitiative ‹Energie- statt Mehrwertsteuer›», sagt Bäumle, ganz der Vollblutpolitiker.
Diese Woche hat SVP-Nationalrat und Unternehmer Peter Spuhler seinen Rücktritt aus der Politik bekannt gegeben. Er muss sich um seine Firma Stadler Rail kümmern. Da hats für die Politik keinen Platz mehr.
Sein Parteikollege Christoph Mörgeli ist ebenfalls über die Doppelbelastung als Politiker und Professor gestolpert. Ihm wurden an der Uni Zürich Unterlassung bei seiner Arbeit vorgeworfen. Jetzt ist der SVP-Stratege seinen Job als Leiter des Medizinhistorischen Museums los.
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (24)