Schwächeanfall von GLP-Chef Martin Bäumle «Es kam wie angeworfen»

  • Publiziert: 04.10.2012
  • Von Peter Brühwiler
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Schwächenafall: GLP-Chef Martin Bäumle will sich künftig schonen und «auch mal über mehrere Tage nicht erreichbar sein».

(Keystone )

Nach Natalie Rickli fordert die Politik auch ihren Tribut von Martin Bäumle (48). Er habe sich «noch nie so gefühlt», beschreibt der Grünliberale einen Schwächeanfall von letzter Woche.

Martin Bäumle ist das Aushängeschild der Grünliberalen – als Parteipräsident, Nationalrat und Finanzvorstand von Dübendorf ist er in den Medien omnipräsent.

Zu viel, selbst für den energiegeladenen Zürcher? Bereits im Sommer hat der 48-jährige Bäumle im «Tagesanzeiger» ein Vizepräsidium mit einem oder mehreren Köpfen angekündigt, um sich etwas aus dem medialen Fokus zu nehmen.

Dies scheint jetzt dringender denn je, denn Bäumle erlitt einen Schwächeanfall.

Nach Natalie Rickli scheine das Erschöpfungssyndrom ein weiteres prominentes Opfer zu fordern, schreibt die «Weltwoche». «Ich habe mich noch nie so gefühlt, es kam wie angeworfen», zitiert sie den Grünliberalen, der letzte Woche mehrere Termine platzen lassen musste.

«Dass man in Bern nicht gesund lebt, ist ja bekannt»

Auf Anfrage gibt Bäumle Entwarnung: Sein Alltag verlaufe mehr oder weniger wieder im normalen Trott, «mit leicht angezogener Handbremse». Die Erschöpfungserscheinung sei aber ein Signal seines Körpers, «das ich sicher ernst nehmen muss».

Als Grund für die Überlastung sieht er die letzte Woche zu Ende gegangene Herbstsession. Er habe wahrscheinlich neben dem Stress und zu wenig Schlaf auch zu viel, zu schwer und zu spät gegessen, meint Bäumle. «Dass man in Bern wegen des Stresses und der vielen frühen und späten Termine nicht gesund lebt, ist ja bekannt.»

Künftig will sich Bäumle bewusst Auszeiten nehmen, und «auch mal über mehrere Tage nicht erreichbar sein».

Die Entlastung durch Vizepräsidenten hingegen lässt noch etwas auf sich warten. «Wir sind schrittweise daran, die Führung zu verbreitern. Aber Priorität hat jetzt die Volksinitiative ‹Energie- statt Mehrwertsteuer›», sagt Bäumle, ganz der Vollblutpolitiker.

Wie viel Stress verträgt ein Parlamentarier?

Diese Woche hat SVP-Nationalrat und Unternehmer Peter Spuhler seinen Rücktritt aus der Politik bekannt gegeben. Er muss sich um seine Firma Stadler Rail kümmern. Da hats für die Politik keinen Platz mehr.

Sein Parteikollege Christoph Mörgeli ist ebenfalls über die Doppelbelastung als Politiker und Professor gestolpert. Ihm wurden an der Uni Zürich Unterlassung bei seiner Arbeit vorgeworfen. Jetzt ist der SVP-Stratege seinen Job als Leiter des Medizinhistorischen Museums los.

Beliebteste Kommentare

  • peter  vonlanthen
    Aber alle, die diesen Stresstrab nicht mitmachen sind in den den Augen von gewissen Leuten desinteressiert, nicht belastbar oder oberflächlich - und zu guter Letzt, eben weil nicht omnypräsent, dadurch halt nicht Arena-tauglich!
  • gabor  balazs , Bolligen
    Mir kommt es langsam so vor, als würde sich da eine Kampagne zu Gunsten Berufsparlamentarier anbahnen. Ich denke, ist vieles einfach fauler Zauber. Plump ein bisschen.

Alle Kommentare (24)

  • Carlo  Schenkel , Duggingen
    Ja, ja, Leistung muss sich wieder lohnen, auch wenn man dabei, sei es als Mensch, als Zivilisation oder als Lebensraum, kaputt geht............
  • Joe   Friedli
    Es gibt etliche Menschen die schlapp machen in der Wirtschaft und keiner bekommt das mit! Aber wenn ein Politiker schlapp macht bringt man es in den Medien. Wenn andere es nicht mehr schaffen hochzukommen und vom Sozialamt oder IV leben müssen, werden diese "Faulesäcke" genannt und man hetzt ihnen die IV Dedektive auf den Hals. Gut machen auch Politiker schlapp so koönnen sie was zum Leben dazu lernen! Viel glück Herr Bäumle in Ihrer künftigen 1-Zimmerwohnung, das nennt man hier leider soziale Gerechtigkeit!
    • 04.10.2012
    • 30
    • 8
  • Kurt  Hengartner , Pattaya , via Facebook
    Ja,Herr Schaufelberger, da muss ich Ihnen recht geben!
    • 04.10.2012
    • 1
    • 1
  • Rudolf  Kiefer , Eysins , via Facebook
    "Es kommt wie angeworfen" Dieser Satz zeigt, dass bei vielen die Mechanismen der Gesundheit nocht nicht verstanden werden. Und es sind dieselben Vertreter die die Gesetze zur Gesundheitsreform ausarbeiten. Schade, denn so wird sich nichts zum Guten wenden in der Gesundheitspolitik.
    • 04.10.2012
    • 25
    • 2
  •   Hug Roland , Regensdorf
    Ich möchte festhalten,jeden von uns kann es treffen,auch die sogenannten Besserwisser die idiotische Beiträge liefern.
    Burnout hat nichts mit Politik zu tun,also lasst die dummen Sprüche sein.
    Gute Besserung allen betroffenen.
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