Erstmals mehr Schwerverletzte wegen Handy am Steuer SMS gefährlicher als Promille

Kurz WhatsApp gecheckt, schon knallts. Erstmals passieren am meisten Unfälle wegen Ablenkung. Neu ist die Gefahr nicht, trotzdem bleiben die Zahlen konstant hoch.

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Die gute Nachricht zuerst: Immer weniger Verletzte und Tote gehen auf Kosten von Rasern. Ein anderes Bild aber zeigen die Zahlen zum unachtsamen Fahren. Im ersten Halbjahr 2016 verzeichnet die Statistik das erste Mal mehr Schwerverletzte durch Ablenkung als durch Rasen oder Alkohol am Steuer.

Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen, überrascht dies nicht. Der Verkehr sei heute so dicht, es ertrage einfach keine Ablenkung mehr. Whatsapp checken oder die Energydrinkdose im Rucksack suchen – eine kurze Unaufmerksamkeit kann fatale Folgen haben. Intelligentere Fahrzeuge würden dies gar noch begünstigen, so Rohrbach: «Weil moderne Autos immer weniger Aufmerksamkeit brauchen, ist die Verlockung gross, etwas anderes zu machen.» Mit verheerenden Folgen: 202 Personen wurden im letzten Halbjahr schwer verletzt, weitere neun Personen mussten ihr Leben lassen.

Pusten fürs Handy

Die Problematik ist erkannt. «Augen auf die Strasse» heisst etwa eine Kampagne des TCS. Trotzdem scheinen sich Autofahrer nur langsam dafür sensibilisieren zu lassen. Schuld da­ran sei, dass sich Unachtsamkeit nur schwer kontrollieren lasse, so Rohrbach. «Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen lassen sich relativ einfach durchführen», erklärt er. Ein Hantieren am Navi hingegen bleibt oft unbemerkt. Dies zeigt auch ein Blick in die Massnahmenstatistik. Über 30'000 Personen mussten ihren Fahrausweis 2015 wegen zu schnellen Fahrens abgeben, 15'000 wegen Trunkenheit am Steuer. Unachtsamkeit wurde weniger als 10'000-mal gebüsst.

Auch als Fussgänger muss man besonders wachsam sein. Man erhält zwar vor Gericht oft recht, trägt aber den meisten Schaden davon. Das Wichtigste in den dunklen Monaten, so Ralph Echensperger von der Versicherung Zurich, seien reflektierende Kleider. «Ebenso wichtig ist, dass Fussgänger und Autofahrer in der Dunkelheit besonders aufmerksam sind.» Denn oft seien sich Fussgänger nicht bewusst: «Sie haben zwar Vortritt, müssen aber dem Fahrzeug den Vortritt gewähren, wenn es so nahe ist, dass es nicht mehr rechtzeitig anhalten kann», klärt der Schadenexperte auf.

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 25.10.2016
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21 Kommentare
  • Dahn  Swiss 21.10.2016
    Solange Händynutzung nicht höher bestraft wird, ändert sich nichts. Obwohl heute die Technik ohne weiteres mittels Gesichtserkennung erfassen kann oder könnte wo man seine Augen hat. Auf der Strasse oder auf dem Händy. Aber solange die Einnahmequelle zu gering ist, interessiert das unsere Obrigkeit nicht. Man erhöht lieber Parkbussen, da man mit Falschparken vielleicht das Stadtbild verunstalten könnte. Auch wäre techn. möglich Händy blockieren, ausser mit Headset aus dem Auto, bedienung aus.
  • Coni  Müller 20.10.2016
    Wenn man bei uns fahren anstatt schleichen dürfte käme man nicht auf die Idee mit dem Handy zu spielen. Daher wären höhere Tempi auf den Autobahnen ein besserer Beitrag zur mehr Sicherheit, als Radarkästen.
  • Thomas  homberger 20.10.2016
    Schade das auf der Strasse nicht das Verhalten bestraft wird sondern immer nur Tatsachen. Ist jemand zu schnell gefahren und ist kein Blitzer dort sind die Autofahrer glücklich. Fährt man zu schnell und man baut ein Unfall dan gibt es meist nur eine kleine "Strafe" die schnell vergessen ist. Würde man das Fahrverhalten kontrollieren dan müsste man täglich 10 tausende Autos ab von der Strasse holen da bin ich mir sicher. Sei es nur nicht im Kreisel geblickt zu haben. Das wäre richtig.
  • Peter  Muster aus Koppigen
    20.10.2016
    Das einzige was zu hunderttausende mal jeden tag in der schweiz kontrolliert wird ist die geschwindigkeit von stationären und mobilen radargeräten in der schweiz. Vorzugsweise auf der autobahn wo es zwar keine rolle spielt ob man 10-20 kmh schneller fährt aber massiv kohle gibt bei vielen gemessenen fahrzeugen. Ablenkung sollte viel häufiger kontrolliert wetden, sogar noch häufiger als die Geschwindigkeit, denn es führt ja offensichtlich zu mehr unfällen.
  • jürg  frey aus teufen
    20.10.2016
    Jede/-r Dritte tut es sicher; schlimm, wenn Brummi Fahrer das tun und den Sicherheitsabstand noch nicht einhalten. Und ja, ehrlich, ich habe es auch schon getan und Sie? Diese Bussen dürften höher und härter sein und vor allem öfter kontrolliert. Aber bitte nicht nur PW Driver!
    • Dahn  Swiss 21.10.2016
      Nun Herr Frey. Rund 8 von 10 Brummis haben Bremsassistenten, Ihr PW auch? Sicherheitsabstände werden bei Brummis heute sehr schwer gebüsst und Auffahrunfälle dank Assistenten auch immer weniger. Es ist aber richtig, dass dieses Händyverhalten massiv höhere Bussen geben sollte. Und auch mehr kontrolliert. Nicht Brummis der PWs sondern Verkehrsteilnehmer, so auch die Fussgänger.