«Er ist ein Härtefall» SVP-Reimann hilft ausgeschafftem Rapper Besko

Besijan Kacorraj (31) wandelte sich vom kriminellen Sorgenkind zum Rapper. Unter dem Künstlernamen Besko versuchte er Jugendliche auf den richtigen Weg zu bringen – und wurde trotzdem ausgewiesen. Jetzt kriegt er Unterstützung von unerwarteter Seite.

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Besijan Kacorraj lebt seit zwei Wochen im Kosovo. Der unter dem Künstlernamen Besko bekanntgewordene Rapper muss in seinem Herkunftsland ein neues Leben aufbauen. Der Start nach der Ausweisung aus der Schweiz ist hart: «Es ist wie ein Alptraum, die Gefühle spielen verrückt», sagt der 31-Jährige zur «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF.

Ausschaffung von Rapper Besko: SVP-Lukas Reimann interveniert play
Lukas Reimann bei einem «BLICK-on-Tour»-Auftritt 2015. Philippe Rossier

Unterstützung bekommt der Rapper nun von unerwarteter Seite. Ausgerechnet der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann, der sonst in Sachen Ausschaffung von kriminellen Ausländern eine äusserst harte Haltung vertritt, nimmt Besko in Schutz.

Der Mann könnte in der Schweiz einen positiven Einfluss auf junge Migranten ausüben, glaubt Reimann. «Es ist eine verpasste Chance», sagt der der SVP-Politiker.

Workshops mit Jugendlichen

Besko kämpfte bis vor Bundesgericht gegen den Entzug seiner Aufenthaltsbewilligung – vergeblich. Weil er seit seiner Kindheit immer wieder kriminell in Erscheinung getreten war, ist er in der Schweiz nicht mehr willkommen.

Ausschaffung von Rapper Besko: SVP-Lukas Reimann interveniert play
Besijan Kacorraj alias Besko. Screenshot SRF

 

Dies, obwohl er sich während eines Gefängnisaufenthaltes wegen bewaffneten Raubes zum Rapper läuterte und später mit Jugendlichen in Workshops darüber diskutierte, sie auf den richtigen Weg zu lenken versuchte.

Besko bereut seine kriminellen Taten, schloss eine Lehre ab und ist seit seiner Verurteilung im Alter von 23 Jahren zu einer fünfjährigen Haftstrafe straffrei.

Derzeit wohnt er in einem Hotel im Kosovo. «Ich bin nicht böse auf die Schweiz», sagt er. «Im Gegenteil, ich bin dankbar, was ich in diesen 31 Jahren in der Schweiz erleben durfte.» Jetzt hofft er, in seinem Herkunftsland möglichst bald einen Job zu finden.

Intervention beim Staatssekretariat für Migration

Reimann kritisiert Beskos Ausweisung, interveniert sogar zu seinen Gunsten beim Bund. Er sei immer noch für eine strenge Haltung bei der Ausschaffung von kriminellen Ausländern. «Aber was, wenn nicht das, ist ein Härtefall?», schreibt der SVP-Politiker an Mario Gattiker, den Chef des Staatssekretariates für Migration.

Heute Abend um 20.55 Uhr nimmt Reimann gegenüber der «Rundschau» ausführlich Stellung zu seinem Engagement, das der offiziellen SVP-Parteilinie widerspricht. (noo)

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
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40 Kommentare
  • Hanspeter  Müller aus Bern
    27.10.2016
    Es ist ja nicht nur, dass Herr Reimann Secondos wegen dem Beschädigen eines Gartenzauns und anderen bagatellen ausschaffen wollte. Er und seine Partei liefen sturm gegen die Härtefallklausel. Und jetzt soll alles ganz anders sein? Wer sagt denn, dass Besko nicht rückfällig wird? Es wird immer behauptet die Fachleute könnten das nicht beurteilen. Aber Reimann will dann fähig sein zu sagen, dass Besko in Zukunft nicht mehr straffällig wird? Gibt er Garantie?
  • Xaver  Perte 26.10.2016
    Ja Herr Reimann, wo ist denn hier der Härtefall? Ich kann keinen erkennen. -und vor dem Gesetz sind alle gleich, also kann man niemanden bevorzugen, nur weil er Bekannt ist oder so.
    Vielleicht hat man ihnen das Wort im Mund rumgedreht, aber sollten sie das tatsächlich so meinen, dann ist ihre nächste Wiederwahl gefährdet.
  • Petar  Popangelov aus Hochdorf
    26.10.2016
    Bisher gefiel mir sehr wie Lukas Reimann politisierte. Eloquent, intelligent und konsequent. Und nun das. Bin sehr enttäuscht über seine Haltung. Schliesslich war auch er klar für die Durchsetzungsinitiative, welche keine Härtefallklausel vorsah. Das Sündregister des Rappers ist lang und die Ausschaffung eines "Prominenten" setzt ein Zeichen für "Nachahmer". Daher zwingend ausschaffen Herr Reimann. Ich kann ihre Haltung nicht verstehen. Das kostet Sie viele Wählerstimmen!
    • Dominique  Baumgartner , via Facebook 26.10.2016
      Glaubst du im Ernst, dass Lukas Reimann will, dass Besko nicht ausgeschafft werden soll? Reimann wurde das Wort im Mund umgedreht. Ich hoffe, er hat heute in der Rundschau die Gelegenheit, das klarzustellen.
  • Paul  Meier 26.10.2016
    Wenn das ein Härtefall ist, dass sind alles Härtefälle.
    Reimann – ein bisschen mehr Konsequenz !
    • Dominique  Baumgartner , via Facebook 26.10.2016
      Lukas Reimann war und ist für die Ausschaffung von Besko. Er regt sich aber auf, dass noch schlimmere Verbrechen nicht zur Ausschaffung führen. Dieser Bericht ist ein typischer Fall von WIMU (Wort im Mund umdrehen).
  • Urs  Meier 26.10.2016
    Irgendwie wir mein Politikerbild jeden Tag neu bestätig. Ich werde nie einem Politiker, egal welcher Couleur, jemals trauen.